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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
215
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Cone

Cont

Contra indicans, in der Arzncikunst, eine Gegen-an-zeige, d. i. eine solche, dic den vorhergehenden Zeichender Krankheit widerspricht, und also eine Ab-änderungder Mittel nöthig macht.

Contraire (spr. kvngträhr), entgegengesetzt, widrig; z.B. ein^ solche Wirkung, ein solcher Wind u. s. w. Erist mir conträr, d. i. zuwider. Au contraire, imGegentheil.

Contramandiren. S. Contremandiren.

Contrapunct, Jtal. Contrapunto, in der Tonkunst,bedeutet nach seinem Ursprünge, die Kunst, zu einemgegebenen einstimmigen Choralgcsange noch eine odermehrere (mehre) Stimmen verfertigen. Weil die alternLonsetzer sich anstatt der jetzt gebräuchlichen Noten bloßerPunkte zur Bezeichnung der Tone bedienten, jo wurderin einstimmiger Gesang durch eine Reihe Punkte, aufverschiedene Linien gesetzt, ausgedruckt. Um also noch<llne Stimme dazuzusetzen, mußte gegen diese Reihe nocheine andere, und also gegen jeden Punkt noch einer ge-setzt werden. Daher ist es gekommen, daß man mitdem Worte Contrapunkt auch das Setzen selbst, oderdie Kunst des Satzes bezeichnet hat. In engerem Ver-stände aber bedeutet es die besondere Art des Satzes,nach welcher die Stimmen gegen einander können ver-wechselt, und ohne Veränderung ihres Ganges höher odertiefer gesetzt werden, so daß jeder Ton um eine Dctave,None, Decime u. s. f. höher gesetzt wird. Der Contra-punkt im wettern (in weiterem) Sinne, bei dem aufkeine Verwechselung gesehen worden, wird auch der ge-meine oder der einfache, der andere, dessen Stimmenzur Verwechselung eingerichtet sind, der doppelte oderüberhaupt der vielfache Contrapunkt genannt, jenach-dem zwei, drei oder mehr Stimmen zur Verwechselunggeschickt sind." Sulz er. Contrapunkt in allgemeinerBedeutung ist also die Setzkunst, in besonderer, dieStimmenvcrwechselungskunst, oder dieKunst des Stim-menwcchsels. Reichardt setzt harmonischer (zusam-menstimmender) Satz dafür an; Eschcnburg mehr-stimmiger Tonsatz; fügt aber hinzu rHiedurch würdejedoch die mehrfache Bedeutung dieses Worts nicht er-schöpft, welches vornehmlich das Tonverhältniß in denverschiedenen Stimmen, nach den Regeln der Setzkunst,und die Beobachtung des Verhältnisses bedeutet."

Contrariiren, entgegensein, entgegenarbeiten oder wirken.

Contrarium, das Gegentheil.

Cousrasigniren, heißt gegenzeichnen, d. i. eine schonunterzeichnete Schrift, zu größerer Beglaubigung, nochmit einer Gegen-unterschrift, neben der ersten, versehen.So wird jede landesherrliche Verordnung, der königli-chen oder fürstlichen Unterschrift gegenüber, von einemStaatsministcr unterzeichnet.

Contrast, der Abstich. Man sieht nicht, wie A d. die-ses gute, jetzt allgemein gebräuchliche Wort unter dieungebräuchlichen rechnen und als solches bezeichnen konn-

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te. Abstechung, welches er dafür, als das gewöhnli-chere angesetzt hat (und welches freilich auch einige Schrift-steller von Ansehen, z. B. Kant und Sonnenseis,dafür gebraucht haben), sollte nur die Handlung des Ab->stcchcns bezeichnen.

Contrastiren, i. abstechen; 2. abstechen lassen odermachen, und in Abstich bringen. Man sagt nämlichauch: der Mahler, der Dichter, contrastirt zwei Figu-ren, zwei Personen mit einander. Für diese Bedeutungdes Worts haben wir absetzen:Schönheiten, die allevon Einer, oder doch von nahe verwandter Art und nichtgenugsam (genug) gegen andere abgesetzt sind." Dusch,Was wir an andern am meisten bewundern, Schön-heit und Reiz, sind in ihr nur die Schatten, ein grö-ßeres Licht dagegen abzusetzen." Lessing. Moritz,

welcher diejenigen Grundsätze der Bevölkerung, welchehin und wieder in Staaten befolgt werden, und ver-möge welcher man nur die Vermehrung der Köpfe, ohneHinsicht auf die Beschaffenheit derselben, beabsichtiget,auch auf die Sprache anwenden zu wollen schien, vor-langte, daß auch den Wörtern Contrast und contra-stiren das Bürgerrecht ertheilt würde, ungeachtet beide,besonders das letzte, durch seine undeutsche Betonung,unsere Sprach-ähnlichkcit verletzen, und beide dem Deut-schen, als Deutschen, auch nicht Einen Laut hören las-sen, mit dem er irgend eine Vorstellung zu verbindengewohnt ist. Es ist unbegreiflich, wie ein so geschmack-voller und denkender Sprachforscher von solchen Wörternbehaupten konnte,daß sie dis sind seine eigenen Wor-te den guten Deutschen Ausdruck nicht entstellten."Was entstellt ihn denn?

Contrasubject, Lat. Contrasubjectum, in der Ton-kunst, der zweite untergeordnete Satz in derFuge, durchdessen Hinzukunft zu dem Hauptsätze Doppelfugcn ent-stehen. Eschcnburg sowol, als auch Reich ardt,setzt Gegensatz dafür an.

Contratöne, die tiefsten Töne des Basses, unter demgroßen C. Eschcnburg.

Contravenient , der Ueber tretet.

Contraveniren , entgegenhandeln, übertreten, gesetz-oder vertragswidrig handeln.

Contravention, die Uebertretung, das Entgegenhan-deln. In casum contraventionis, im Uebertretungs»falle.

Contraviolon, die größte Baßgeige.

Contre-approchen (spr. Kongterapproschen), in derKriegskunst, Laufgräben, wodurch die Belagerten denLaufgräben der Belagerer entgegenarbeiten. Wenn wirulso für Approchen Annaherungsgraben sagen wollen,so sind die Contre-approchen Gegen -annaherungs-graben.

Contrebalanciren (spr. kongtrebalangßiren), die Wagehalten.

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