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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
139
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Avan

Auto

Ausbildung der Deutschen Sprache): daß wir mehre,mit selbst zusammengesetzte Wörter haben, bei welchenmir das Rückgängige (sich) hinzuzudenken schon gewohntsind, wie z. B. Selbstlob, Selbstmörder, Sclbstgua-ler, Selbstprüfung u. s. w. Das Wort ist ccho sprach-ähnlich gebildet, und scheint folglich unvcrwerflich zusein. Vielleicht ist es aber doch besser Selbstgetriebe da-für zusagen. Gettiebe ist Maschine, also Sclbstgetrie-be eine Maschine, die sich von selbst bewegt. Selbst-beweger hat C at el angenommen. - K i nd e rlinghat Selbsttriebweck dafür angesetzt, welches aber et-was schwerfällig und minder deutlich ist. Man ge-braucht Automat auch für Dummkopf oder Stroh-kopf. Es gibt aber doch Fälle (wicz.B. wenn Lafvn-tai ncns St. Julien sagt: ich stand da, wie ein Au-tomat) wo keins von diesen Wörtern paffen würde. Wiewenn wir hier sagten: ich stand da, wie ein leblosesGetriebe? S. Maschine.

Autonomie, die Unabhängigkeit von andern Gesetzen,als solchen, welche man sich selbst vorgeschrieben hat.Ich sehe nicht, was uns hindern könnte, das allgemeinverständliche Wort Freiheit, (mit dem Zusätze, die sitt-liche) welches doch im Grunde ebendasselbe sagt, dafürzu gebrauchen. In ältern Schriften kommt der fremdeAusdruck besonders in Bezug auf Religion vor: auto-nomia religionis ; was ist das aber anders, als Re»ligions- oder Glaubensfreiheit? Kant und seine Jün-ger reden viel von einer Autonomie des Willens, derausübenden ( practischen ) Vernunft, und verstehendarunter:Die Beschaffenheit des Willens , wodurchderselbe sich selbst (unabhängig von aller Beschaffenheitder Gegenstände des Wollen) ein Gesetz ist." T)b es ei-ne solche Beschaffenheit des Willens gebe (vermöge wel-cher er etwas bloß deswegen müßte wollen können, weiler es wollte), weiß ich nicht; aber das weiß ich ge-wiß, daß man wenigstens Deutscher, und für jedermannverständlicher reden würde, wenn man, statt jenes Gri-chischen Worts, sich etwa der R. a. bediente: DerWille bestimmt sich selbst (unabhängig von der Beschaf-fenheit seiner Gegenstände); der Wille ist sein eigenerGesetzgeber, und zwar ein so willkürlicher, daß er nichteinmahl auf die Beschaffenheit der Gegenstände, die erwill (ob sie nützlich oder schädlich, gut oder böse sind),Rücksicht nehmen zu dürfen glaubt!!

Amop8is, die eigene Ansicht, eigene Beobachtung.Wo ihm Autopsie ganz oder zum Theil abging," leseich in einem Stücke der Jen. allgem. Literaturzeitung.Warum nicht: Wo ihn die eigene Beobachtung ver-ließ , oder, wo ihm eigene Beobachtungen fehlten?In den Hören wird gesagt:Homer charakterisirt

mehre derselben so genau und avtoptisch, daß man wolsieht rc." Warum nicht: Er bezeichnet sie so genau, undzwar nach eigener Ansicht u. s. w.

Autor, Sät. auctor, der Schriftsteller, der Versaffcr, im

Allgemeinen, der Urheber. Moritz meint: man müsseAutor und Autorschaft beibehalten, weil man sonst nichtgut Autorstolz ausdrucken könnte, indem man sich un-ter dem Worte Autor, 'seiner ursprünglichen Bedeutungnach, vorzüglich den Begriff denke, daß jemand etwasaus sich selbst hervorgebracht habe. Allein diesen Begriffverbindet jetzt kein Mensch damit. Man nennt Autorjeden, der ein Buch geschrieben hat, er mag den In-halt auS sich selbst, oder aus den Werken anderer ge-nommen haben. Eben diesen Begriff verbinden wir mitdem Deutschen Worte Schriftsteller; und ich sehe da-her keinen Grund, warum wir nicht auch für Autor-stolz recht gut Schrifrstellerstolz sollten sagen dürfen.Für Autorschaft können wir bald Schriststellcrci oderSchriftstcllerschast, bald Schriststellerwürde gebrau-chen. Er entsagte der Schriftsiellcrci; er schämte sichseiner Schriftstcllerschast; er wußte sich viel mit seinerSchriststellerwürde.

Autorisiren, bevollmächtigen, berechtigen; ehemahlsbevollworten. Zuweilen auch für gut und recht erklären,d. i. rechtfertigen, z. B. in der R. a.ich mag einsolches Verfahren nicht durch mein Beispiel auto.isircn."H a l t a u s hat einen mächtigen für ihn autorisiren.

Autorität, i. das Ansehen; 2. die Macht und Ge-walt; z. B. mit öffentlicher Macht und Gewalt (Auto-rität) versehen sein. Die constituirten Autoritäten, wel-che jetzt in allen Zeitungen vorkommen, lassen sich füg-lich durch verfassungsmäßige Machthaber oder Staats-beamte verdeutschen.

Auxiiiartruppen, oder Auxiliairtruppen, sind Hülss-völker.

Avance (spr. Avangß'), der Vorschuß. In Avance sein,heißt bei Kaufleuten, etwas bei einem andern zu gutehaben oder in Vorschuß sein. Wenn z. B. der eine vondem andern coc> Rthl., der andere aber von ihm nur50 Rthl. zu fodcrn hat, so sagt man von jenem, er serin Avance, d. i. in Vorschuß. Die R. a. Avancenmachen wird auch von Frauenzimmern gebraucht, wel-che die ersten Schritte thun oder zuvorkommend sind,mit Licbes-außerungen vorangehen. Man hat auchckckeZuvorkommung, nach dem Muster von Bcwillkom-mung, dafür gebildet. A d. scheint nicht einmahl zu-vorkommen als ein besonderes Wort anzuerkennen, weiler es nicht in Reihe und Glied stellt, sondern nur bei-läufig unter zuvor, und zwar getrennt geschrieben (zu-vor kommen), anführt.

Avancement (spr. Aoangßmang), das Fortrücken zuhöhern Stellen, das Weiterkommen, das Emporstei-gen, die Beförderung.

Avanciren (spr. aoangßircn), 1. vorwärtsgehen, vor-wärtsschreiten , 2. fortrücken, weiterkommen, Fort-schritte machen, eine höhere Ehrenstufe ersteigen, be-fördert werden, 3. vorschießen, z. B. einem hundertThaler.

S 2 Avanie;