Druckschrift 
Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

190

Vögel.

Er liebte in seiner Jugend leidenschaftlich die Jagd. Einstzündete er im Walde ein Feuer an, um das Wild aus demDickicht zu treiben, wodurch ein grosser Waldbrand entstand.Ein armer Mann wurde der That beschuldigt. Die Folter er-presste ihm ein Eingeständniss. Da meldet sich Conrad, be-kennt, büsst, verkauft seine Güter, vergütet sein Unrecht undgeht nach Rom in den 3. Orden des S. Franciscus. Späterschifft er nach Sicilien, widmet .sich hier der Krankenpflege,und stirbt als Einsiedler 1351.

S. Dominicus, im Kleide seines Ordens. Zuweilenein Sperling neben ihm, weil ihm der Teufel indieser Gestalt erschienen war. Vergl. Hund, dereine Fackel trägt.

S. Gualterius. Ein Vogel bringt ihm, einen Fisch imSchnabel, weil er einst so gespeist worden.

S. Quirinus, in römischer Kleidung, mit einer Palmein der Hand. Ein Vogel zur Seite (Habicht).

Er war Tribun zu Rom, und hatte den Papst Alexander undden heil. Hermes in Gewahrsam, Letzteren in seinem eigenenHause. In einer Nacht verliess Papst Alexander wunderbarerWeise sein Gefängniss und kam in die Haft des Hermes.Quirinus gelobte, sich taufen zu lassen, wenn Alexander nochseine kranke Tochter heilen möchte. Das alles geschah.,Aurelian liess den Tribun einziehen und ihm die Zunge aus-schneiden, weil er Christum bekannt. Ein Habicht, dem mandie Zunge vorgeworfen, frass sie nicht. Nach grosser Folterwurden ihm Hände und Füsse, zuletzt der Kopf abgeschnitten,die gleichfalls unberührt blieben von Hunden, denen mandie Glieder vorgeworfen hatte. Er ist nicht zu verwechselnmit dem Bischof Quirinus von Siscia in Ulyrien. Vergl.Mühlstein.