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1 (1808) A - E
Entstehung
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87
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Abst

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A cap

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Moritz besorgt, daß abgezogen einen sinnlichen Neben-begriff erwecken möchte. Ich kann weder jenes Urtheil,noch diese Besorgniß gegründet finden. Abgezogen istwenigstens völlig eben so bequem und schicklich, als dasLat. Wort abstract, weil es eine buchstäbliche Überse-tzung von diesem ist; und eben deswegen sogar beque-mer, als abgesondert, weil es unmittelbarer, als dieses,an abstract erinnert. Daß es ein uneigcntlicher Aus-druck ist, kann nur von demjenigen getadelt werden, dernicht weiß oder nicht bedenkt, daß alles Geistige undUeberfinnliche in allen Sprachen nur durch uneigentliche,von sinnlichen Dingen übertragene Wörter bezeichnetwird, und nothwendig bezeichnet werden muß. Ucbri-gens ist abgezogen für abstract nunmehr schon so allge-mein verbreitet und angenommen, daß man nicht begreift,wie A d., selbst noch in der neuen Ausgabe seines Wör-terbuches , sagen kann:daß andere dasür mit bessermErfolge abgesondert gebraucht haben." Eberhard (inder Synonymik) setzt folgenden Unterschied zwischen ab-sondern und abziehen fest:Das Absondern gewisserBestimmungen geschieht, sowol indem ich sie nicht mit-denke, als indem ich sie allein denke; das Abziehen hin-gegen, bloß indem ich sie allein denke. Ich sondere in derGeometrie von den Körpern die Schwere ab, indem ichsie nicht betrachte; ich ziehe hingegen die Ausdehnungund Figur davon ab, indem ich sie allein betrachten will.Abgezogene Begriffe sind daher nothwendig allgemeineBegriffe; abgesonderte können auch einzelne sein, wenig-stens in derjenigen philosophischen Sprache, worin mauauch einzelne Begriffe oder Begriffe von einzelnen Din-gen annimmt. Da hier also in den Sachen etwas zuunterscheiden ist, so ist es oortheilhaft, daß wir mehr alsEin Wort haben, und das Wort absondern, mit Ver-werfung des Worts abziehen, nicht, wie A d e l u n g will,allein in die Sprache aufnehmen. Der Unterschied derBegriffe, die beide Wörter anzeigen, ist auch in andernFällen sühlbar. Durch das Absondern alles Fremden undUebcrflüffigen erhält der Vortrag Genauigkeit und Prä-cision (Bestimmtheit); durch immer weiter fortgesetztesAbziehen der Begriffe wird er zu allgemein, und dasmacht ihn dunkel." Da ein abstracter Begriff, seiner Na-tur nach, auch zugleich ein allgemeiner ist: so kann manoft füglich den einen Ausdruck für den andern setzen,und allgemein statt abgezogen sagen. Also auch für inabstracto, im Allgemeinen, oder abgezogen betrachtet.Daß diesem entgegengesetzte in concreto läßt sich durchangewandt und einverleibt, oder in der Anwendung undin der Einverleibung geben. Zuweilen wird abstract ge-braucht , wo man tiefsinnig sagen will und sagen sollte,z. B. er ist ein abstracter Kopf; diese Auseinandersetzungklingt sehr abstract, sehr tiefsinnig. In diesem Verstän-de mit Lav a t e r'n abgezogen zu gebrauchen (Der ab-gezogenste Denker."), würde unpäßlich klingen.

Abstraction, die Abziehung oder das Abziehen; so auchdas Abziehungsvermögen f. das Abstraktionsvermögen.

Abstractionsvermögen, das Vermögen abgezogene Be-griffe zu bilden. Kant redet auch von einem sinnlichenAbstractionsvermögen, und meint damit die Einbil-dungskraft, insofern diese, nach mehren ähnlichen Ein-drücken von sinnlichen Dingen Einer Art, sich ein allge-meines sinnliches Bild von diesen Dingen abzieht; z. B.das allgemeine Bild eines Pferdes, eines Hundes u.s. w.Das wäre also auf Deutsch ein sinnliches Abziehungs-vermögen.

Abstractum , das Abgezogene, ein abgezogener Begriff.

Abstrabiren, abziehen, absondern. S. Abstract. Wennman im gemeinen Leben von etwas abstrahiren sagt, sokönnte man füglich die Deutschen Redensarten: etwasaufgeben, fahren lassen, auf die Seite oder bei Seitesetzen und übergehen, dafür gebrauchen. Man sagt auch :abgesehen oder weggesehen von u. s. w. für: wenn mandavon abstrahirt.

Abstrus, die letzte Silbe gedehnt, dunkel, schwerverständ-lich; z: B. ein solcher Vortrag.

Absurd, ungereimt, abgeschmackt, lappisch.

Absurdität, die Ungereimtheit, der Widersinn.Wiekann man solchen Widersinn vereinen?" Ungenannter.

Abundant, reich oder reichlich, überflüssig, überschweng-lich.

AbundanL. S. Abondance.

Abüsiren (Franz. abuser), i. tauschen, hintergehen; imgemeinen Leben, hinter das Licht führen; 2. mißbrau-chen, oder Mißbrauch machen.

Abusive, oder per abusurn ( Franz, parabus), miß-bräuchlich.

Abusus , der Mißbrauch. Abusus non tollit usum, derMißbrauch hebt den Gebrauch nicht auf; durch Miß-brauch wird der rechte Gebrauch nicht unstatthaft gemacht.

Acacia, Schotendorn, weil dieser Baum theils dornich-ter Art ist, theils seinen Samen in Schoten oder viel-mehr in Hülsen trägt. Genauer würde man ihn daherwol durch Hülsendorn bezeichnen. Der gewesene MinisterWöllner schlug Sonnenbaum dafür vor, weil dieserBaum, wenn er gedeihen soll, viel Sonnenschein verlangt.In De la Veaux Franz. Wörterbuche steht die unrichti-ge Bemerkung, daß das Wort Acacia wie Akakia aus-gesprochen werde.

Academie. 1. In der Bedeutung einer gelehrten Gesell-schaft. Hier habe ich Gelehrtenverein dafür versucht.Der königl. Gelehrtenverein zu Berlin. 2. In der Be-deutung einer Künstlergesellschaft; wo man Künstler-verein dafür sagen könnte. Z. In der Bedeutung einerhohen Schule; s. Universität. Acacjemicien, spr. Aka-demißieng, ein Mitglied des Gelehrtenvereins.

A cappella, in der Tonkunst, octavenweise, bei großenHorumusiken u. dergl. Reichardt. Aber für Octaveselbst fehlt uns noch der Deutsche Ausdruck.

Acatbo-