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Anal
sammengelesene selbst. Man hat es Büchern, worinzusammengelesene Stellen Grichischer und LateinischerSchriftsteller aufgestellt wurden, als Titel vorgesetzt.Steüenfammlnng würde, scheint es, ebendasselbe sagen.C a t c l hat Bruchstückensammlung dafür gebildet. Umdis Wort etwas kürzer und für die Aussprache bequemerztt machen, möchte ich es lieber in Bruchstücksammlungverwandeln. Wir setzen ja ohnehin bei unsern Zusammen-setzungen das bestimmende Wort lieber in der Einzahl,als in der Mehrzahl. Aber warum nicht Bruchstückeschlechtweg? Daß diese Bruchstücke gesammelt sind, ver-steht sich ja wol von selbst.
Analeptisch, wiederherstellend oder stärkend, z. B. einsolches Arzencimittcl. Man bezeichnet besonders nerven-stärkende Mittel damit.
Analogie, die Ähnlichkeit, Gleichförmigkeit; oft aberauch die Achnlichkeitsregel, wie wenn man z. B. sagt:es ist wider die Analogie, es ist der Analogie gemäß.Analogia fidei , der Uebercinstimniungsgrund inGlaubenssachen, die Glaubens-ähnlichkeit. Analogiajuris, der Uebereinstimmungsgrund in Rechtssachen,die Rechts-ahnlichkeit. Die Analogie in der Spracheist die Sprach-ähnlichkeit, oder die Sprachgleichförmig-keit. Jenes hat Ad elung gebraucht, vielleicht auchdieses. Musterwortbildung, welches Moritz vorschlug,ist zu lang und schwerfällig. Für Analogum rationiskönnen wir etwas vernunft-ahnliches, das Vernunfl-ähnliche, oder auch das Vcrnunft-ähnelnde sagen. Einanalogischer Schluß oder Beweis ist ein Schluß oderBeweis aus dem Gesetze der Aehnlichkcit, aus derAchnlichkeitsregel.
Analogisch , in der Svrachlehre, sprach-ahnlich , derSprach-ahnlichkeit oder der Achnlichkeitsregel gemäß.Das Gegentheil hat Klopstock wider-artig genannt. „Dasfremde Wort kommt den Deutschen wider-artig vor."
Analogue (spr. analohg'), angemessen, passend, paßlich.
Analyse, die Auflösung, Entwickelung, Auseinander-setzung, Zergliederung. In der Philosophie wird dieAuseinanderlcgung oder Zergliederung derBegrissc dar-unter verstgnderi; so wie unter Lynthesis die Verbin-dung oder Verknüpfung derselben. S. Analytisch.
Analysten, auflösen, zergliedern, zerlegen, auseinan-dersetzen oder legen.
Analytic(Lat.Analytica), heißt in der Kantischcir Schu-le derjenige Theil der Vcrnunftlchre (Logik), der daSganze formale (d. i. von dem Inhalte und den Gegen-ständen der Vorstellungen unabhängige) Geschäft des Ver-standes und der Vernunft in seine Urstoffe (Elemente)auflöset. Also mit Einem Worte: die Auflösungs- oderZergliedcrungslehre. — Unter Analytic der Wegrisseversteht man in eben dieser Schule: das Zurückführen derBegriffe auf ihr Werden oder Entstehen in dem ursprüng-lichen Verstandesgebrauchc; oder, um mich der eigenenWorte dieser Schule zu bediene»: „die Zergliederung des
Anal Anaf
Verstandesvcrmögens, um die Möglichkeit der Begriffe apriori dadurch zu erforschen, daß wir sie im Verstände al-lein, als ihrem Geburtsorte, aufsuchen, und dessen reinettGebrauch überhaupt analisiren." Mcllins Kunstspra-che der Kantischen Philosophie. Warum denn also nichtdie Verstandcszergliederung, oder die Zergliederung derVerstandeswirkungen, oder die Entstehungslehre dervon der Erfahrung unabhängigen Begriffe.
Analytisch und synthetisch, auflösend oder zerglie-dernd, und verbindend oder zusammensetzend; weilnach analytischer Methode Begriffe in ihre Bestandtheilezerlegt oder aufgelöset, nach synthetischer hingegen Be-griffe, welche nicht ihrer Natur nach in einander liegen,oder zu einander gehören, verbunden werden. In dersogenannten kritischen (markscheidenden) Philosophie wirddas analytische Urtheil das erläuternde, das syntheti-sche hingegen das enveiternde (auch das Verknüpfungs-und Erweiterungsurtheil) genannt; weil jenes zum In-halte der Erkenntniß nichts hinzuthut, sondern denselbennur zergliedert oder auseinandersetzt, dieses aber die ge-gebene Erkenntniß vergrößert, indem es zu den Begrif-fen Merkmahle hinzufügt, welche nicht schon darin ent-halten waren oder nicht von selbst dabei gedacht wurden.Das Urtheil z. B. die Körper haben Ausdehnung / istein analytisches; weil Ausdehnung schon in dem Be-griffe des Körpers wesentlich enthalten ist, folglich zu ^diesem Begriffe durch jenes Urtheil nichts hinzukommt .was nicht schon darin lag. Aber das Urtheil: die Kör-per sind schwer, wird ein synthetisches genannt; weil dieSchwere eine Eigenschaft der Körper ist, die nicht wesent-lich zu dem Begriffe derselben gehört, die also zu diesemBegriffe erst hinzugedacht werden muß. Dort wird alsoder Begriff nur zergliedert, auseinandergelegt oder er-läutert, hier hingegen erweitert oder mit Merkmahlenverknüpft, die noch nicht in ihm lagen.
Aliapest, in der Verskunst, ein Fuß, der aus zwei kur-zen und einer langen Silbe besteht.
Anapher (anaphora) , in der Redekunst, eine Figur, wel-che darin besteht, daß mehre-einzelne Sätze oderGlicder-sätze (Perioden) hintereinander auf einerlei Weise, ch i.mit einerlei Worten oder einerlei Wörtern ansangen.
Anarchie. Eigentlich Reglerungslofigkeit; allein diesesWort ist selbst nicht reindeutsch. Wo Anarchie ist, da sindoder gelten keine Gesetze; es ist also ein gesetzloser Zu-stand, mit Einem Worte, Gesetzlosigkeit. Dieses Wortscheint daher füglich dafür gebraucht werden zu können. .Das fremde Wort einzubürgern, wie Moritz rieth, istum so weniger rathsam, weil der Begriff, welcher da-durch bezeichnet wird, auch für die untersten Volksklas-sen zu wichtig ist, als daß wir eines allgemeinverständli-chen Ausdrucks dafür entbehren könnten. Klopstockhat einmahl in einer Ode Ungesetz dafür gesagt:
Ha! die Alekto! Ungesetz ist ihr schrecklicher Name.
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