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Deis
Dela
Dela
Deli
stammung nach ganz einerlei, nämlich Glauben an dasDasein einer Gottheit, mit Einem Worte, Gottglau-ben. Beide Wörter sollten also nur dem Atheismus,der Gotteslaugnerei oder Gottlosigkeit entgegengesetztwerden. Man hat aber höchst willkührlichcr und unbe-fugter Weise beide unterschieden, und das eine dem an-dern entgegengesetzt. Nach dieser Unterscheidung sollDeismus nur eine transscendentale (übersinnliche) Got-rcslchre bezeichnen, „nach welcher man zwar zugibt, daßwir allensalls das Dasein eines Urwcsens durch bloßeVernunft erkennen können, wovon aber unser Begriffbloß transscendental sei, nämlich nur als von einemWesen, das alle Realität hat, die man aber nicht na-her bestimmen kann." Exitia der reinen Vernunft. Nachdieser sonderbaren Bestimmung des Begriffs, ist derDeist ein Mensch, welcher das Dasein eines Gottes zwarzugibt, aber nicht weiß, oder gar laugnet, daß er mitVerstand oder Freiheit begäbet sei. Der Lhcifl hinge-gen soll „neben der transscendentalen auch noch eine na-türliche Gotteslehre annehmen, sich das Urwcsen alSWelt-urheber vorstellen, und einen lebendigen Gott(summam inteiligentiam) glauben." Ebendas. Außerdieser Schule wurde das Wort Deismus bisher, theilsfür Gottglaube überhaupt genommen, theils bald demDffenbahrungsglauben, d. i. dem Glauben an eine gc-offenbahrte Gotteslchre, bald dem Dreieinigkeitsglauben,d. i. dem Glauben der Athanasicr an eine Dreieinigkeit,insbesondere entgegengesetzt. Es gab daher sowol einenchristlichen, als auch einen nichtchristlichcn Deismus.Der letzte schließt, wie der Naturalismus, alle unmit-telbare Dffenbahrungen aus; und in diesem Sinne sagtdas Wort nicht mehr und nicht weniger, als was wirbei Vcrnunftglaube denken; der erste hingegen schließtnur den Glauben sowol an mehr, als eine Gottheit,als auch an mehr Personen in der Einen Gottheit aus.In diesem letzten Sinne würde man Eingötterei Pafürsagen können, wenn nicht den Wörtern in er der Nc-benbegriff des Verächtlichen oder Vcrwcrfungswürdigenanzukleben pflegte. Eingottslehrc, welches man dafürsagen könnte, scheint nur durch Neuheit und ungewöhn-lichkeit zu mißfallen.
Deist, im Allgemeinen, ein Gottbekenner oder Gottgläu-biger; in besonderer Bedeutung ein Vernunstgläubiger,der entweder gar keine Offenbahrung, oder nur eine sol-che annimmt, wodurch zu dem Inhalte der natürlichenGotteslchre nichts hinzugefügt wird. Ueber Kants Er-klärung des Worts sieh. Deismus.
De jure , von Rechtswegen.
Delabremem (spr. Delabr'mang), die Zerrüttung, derVerfall.
Delabrit, zerrüttet, verfallen, heruntergebracht.
Delassement (spr.Delafs'mang), die Entmüdung. Wol-ke. Sonst auch die Erholung,
Delassiren, Franz, delasser , entmüden. „Um sich zucntmüden." Wolke. Sonst auch erholen.
Delatioil, die Angabe oder Angeberei. Delatio iura-menti, die Zuschicbung des Eides.
Delator, ein Angeber oder Zuträger. ,
Delatorisch, angeberisch.
Delectation, die Ergetzung.
Delectiren, vergnügen, ergehen.
Delegiren, ab-ordnen. Delegirte, Abgeordnete.
Deliberation, die Berathschlagung.
Deliberiren, berathschlagen, überlegen. Ad delibe-randum nehmen, in Ucbcrlegung nehmen, um darüberzu berathschlagen.
Delieat, 1. zart oder zärtlich; z. B. eme solche Gesund-heit; 2. fein, z. B. ein solcher Geschmack; ,g. empfind-lich, z. B. eine solche Leibcsbcschaffenhcit, die man aberauch eine zarte nennen kann; lecker oder leckerhaft; z.B. eine solche Speise, und ein solcher Mensch. Peter-scn sagt bei Gelegenheit dieses Wortes in den Beiträ-gen zur weit. Ausb. der Deutsch. Sprache: „In mei-nen Auszügen aus ältern Deutschen Schriften finde ich,ein ohrenzartes Frauenzimmer. Fischart. Sollte nichtdieses Wort, mindestens in der leichtern, scherzendenSchreib-art,'in gewissen Verbindungen eine Stelle ver-dienen?" Warum nicht? Es ist sprach-ähnlich gebildet,und sagt mit Einem Worte, was zart am Gehör mitdreien sagt. Man könnte auch gaumcnzart für zart amGaumen oder delieat, insofern es leckerhaft heißt,bilden. Ein delicater Mensch, ein Zärtling oder Weich-ling. Zuweilen wird delieat auch für mißlich oderkihlich gebraucht, wie wenn man sagt: Es ist eine de-licate Sache; sie will mit spitzigen Fingern angegriffensein. In diesem Zusammenhange kann man häklich da-für sagen, welches Bode, ich weiß nicht warum, inheiklich verwandelt hat: „Es ist ein heikliches Unterfan-gen." Ein delicater Mensch in allgemeiner sittlicherBedeutung ist ein zartfühlender, wofür man, wenn manwollte, auch ein zartfühliger sagen könnte. S. Dell-eatesse.
Delicatesse, i. im Allgemeinen, die Zartheit, und diöFeinheit; z. B. die Zartheit seiner Gefühle, die Zart-heit seines Pinsels; 2. in sofern ein zartes Gefühl, oderzarte Empfindungen darunter verstanden werden, Zart-gefühl. Es ist seinem Zartgefühle zuwider. Dieses Worthat seit sechs Jahren, da ich es zum crstcnmahle auf-stellte, ein schnelles und allgemeines Glück gemacht. Manstößt jetzt fast in jedem neuen Buche darauf, wo sich Ge-legenheit es anzubringen fand; und selbst einige unsererersten Schriftsteller haben es angenommen:
Den Muth, der ihn beseelt,
Durch Zartgefühl und Menschlichkeit zu dämpfen.
W i e l a n d.
Rüdiger hat auch ein Beiwort, zartfählig, davon ab-geleitet: „Jenes zartfühlige Fräulein." Es wird De-
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