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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
112
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11 2 Ami An'ip

Amitis,'th Freundschaft. Bonamitie, in der Studen-tensprache, Brüderschaft.

Ammunition. Kriegcsvorrath, welches ich in der Preis-schrift dafür angesetzt halte, ist zu allgemein, und kannalles in sich fassen, was zum Kriege erfodcrt wird. BeiWchrgcralhe, welches Ki n d e rling vorschlagt, wür-de man sich eher den Inbegriff aller zum Kriege crfoder-lichen Waffen denken. Ammunition aber begreift nurPulver, Kugeln, Bomben, kurz alles dasjenige in sich,was zum Schießen aus dem groben und kleinen Gewehreerfoderl wird. Also Schießbedarf. Ad. hat Kriegs-bedürfnisse , wofür ich lieber Kriegsbcdarf sagen wür-de; allein auch dieses Wort ist zu weit.

Amnestie. Ich hatte Straf-erlassung und Schuld-erlas-sung dafür angesetzt. Dagegen erinnerte Rüdiger idüß beide Ausdrücke hart wären, und daß wir ein all-gemein bekanntes besseres Wort für Amnestie, nämlichVergessenheit, hätten, welches den Begriff so vollkom-men ausdrucke, daß es keiner andern Uebersetzung bedür-fe. Ich fand diese Erinnerung gegründet; glaubte aberdoch, daß das Wort Vergessenheit, um ganz zu passen,noch mit einer nähern Bestimmung versehen werden mussse, und schlug Schuldvcrgessenheit vor. Dagegen wand-te Affsprung (Beitrage zur weitem Sprach-ausbil-dung, St. V. S. 76) ein :In dem Worte Amnestieliege nicht das mindeste von Schuld; es druckt bloß einVergessen aus; auch könne eine unterdrückte ehrlichePartei wol eine Amnestie, nicht aber Schuldvergessen-heit annehmen. Auch diese Erinnerung stnde ich gegrün-det. Gleichwol will mir Vergessenheit allein doch auchnicht gefallen. Ich freue mich daher ein anderes Wortgefunden zu haben, welches mir bester als dieses undalle die obigen zu sein scheint. Abbt nämlich hat dasUneingedenken dafür gesagt:Sie erhielten das Ver-sprechen des Uneingedenkcns."

Amor, So häufig unsere neuern Dichter diesen Lat. 3 ?cj*wen auch gebraucht haben , so kann er doch, seiner ganzundculschen Endung wegen, nie das Deutsche Bürgerrechterhalten. Wir müssen, wenn wir Deutsch reden wollen,Liebesgott oder Gott der Liebe dafür sagen. Also auchLiebesgvtterchen für Amoretten.

Amortiren, amordsiren, tilgen, für nichtig er-klären.

Amortissement (spr. Amortissmang), oder Amortisa-tion, Tilgung und Tilgungsschein, die Vernichtungoder die Erklärung, daß etwas nichtig sei oder nicht gel-ten solle. Eine AmortissemsMskasse ist eine Tilgungs-kasse , d. i. eine zur Schuldentilgung angelegte Kasse.

Amphibie. Moritz setzte zweilebigt (sollte heißen zwei-lebig) dafür an; allein das würde eher ein Wesen , daszwemurhl lebt oder ein doppeltes Leben hat, als ein sol-ches bezeichnen, welches in zwei Elementen lebt. Anderehatten schon lange vor ihm beidlebig dafür versucht, wel-ches zwar dem Begriffe angemessener, aber auch etwas

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härter ist. Bcidlebicht würde vielleicht noch bezeichnen-der sein. W ag cner schlägt doppellebigvor. Allein auchdiese haben mit dem Grichischcn Worte Amphibie denFehler gemein, daß sie etwas als ein Merkmahl dieserThierklaffc angeben, was nicht allen darunter begriffe^neu Unter-arten zukommt. Es ist nckmlich bekannt, daßeinige sogenannte Amphibien bloß auf dem Lande, an-dere bloß im Wasser leben, und nicht für beides zugleichbestimmt sind. Die wesentlichen Unterscheidungszeichenfind: i, im Gegensatze mit den Säugelhicrcn und Vö-geln, daß sie kaltes Blut haben, und 2. im Gegensatzemit den Fischen, daß sie durch Lungen Athem holen,und nicht, wie diese, durch Kiefern. Allein es dürfteschwer fallen, ein Wort zu finden, welches diese beidenUnterfchridungsmcrkmahle in sich faßte. Acltere Natur-forscher sahen die Amphibien nicht für eine besondereThicrklasse absondern rechneten sie zu den Fischen. Gäl-te diese Eintheilung noch jetzt, so könnte man Lungen-fische dafür sagen. Allein auch diese Benennung würdezu enge sein, weil einige Amphibien nur auf dem Lan-de leben, folglich auch nicht Fische genannt werden kön-nen. Bis dahin nun, daß eine besondere Benennung ge-funden wird, müssen wir uns freilich bequemen, die Am-phibien entweder bcidlebige oder bcidlcbichte oder dop-pellebrge Thiere oder Geschöpfe zu nennen.Amphibolie, Zweideutigkeit, Doppelsinnigkeit. Kantredet von einer transscendentalen Amphibolie und Am-biguität, und versteht darunter die Verwechselung desBegriffs mit der Sache.Ambiguitas transceuden-talis, Amphibolia transcendentaiis, die Verwechse-lung des reinen Vcrstandcsobjccts mit der Erscheinung/"Als Beispiel einer solchen transscendentalen Amphibolieführt sein Erklärer, Mellin, Folgendes an:Wennman von zwei Wassertropfen, die ihrer Größe und Be-schaffenheit nach völlig einerlei wären, behaupten wollte,sie müßten entweder ein und ebenderselbe Wassertropfensein, oder diese vollkommene Achnlichkeit und Gleichheitsei nicht möglich: so gründet sich diese Behauptung aufeine Verwechselung der Erscheinung, die man Wasser-tropfen nennt, mit einem reinen Vcrstaridesobjecte, fürdas man den Wasscrtropsen nimmt. Denn es kann inder Erscheinung zu verschiedenen Zeiten an demselben Or-te, oder an verschiedenen Orten zu derselben Zeit, odckan verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten, ganz wolzwei völlig ähnliche und gleiche Wassertropfcn geben; dirBegriff von beiden ist darin freilich derselbe, und beidewerden nur durch Raum und Zeit von einander unter-schieden." Buchstäblich übersetzt, bedeutet Amphibolie:eine ttmherwerfung ^der ein Umherwerfcn, nämlich derBegriffe, aus einem Fachwerke (Tvpic) in das andere,aus dem rechten in das unrechte,

Amphibradius oder Amphibrachys, in der Dicht-kunst, ein Versfuß, der aus drei Silben besteht, wovondie mittelste lang ist, die erste und die setzte aber kurz

sind.