Cujo
Galt
Cult
Cur
2Z2
Cujonnerie, Franz. Coionnerie. S. dieses.
Cujonniren. S. Coyonniren.
Culbutiren (spr. külbütiren), im gemeinen Leben purzelnoder einen Purzelbaum schießen; edler fallen, gestürztwerden.
Cul de Paris (spr. Küh dcParih), eine Weibertracht, dievor einigen Jahren herrschend war, und die in Küssenoder Polstern bestand, welche die Frauenzimmer unterden Röcken trugen, um sich einen stattlichen Aster zumachen. Ein falscher Steiß oder Aftersteiß, ein Pa-riser Steiß.
Culmination, bedeutet in der Sternkunde das Durchgehender Sterne durch den Mittagskrcis, weil sie in dem Au-genblicke dieses Durchgangs den höchsten Punkt (Cul-men) ihres täglichen Umlaufs erreicht haben. Mankonnte auf Deutsch vielleicht der Gipfelschwung dafürsagem
Culminiren. S. Culmination.
Culpabel, schuldig.
Culte (spr. Kult'), LatCultus, die (öffentliche) Gottes-verehrunff - Dieser Deutsche Alisdruck wurde, so- vielich weiß, zuerst von Basedow'n gebraucht, der aufdas Unschickliche des Worts Gottesdienst aufmerksammachte. Wenn man unter jenem fremden Worte nurdie-äußern Gebräuche bei den öffentlichen Gottesvcreh-rungcn versteht: so kann man Kirchengcbrauche dafürsagen. Hier ist auch das Wort Gottesdienst oft an sei-ner rechten Stelle weil dergleichen Gebräuche oft nurals ein Herrendicnst angesehen und verrichtet werden.
Cultivateur (spr. Kultiwatöhr). Dieses Wort wird fürunübersetzbar gehalten, weil es vornehmer klingen soffals die ihm antwortenden Deutschen Wörter. Es wäreaber sehr zu wünschen, daß das gute Deutsche WortBauer, welches eben das sagt, von den unedlen Ne-benbegriffcn, die man damit verbunden hat, möchte ge-rcinigek werden können. Dazu scheint nun aber vor derHand freilich noch keine Hoffnung zu sein, weil man andie Veredlung des dadurch bezeichneten Standes nochnicht gedacht hat, und auch wol künftig so bald nochnicht denken wird. Wir bedürfen also jetzt allerdingsnoch eines andern Worts für Cultivateur. Es scheinthiezu nur crfodcrt zu werden, daß man das einfacheDauer in eine Zusammensetzung —- Landbauer, Gar-tenbauer — verwandelt, weil es das ihm anklebendeUnedle dadurch alsobald verliert. Wir haben aber auchPssanzer und Landwirth, zwischen welchen der Sprach-gebrauch den Unterschied eingeführt hat, daß jenes nurden Besitzer eines Landeigenthums in entfernten Welt-theilen, dieses aber den einheimischen Cultivateur be-zeichnet. Eberhard hat zwischen Ackermann, Bauetund Landwirth folgende Unterschiede entwickelt: „EinAckermann ist derjenige, dessen Hauptgeschäft der Acker-bau ist, er mag in derStadt oder auf demLande wob-nen. DerLandwirth und Bauer wohnen aber nur dem
Lande, und sind so verschieden, daß das Wort Bauerzugleich den Stand anzeiget. Der Landwirth kann auchein Edelmann, und der Ackermann ein Bürger sein.Das ist wol die Ursache, warum Ackermann eine glimpf-lichere Benennung für Bauer ist, weil jenes bloß dieBenennung des Geschäfts ist, dieses aber zugleich denStand des Bauern bezeichnet, welcher geringer ist alsder Stand des Bürgers, zumahl in den ältesten Zeitender Lehnsverfassung, und noch jetzt an solchen Orten,wo der Bauer leibeigen ist."
Cultiviren, bauen, anbauen, urbar machen; und un-eigentlich, bilden, ausbilden. Ein cultivirter Mensch,ein gebildeter.
Cultur, i. von Ländereien gebraucht, Bau und Anbau,das Urbarmachen. Der Gctraidebau, der Seidenbau.Der Anbau dieser Wüstenei geht langsam von Statten;L. uneigcntlich vom menschlichen Geiste, und von Völ-kern gebraucht, die Bildung, Geistesbildung, Ausbil-dung, der Geistcs-anbau, die geistige Entwickelung.Man kann auch Anbau schlechtweg in dieser uneigentli-chen Bedeutung gebrauchen. Rüdiger bemerkt, daßCultur zuweilen in beiden Bedeutungen zugleich genom-men werde, wie z. B. wenn von der bessern CulturRußlaudes seit Peter dem Großen die Rede ist. Indiesem Falle können wir bestimmter der Land- undGeistes-anbau dafür sagen. Für falsche Cultur habenwir Mißbildung, auch Verbildung, und das Verbil-den. „Denn jener kann leichter verbildet und auf fal-sche Wege gestoßen werden." Göthe. Für den erstenGrad der Bildung hat Klopstock das Wort Entbar-barung gebraucht: „Dadurch bringt es unsere Sprachedoch wol nicht weit in der Enlbarbarung."
Cumulation, die Anhäufung. Cumulatio, actionum ,die Klagenhaufung; wenn in einer Klageschrift mehreKlagen zugleich vorgetragen werden.
Cunetiren, zaudern. Cunctator, der Zauderer.
Cupeiliren, edle Metalle durch Blei prüfen oder reini-gen. Encyklopädisches Wörterbuch.
Cupido, der Liebesgott.
Cupole, die Kuppel.
Cur, gedehnt ausgesprochen, i. wenn von äußern Schä-den die Rede ist, Heilung, oder das Heilen. Erhalteein Bein gebrochen; die Heilung (oder das Heilen) ginglangsam von Statten. 2 . Wenn aber von innern Krank-heiten die Rede ist, so weiß ich nichts besseres, als(mit den Herausgebern des Logau) das von diesemDichter gebrauchte, jetzt freilich veraltete, aber an sichgute Wort, die Arzung, vorzuschlagen. „Wir haben,sagt Lessing, dieses Wort mit Unrecht untergehenlassen; denn wir haben kein anderes dafür. Heilungkann nur von äußern Schäden gesagt werden; und dieCurirung, die Gesundmachnng—welche Wörter! DieHebung, die Vertreibung einer Krankheit also, in sofernsie das Werk des Arztes ist, wie soll man sie besser
nennen,