Print 
1 (1808) A - E
Place and Date of Creation
Page
204
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

204 .

Cone

Cone

vollends wird unter dem Entwurf eines Vergleichs ge-wiß vielmehr die Punctation, alS daS schon vollständi-ge concept verstehen. In diesem engern Sinne könnenwir also mit Entwurf und dein Zeitworte entwerfen fürconcipiren nicht ausreichen."

Dieser Einwurs lauft darauf hinaus, daß es einigeFälle gibt (wie z.B. wenn der Prediger von seinem Con-cepte, der Rechtsgelehrte von dem Concepte einesVergleichs redet), wo das Deutsche Entwurf nicht da-für zu passen scheint, weil man bei diesem DeutschenWorte in dem ersten Falle eher an die Disposition, alsan eine völlig ausgearbeitete und zu Papier gebrachtePredigt, und in dem andern eher an die bloße Puneta-tion des Vergleichs, als anöden ausgearbeiteten undbis zur Unterschrift fertigen Vergleich selbst denken wür-de. Dieser Einwurs ist zwar ganz gegründet; allein dieSprache bietet uns Mittel dar, ihn zu heben. Wirbrauchen uns nur dahin zu vereinigen, die Dispositioneiner Rede den Jnhaltsentwurf, und die Punctationeines Vergleichs die Vergleichspunkte zu nennenDcncnnungcn, welche ihren Gegenständen völlig ange-messen zu sein scheinen dann wird Entwurf künftignur noch für Concept, dessen natürliche Verdeutschunges ist, gebraucht werden können, und keinem Mißver-ständnisse weiter unterworfen sein. Den Unterschied zwi-schen einem minder und mehr ausgearbeiteten oder voll-endeten Entwürfe können wir durch dieBeiwörter erster,roher nothdürftiger und ausgearbeiteter, vollständiger,reifer oder vollendeter Entwurf bezeichnen. Das Zeit-wort entwerfen ist für concipiren schon längst allgemeingebräuchlich. Sollte es aber dennoch Fälle geben, woman mißverstanden zu werden besorgen müßte: so kön-nen wir auch abfassen und verfassen dafür sagen.

Wenn übrigens Rüdiger hinzufügt, daß er fürConcept Aufsatz eingeführt zu sehen wünsche, weil die-ses zwischen der bloßen Angabe oder dem Entwürfe, un'odem Reinen oder der Urschrift den rechten Mittelbegrifftreffend ausdrucke: so kann ich ihm darin nicht beistim-men. Aufsatz druckt jede zn Papier gebrachte Ausar-beitung aus. .Ob dieselbe schon ins Reine gebracht seioder nicht, läßt das Wort unentschieden.

Die R. a. aus dem Concepte kommen, heißt aufDeutsch: den Faden verlieren, in Verwirrung gerathenoder verwirrt werden, oder gar stehen bleiben.

Conception, die Empfangniß.

Concemiren, betreffen.

Concert, bedeutet i. das Zufammenfpielen mehrer Ton°spieler auf vielerlei Tonwerkzeugen. Man könnte daherTonspielverein dafür sagen, wenn dieses Wort nicht soschwerfällig wäre. Ferner bedeutet Tonspiel zwar Mu-sik überhaupt, aber es scheint doch auch, wenigstens ineinigen Fällen, nach der Aehnlichkeit mit Schauspiel,auch für Concert zu passen. Sollte man z. B. nichtvon jedermann verstanden werden, wenn man sagte: ich

bin heute im Tonspiele (wie im Schauspiele) gewesen?Wie siel das Tonspiel gestern aus? Ich für meinenTheil liebe ein gutes Tonfpiel mehr, als . ein mittel-mäßiges oder gar schlechtes Schauspiel. Man nenntaber auch 2. in einem andern Sinne Concerte gewisseTonstücke,worin sich Eine Stimme vorzüglich hörenläßt (80I0 spielt), und von Zeit zu Zeit mit dem ganzenOrchester finden Tutti- < 5 äfyen) abwechselt." E schen-burg. Für diese Bedeutung des Worts weiß ich nochkeinen Deutschen Ausdruck anzugeben. Für Concert-saal hat V 0 ß in der schwergereimten Ode das guteWort Klangsaal gebildet.

Concertiren, verabreden, besprechen.

Concertirend, in der Tonkunst, hervortretend, ausge-hvben, oft auch wettspielend. Eschen bürg.

ConeSL8ton, die Erlaubniß, die Vergünstigung.

Coneessionarius, Franz. Conce5sionaire (spr. Kong-ccffionär'), einer der die Erlaubniß etwas zu verferti-gen, oder mit etwas zu handeln, erhalten hat; einBegünstigter.

Coneetti (spr. Kontschctti), erkünstelter oder verschrobe-ner Witz. Eatcl hat Schimmerwitz dafür angesetzt;allein auch das Echte schimmert, und die Concetti sinderkünstelter, also unechter Witz. Flitterwitz würde dasSchimmernde und die Wcrthlosigkcit zugleich bezeich-nen. Allein da eben so oft unechter Scharfsinn, als un-echter Witz dabei im Spiel ist, so schlage ich den allge-mcincrn Ausdruck Flittcrschimmer vor.

Conchylien, Schalthiere.

Conchyliolog, ein Muschelkenner.

Conchyliologie, die Muschelkunde.

Conchoide, die Schneckenlinie.

Conciliabolum, eine Kirchenverfammlung, deren Mit-glieder der Irrlehre beschuldiget werden; die Jrrlehrer-versammlung. Eatel.

Conciliiren , vereinigen, z. B. verschiedene Meinungen.

Concilium, 1. eine Versammlung überhaupt, und 2. ei-ne Kirchenverfammlung insonderheit; 3. der Gerichts-hof einer hohen Schule, mit Einem Worte, ein Schul-gericht. Es ist nämlich zu wünschen, und von der fort-schreitenden Aufklärung unserer Zeiten zu erwarten, daßdas Wort Schule, wie sein ehrwürdiger Gegenstandselbst, die Nebcnbcgriffc, von Geringschätzung, wo nichtgar von Verachtung, welche unverdienter Weise daranhasten, immer mehr und mehr ablegen werde; und daßalsdann auch keine höhere Lchr-anstalt sich mehr schä-men dürfe. Schule zu heißen. Dann wird auch Schul-gericht für Concilium nicht mehr anstößig seyn.

Concipient, der Verfasser oder Schriftversaffer. Mankönnte auch Entwerfer dafür sagen. Der Entwerfer,Abschreiber und Verbreiter der Schmähschrift wrirdenentdeckt und bestraft.

Concipiren, 1. entwerfen, aufsetzen, verfassen; 2. em-pfangen, bei Thieren, trächtig werden.

Conci-