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1 (1808) A - E
Entstehung
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Cons

Cons

Ich habe zugleich das Sachwort Folgerichtigkeit da-von abgeleitet.

Consequenz, die Folge. Zuweilen aber verstehen wirdarunter die Richtigkeit einer Folgerung, und da istes Folgerichtigkeit. Auch dieses Wort ist von sprachkun-digen Schriftstellern angenommen worden:Diese Be-hauptungen hatten doch wenigstens eine Art Zusammen-hang und Folgerichtigkeit." Rüdiger.Consequenzenmacher, ein Folgenmacher oder Folgen«ziehcr.

Consequenzrnacherei , diclln-art, aus den Reden undHandlungen anderer, durch Verdrehung ihrer Meinungoder Absicht, nachthcilige Folgen zu ziehen. Rüdigerhat Folgenzieherei dafür gebraucht. Allein Folgere! istkürzer, und, wenn mir recht ist, schon gebräuchlich.Sonst könnte man auch Folgenmacherci dafür sagen.

Conservation, die Erhaltung.

Conservatoren, werden an einigen Orten diejenigen ge-nannt, welche dazu bestellt sind, für die unverbrüchli-che Erhaltung und vorgeschriebene Verwaltung irgendeiner Stiftung zu sorgen. Das Wort bedeutet, Erhal-ter. Man könnte aber bestimmter Stiftungsvcrwalterdafür sagen.

Conserviren, erhalten. In der Sprache der großenDeutsch-französischen Welt sagt man: sie hat sich gutconservirt, und meint damit, sie habe nicht gealtert,sie habe noch ein blühendes Ansehen. Er wird sichnicht conserviren, soll sagen, er wird sich auf seinemPosten nicht halten können.

Considerable (spr. konsiderabl), beträchtlich; auch acht-bar oder achtungswürdig.

Consideration, die Betrachtung, der Betracht, die Er-wägung. Eil consideration, in Betracht. Oft meintman auch Achtung damit, z. B. ich habe es aus Con-sideration Ihrer oder gegen Sie nicht thun mögen, d.i. aus Achtung gegen Sie.

Consideriren, 1. betrachten, 2. achten oder schätzen,z. B. ein sehr considerirter Mann, d. i. ein sehr ge-achteter.

Consigniren, versiegeln, besiegeln.

Consilium abeundi, ist in der Sprache der Hvchschu,len etwas weniger, als die wirkliche Berweisung oderRelegation. Es bedeutet den Rath oder Wink, daßman wohl thun werde, sich zu entfernen, nur daß der-jenige, dem er ertheilt wird, ihn nicht nach Beliebenannehmen oder verwerfen kann, sondern ihn zu befolgengezwungen ist. Er hat den Rath zum Abziehen erhal-ten, könnte man sagen.

Consistent, dicht, fest, derb, dauernd oder haltbar,Bestand habend und bestandsam; letztes, wenn unterconsistent verstanden wird, daß etwas mit etwas an-derem bestehen könne, oder auch daß etwas auf die Dauerbestehe. Das Gegentheil ist bcstandlos.

Consistenz, die Dichtheit (wofür man ehemahls auch

die Dichte, wie die Blaue, Schwarze u. sim. sagte),die Derbheit, Dauer, Festigkeit, Haltbarkeit; auch derBestand, z. B. in der R. a. Bestand (Consistenz)gewinnen. Herder hat auch Bestandheit gesagt:Dadiesen Oden Wohlklang, Fortleikung und Bestandheitder Bilder fehlt." Er meint diejenige Eigenschaft derBilder, vermöge welcher sie sich zu einander arten oderpassen, so daß das eine nicht durch das andere aufge-hoben wird. Hier würde auch das Mahlerkunstwort,die Haltung, gepaßt haben.

Consistorium. Da wir eine Versammlung von Räthen,welche die Kirchen-angelegenheiten zu besorgen haben,darunter verstehen: so scheint Kirchenrath diesen Be-griff deutlich genug zu bezeichnen.

Consolant, tröstlich, trostreich, beruhigend.

Consolation, der Trost, die Tröstung, die Beruhigung.Es gereicht mir zum Troste oder zur Beruhigung.

Console; wir haben das Wort Kragstein dafür, welchesin der Baukunst einen aus einer Mauer hervorragendenKörper (Stein oder Eisen) bedeutet, der bestimmt ist,etwas zu tragen. Sonst könnte man auch Wandfustge-stell, oder kürzer Wandgestell dafür sagen.

Consolidiren, gründen oder begründen. ConsolidateSchulden ober Fonds, sind in England solche, fürderen Zinsenbetrag gewisse Staats-einkünfte angewiesensind; also gedeckte oder belegte.

Consoliien, trösten, beruhigen.

Consonant. Es war schon ziemlich allgemein gebräuch-lich, die Vocale Selbstlaute, und die ConsonantenMitlaute zu nennen, und in sofern nicht die Laute selbst,sondern die sie bezeichnenden Buchstaben gemeint wer-den, Selbstlauter und Mitlauter dafür zu sagen. Al-lein seit einiger Zeit ist die Richtigkeit dieser Benennun-gen bezweifelt worden. Meiner (in seiner Philoso-phischen oder allgemeinen Sprachlehre) war der erste,welcher die Meinung bestritt: daß die Vocale die selbst-tönenden Hauptlaute, die Consonanten hingegen nurmittönende Hülfslaute seien, wodurch jene nur genauerbestimmt werden sollen ; und Ad. wurde durch die Grün-de jenes scharfsinnigen Sprachlehrers bewogen, der Mei-nung desselben beizutreken.Daß die Consonanten,sagt dieser (in der Abhandlung Vom Ursprünge derSprache und Bildung der Deutschen Wörter) der we-sentlichste Theil jedes Worts sind, indem sie allein dieeigenthümliche Art des Lautes bezeichnen, dagegen die,Vocale nur dessen Höhe oder Tiefe ausdrucken; ist einSatz, der von fast allen Sprachlehrern und Philoso-phen umgekehrt worden, welche die Vocale für die we-sentlichsten Laute halten, bloß weil sie für sich selbst tö-nen, welches aber auch schon viele (?) Consonantenthun. Die ältesten morgenländischcn Völker waren vonder mindern Nothwendigkeit der Vocale schon dunkelüberzeugt; daher sie selbige auch bei ihren ersten Ver-suchen, mit Buchstaben zu schreiben, nicht mit bezeich-neten."