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1 (1808) A - E
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Act

Aeti

Actu

lichkcitsregcl gemäß, Anthciliger bilden. Für Actienhan-del mußte man der Handel mit Antheilsscheinen sagen.Affsprung bemerkt (Beitrage zur weit. Ausbild. derD. Sprache. V. 75.) : Das? t»ic Appenzeller die auf Grund-stücke ausgestellten Schuldscheine (Obligationen), welchefast wie Actien gekauft und verkauft würden, Zedel nenn-ten; und meint, daß man dieses Wort auch auf Actienübertragen könne; Zedel der Dsiindischen Compagnie.Mein so müßte man im H.D. doch wenigstens Zettel sa-gen. Wir haben aber ein anderes gutes Deutsches Wort, Stocks welches für Aktien in einigen Fallen wenig-stens, (wenn nämlich von den Englischen Staats - actien dieRede ist), schon langst gebraucht zu werden pflegt. DieEnglischen Stocks sind gefallen oder gestiegen, sagt man;und, er hat sein Vermögen in die Englischen Stocks ge-fegt. Warum sollte man ebendaflelbc Wort nicht auch inandern Fällen für Actien gebrauchen dürfen?Findest dudann, daß ihre Freundschaft und Achtung gegen dich, gleichnnslchern Stocks, bald steigen, bald fallen, jenachdemu.s.w." Theophron. Daß man dieses Wort bisher mcisten-theils nur auf die Englischen Actien beschränkte, rührt woldaher, daß man es für ein Englisches und für kein Deut-sches hielt. Allein es ist eher in der Deutschen, als in derEnglischen Sprache gewesen; und aus jener erst in diese,so wie auch in dieHollandische und Schwedische übergegan-gen. In den bei uns allgemein üblichen Ausdrücken Eier-stock, Bienenstock, der Almosen - oder Kirchenstock, auchin Viehstock und Kartenstock, wie man in einigen Gegen-den für Viehstamm oder Viehstand und für den beim Ge-ben übrig bleibenden Haufen Karten sagt, wovon im Fort-gang des Spieles abgenommen wird, liegt bei Stock eben-dieselbe allgemeine Bedeutung zum Grunde, die es hat,wenn es von Actien gebraucht wird, nämlich die einer Mas-se von Dingen einerlei Art, die zu einem gewissen Entzwc-cke. beisammen sind. Nichts scheint uns also zu hindern,Stocks künftig immer und in jedem Falle für Actien zugebrauchen, und z. B. man hat das zur Anlegung derWasserleitung erfodcrliche Hauptgeld (Capital) inStöckszerlegt; die Stocks dieser Handlungsgescllschaft sind sehrgefallen, ein Stockhandler, ein Stocksbesttzer, wie stehenheute die Stocks u. s. f. zu sagen, so daß uns das fremdeWort Actien künftig ganz entbehrlich sein würde. Nurwenn in der Einzahl von Einer Actie, oder von einer'be-stimmten Zahl von Actien (von zwei, drei, vier u.s.f.)dieRede ist, scheint das Deutsche Wort, weil es das Ganzeumfaßt, folglich nicht zur Bezeichnung der einzelnen Theilegebraucht werden kann,unpassend zusein. In diesem Fallemüßte man also wol sagen: er hat einen, zwei, drei odervier Stockszettel gekauft. Ucbrigens ist dieses Stocks einsvon denjenigen Wörtern, welche wir entweder gar nicht,oder mit dem N. D. Bicgungs-s der Mehrzahl gebrauchenmüssen. Denn in dieser Bedeutung die Stöcke zu sagen,ist, wie jedermann fühlt, des möglichen Mißvcrstandcs we-gen, unthunlich..

Action, Lat. activ, 1. im Allgemeinen, die Handlung. Je-de seiner Handlungen tragt den Stempel derRechtschaf-fcnhcit. 2. in der Kriegessprache, ein Gefecht. ZwischenScharmützel, Gefecht (Action), Tressen und Schlachtscheint der Sprachgebrauch den Unterschied festgesetzt zu ha-ben, daß diese Wörter sich nach dem Grade der Wichtigkeiteines kriegerischen Vorfalls richten, indem das erste den ge-ringsten, das letzte den höchsten Grad, die beiden mittlerenhingegen dieZwischenstufcn, und zwar in der angegebenenOrdnung bezeichnen. Action oder Gefecht wird auch alsein allgemeines Wort von jedem kriegerischen Auftritteüberhaupt gebraucht, bis man bestimmter angeben kann,ob nur ein Scharmützel, oder ein Treffen, oder gar eineSchlacht vorgefallen sci. Z. In der Naturlehre, die Wir-kung ; activ und reactio sind'Wirkung und Gegen- oderRückwürkung. So auch activ in ckistans, eine Wir-kung oder Handlung ins Entfernte oder in die Ferne,d. i. eineHandlung, wodurch in.einem entfernten Gegen-stände etwas gewirkt würde, ohne daß zwischen dem wir-kenden Wesen und dem enssernten Gegenstände Zwifchen-ursachen vorhanden waren, durch welche die Wirkung biszu diesem fortgepflanzt würde. Ueber die Möglichkeit oderUnmöglichkeit solcher Handlungen ist bekanntlich unnöthi-ger Weise viel gestritten worden. 4. In den Künsten undschönen Wissenschaften wird es gleichbedeutend mit Hand» 'lung und Leben gebraucht. Es ist zu wenig Handlung indiesem Stücke. Es ist gar kein Leben in dieser Landschaft.Ehemahls gebrauchte man Action auch für Schauspiel;daher Staats-action ein Schauspiel, worin Staatsbegc-benheiten dargestellt werden. In der Rede - und Schau-spielkunst insbesondere wird es auch für Gcberdensprachcoder körperlichen Ausdruck genommen. 6. In der Deutsch-lateinischen Rechtssprache heißt ^.ctio eine Klage.

'Activ , thätig, geschäftig, wirksam oder wirkend. Deractive und passive Zustand, der wirkende und der lei-dende. Activschulden oder Activa sind ausstehendeSchulden oder Foderungen, entgegengesetzt den? 38 si-vis oder?a88ivfchulden, wofür wir Schulden schlechtwegsagen können. Er hat beim Ankauf der Handlung die Fo-derungen und Schulden derselben (dic activa und passi-va) mit übernommen. Activhgndel wird derjenige ge-nannt, da man eigene Erzeugnisse ausführt, und fremde db^-für eintauscht. Ich sehe nicht, was uns hindern könnte,thätiger Händel, im Gegensatze des unthätigen (passiven),da man alles für Geld einkaufen muß, dafür zu sagen. Denletzten könnte man auch einen leidenden Handpl nennen.

S. ?A88iV-

Activität, die Thätigkeit, Wirksamkeit, Geschäftigkeit,Strebfamkeit. Er ist ein Mann von unbegränzter Streb-samkeit in Geschäften. Seine Geschäftigkeit ist unermüd-lich. Hier ist alles jetzt in großer Thätigkeit. Seine Wirk-samkeit übersteigt das Maß seiner Kräfte.

Actfice, spr. Aktrieß, die Schauspielerinn.

Actuaäus, der Gerichtsschreiber.

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