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1 (1808) A - E
Entstehung
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84
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Abc

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Abba. Dieses Syrische, in der Bibel und in altern Erbau-ungsbüchcrn vorkommende Wort, welches Vater bedeu-tet, ist mit unserm Papa, ja mit Vater selbst, so wiemit dem Grichischen nccryp , dem Sät. Pater, dem Hebr.3N, dem Franz. Abbe, dem Baba der Schwarzenam Senegal, dem Bappa der Malaien, dem Pappäusder alten Scythen u. s. w. aus einer und eben derselbenWurzel entsprungen, welche die Natur selbst den stam-melnden Kindern bei allen Völkern in den Mund zu le-gen scheint , nur daß die einen ein V hören lassen, wodie andern ein P oder B angeben; nur daß die einen denGrundlaut (Vocal), die andern den Bestimmungslaut(Consonanten) zuerst angebenAv, Va, Ab, Pa; unddaß die einen denselben Laut doppelt (Pa-pa) hören las-sen, den die andern nur einmahl angeben. Auch unser Abbt(welches man nicht Abt schreiben sollte, weil es das Lat.Abbas ist) stammt von eben dieser Wurzel her.

Abbe. Ich habe dieses Wort, wofür wir kein Deutscheshaben, auch keins zuhaben brauchen, weil die dadurchbezeichnete Menschenklasse uns fremd ist, einmahl, inScherz durch Pfaffenblendlmg verdeutscht, weil der AbbA,in Französischem Sinne- genommen, eine Afterart vonGeistlichen, ein Mischling von Geistlichen und Weltli-chen ist:

Der Pfaffenblendling Bernis saßAm Ruder wolgcmuth.

Abbreviatur, die Abkürzung. Die nähere Bestimmung,welche Moritz in Schreib-abkürzung hinzufügte, gibtein gar zu hartes und schwerfälliges Wort, und ist zu-gleich überflüssig, weil wir schon gewohnt sind, sie bei Ab-kürzung , so wie bei dem fremden Abbreviatur, hinzuzu-denken. Sonstkönnte man (wicEschenbürg anmerkt.S. Nachtrag zu meiner Preisschrift) auch Schnstkürzungdafür sagen.

Abbreviiren, abkürzen und verkürzen^

Abchagriniren, (spr. abschagriniren), abhärmen. Er hatdas Ansehen eines abgehärmten Maünes.

Abcomplimentiren, heißt entweder einen mit Artigkeitvon etwas ablenken oder abführen, durch lauter Höf-lichkeiten davon entfernen, oder einem etwas durch Ar-tigkeit abschwatzen, einem etwas abschmeicheln. Er hatihm das schöne Pferd durch lauter Artigkeiten abgeschwatzt;

. er hat es ihm mehr abgeschmeichelt, als abgekauft. Mankönnte auch, wenigstens scherzhafter Weise, ab-artigendafür sagen. Er hat es ihm nicht sowol abgehandelt, alsvielmehr abgeartiget. Wenn unser altes kosen (welchesfreilich eigentlich nur schwatzen bedeutet, und mit demLat. caussari, so wie mit dem Franz, causer, ursprüng-lich eins ist) die von den Neuern ihm beigelegte Bedeu-tung, in der es für liebkosen genommen wird, nunmehr,nachdem einige unserer ersten Schriftsteller es so gebrauchthaben : ^

Wenn sie kosend mich umfing.

Um den Nacken des Vatersl Schlingt sie kosend die Arme.

Voß.

unwiderruflich behalten soll: so kann man auch abkosenfür abcomplimcntiren sagen. Er hat es ihm mehr abg«-koset, als abgehandelt.

Abcopiren, 1 . abschreiben z.B. eine Schrift; 2 /nach-zeichnen, eine Zeichnung. Hier wird aber besser die R. a.eine Nachzeichnung wovon machen gebraucht. Z. Nach-mahlen, ein Gemählde; wofür man aber auch wol einNachgemahlde machen oder verfertigen sagen könnte.Wenn von einem Bilde überhaupt, ohne nähere Bestim-mung, oder auch von einem Standbilde (einer Statue)die Rede ist: so könnte man abbilden, in Gegensatz mitbilden sagen, wenn nicht der Sprachgebrauch jenes Wort,so wie abzeichnen, abmahlen und abformen, schon fürein Bild, eine Zeichnung, ein Gemählde, eine Form_ von etwas verfertigen, eingeführt hätte. Nachbilden sagtgleichfalls etwas anderes. Es deutet nämlich nicht, wiecopiren, auf skavisches Nachmachen, sondern vielmehr nurauf eine freie Nachahmung ; wobei nur der Hauptgedan-ke, aber nicht die ganze Ausführung zum Muster dient.Zuweilen wird aber copiren auch .wirklich nur für nach-ahmen, nachbilden oder nachäffen gebraucht, wie wennman von einem schwachköpfigcn Menschen sagt: daß erdiesen oder jenen copire, indem er etwas von dem Aeu-ßern desselben anzunehmen strebt. S. übrigens Copie.Abderitismus, mit dem Zusätze, moralischer, oder derzukünftigen Menschengeschichte; ein KantischcsKunstwort. Es soll dadurchdie Behauptung, dtlß dasmenschliche Geschlecht in ewigem Stillstände auf derjetzi-gen Stufe seines sittlichen Werthes unter den Gliedernder Schöpfung sich befinde," bezeichnet werden. Manhakte Abderitenglaube oder Abderitenlehre dafür sagenkönnen. x

Abdicatio», die Abdankung und die Entsagung; daserste, wenn von einem Amte, das andere, wenn (wie inder Rechtssprache) von Gütern die Rede ist, welche denGläubigern abgetreten oder überlassen werden.Abecedire», auch solmisiren, Jtal. solfeggiare, einKunst-ausdruck der Tonkünstler. Man bezeichnet damitdie den Anfängern aufgegebene Uebung, die Tonleiter,entweder nach den Buchstaben und Silben, womit dieTöne benannt werden (edefgahe), oder nach denSilben ut, re, mi, fa, sol, la, abzusingen, um treffenzu lernen. Was könnte uns hindern, abeceen dafür zusagen? Oder noch besser , warum wollten wir nicht,nach Eschenburgs Vorschlage, wenn ich nicht irre,das schöne N. D. Wort lullen dafür gebrauchen? Disist eins der lieblichsten Klaugwörter in unserer Sprache,und hätte schon deswegen in Ad. Wörterbuche nicht feh-len sollen, auch wenn es bisher bloß N. D. gewesen wäre.Dis ist aber nicht einmahl der Fall; denn, unsere Dichterhaben es längst, wolverdienter Weise, in die Schrift-sprache

Bürger.