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Cont
Coiit
lich die Vorstellung, die wir von einer körperlichen Formvermittelst des Gefühls undBctastcus erhalten. Es isteine bloße Täuschung, nicht unserer Sinne, sondern desvoreiligen Urtheils, wenn wir den Contour eines Kör-pers (z. B. der Sphären, wovon hier die Rede ist) zusehen glauben. Bevor wir ihn durch das Gefühl aus-getastet, haben wir von seiner Form nur eine sehr man-gelhafte Vorstellung , weil uns das Auge nicht mit derDichtheit, Rundung, Eckigkeit, Glatte, Rauhhcit u.s. w., sondern bloß mit der Heller oder dunkler gefärb-ten Oberfläche der Körper bekannt macht." Allein r.hat der Deutsche Sprachgebrauch dem Worte Umriß schonwirklich die Bedeutung gegeben , welche das FranzösischeContour hak. Man gebraucht es nämlich, sowol dieäußersten Linien einer Zeichnung, als auch die Schran-ken eines Körpers, d. i. die Form desselben zu bezeichnen,daher auch Sulz er in seinem Wörterbuchc nur denArtikel Umriß, und keinen mit Contour überschriebc-nen, hat, und in Jakobsons Technologischem Wör-buche bei dem Worte Contour nur auf Umriß verwie-sen wird. Die Verfasser der Franz. Wörterbücher wis-sen für Contour auch kein anderes Wort, als Umrißanzugeben; doch hat Eatcl in dem Wörterbuche derFranz. Acadcmic auch Umfang und Bezirk dafür ange-setzt, aber nur für die R. a. le contour d’une colon-ne, der Umfang einer Säule, le contour de Paris,der Bezirk der Stadt Paris. — Eius gilt also, demSprachgebrauche nach, schon wirklich für das andere. 2.Läßt sich von dem Umrisse eben das sagen, was Wie-land von dem Contour behauptet, daß er nämlichnicht bloß gesehen, sondern auch (mit der Einbildungs-kraft wenigstens) gefühlt werden müsse, wenn man einevollständige Vorstellung davon haben will. „Der ganzeUmriß besteht nämlich aus unzähligen krummen, aus-und eingebogenen, mehr oder weniger gekrümmten, undimmer in einander fließenden Linien," (S. Sulzer.)deren Verhältniß zu einander eben so sehr ein Gegen-stand des Gefühls, als des Gesichts, wenigstens voll-ständiger durch beide zugleich, als durch das Gesicht al-lein, erkannt wird. Daher redet man ja auch in derKunstsprache der Mahler von steifen, harten, scharfen,trocknen, schneidenden, markigen und sanften Umris-sen, lauter Eigenschaften, die nicht aufs Gesicht, son-dern aufs Gefühl Bezug haben.
Ich glaube daher, daß wir in jedem Falle, ohne Be-denken, Umriß für Contour gebrauchen können. Wünschtman aber dennoch einen besondern Ausdruck für Con-tour, wodurch zugleich angedeutet werden kann, daßdie Messung durchs Gefühl und nicht durchs Auge ge-schieht, so bietet uns unsere Sprache das gute WortUmfang dafür an, welches ein Umsahen oder Umfan-gen durch Hülfe der Arme oder Hände bezeichnet. Indem oben angeführten Verse aus Musarion hätte derDichter, wie es scheint, dieses Deutsche Wort Umfang
recht gut gebrauchen oder auch für den wallenden Con-tour füglich die wallende Runde (Ründung) oder Wöl-bung sagen können.
Coiitouriren ( spr. konturiren), oder contourniren,Franz, contournor, den Umriß machen, und zwar nachden Regeln der Kunst, nach welchen dabei nichts abge-setztes, eckichles, scharfes oder rauhes erscheinen, son-dern alles sanft und wellenförmig in einander fließen muß.Die Wörter fünden und abrunden werden den Begriffin den meisten Fällen hinreichend bezeichnen können. Einreizend eontournirter Busen, wie Wieland ihn be-schreibt, ist nichts anders als ein schön gegründeter.
Contournirt, schlechthin und ohne näher bestimmendenZusatz gebraucht, bezeichnet in der Sprache der Künstlerdenjenigen Fehler eines Kunstwerks, da der Verfassereine zu große Einfachheit durch ungeschickte Künsteleienzu vermeiden suchte; also verkünstelt. Eine verkünstelteStellung der Personen eines Gemähldes, eine verkün-stelte Schreib-art. Contourne, pris absolument,se dit de ce qui est de travers, maltourne (schief).Une tadle contournee. Dict. de l’academie fran-coise.
Contract, 1. als Sachmort, der Vertrag, die Ueber-einkünste; 2. als Beiwort, gliederlahm. Zu demLa-teinischen Sachworte Contractus sind in der Rechtsspra-che folgende Beiwörter gebräuchlich: Contractus feu-dalis, der Lehnsvertrag;— emti oder venditi, derKaufvertrag; — locati und conducti , der Mieth-und Pachtvertrag ; —■ permutationis; der Tauschver-trag ; pignoratitius, der Pfandvertrag; — simulatus,der Scheinvertrag; — unilateralis , der einseitige; —-bilateralis , der zweiseitige oder doppelte Vertrag; —>stricti juris, ein Vertrag nach siremgem Rechte; —bonae fidei, ein auf Billigkeit gegründeter oder nachBilligkeit zu erklärender Vertrag.
Contraction, das Zusammenziehen, die Zusammenzie-hung.
Contr’alto, Haute oontre, (spr. Hoth'kontr') in der Ton-kunst, der Alt, die zweite Stimme, die tiefe Weiber-stimme die höchste Männerstimme. R e i ch a r d t.
Contradicireu, widersprechen.
Contradiction , der Widersprich. Contradictio inadiecto, ist der Widerspruch eines Begriffs mit dem da-mit Verbundenen, z. B. kaltes Feuer. Wir können da-für ein Widerspruch des Zusammengeseßten oder derZusammensetzung sagen.
Contradictoriseh, widersprechend.
Contralissur, in der Wund -arzneikunst, ein Spalt, z.B. in der Hirnschale, an einer , dem Orte der Verletzungentgegengesetzten Stelle; also ein Gegenspalt.
Contrahiren, 1. zusammenziehen, 2. einen Vertragmachen, einig werden , übereinkommen. Die Con-trahenten sind die übereinkommenden Theile. Schul-den contrahiren, heißt Schulden machen.
Contra