Druckschrift 
Christliche Kunstsymbolik Und Ikonographie : Ein Versuch die Deutung und ein besseres Verständniss der kirchlichen Bildwerke des Mittelalters zu erleichtern
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

188

Thurm.

i S. Barbara, mit einem Schwerte, einen Kelch in derHand, einen Thurm zur Seile.

Sie war die Tochter unchristlicher. Eltern in Nicomedien,schloss sich freiwillig in einen Thurm ein, um ihre Reinheitzu bewahren und weil sie insgeheim Christin war. Da sieder Vater einst mit dem Schwert in der Hand verfolgt, öffnetsich ein Felsen, um sie zu verbergen. Der Vater liefert sieden Gerichten aus. Sie wird gemartert und zum Schwert ver-urtheilt. Der Vater enthauptet sie selbst. Gleich darauf wirdder Richter vom Blitz erschlagen. Sie ist um 253 zu Ni-comedien, andere wollen zu Heliopolis, unter der Regierungdes Maximin gestorben. Barbara wird vom Volke bei Sturmund Gewitter, besonders unterm Donnerwetter angerufen, undist vielleicht deshalb Patronin der Artillerie und Feuerwerker.Ferner wird erzählt, dass alle, die die heil. Barbara verehren,keines jähen Todes sterben d.h. nicht ohne Sacrament. Womit derKelch, der ihr in den Bildern stets beigegeben wird, in Ver-bindung zu setzen ist.

S. Leocadia, mit einem Schwerte. Thurm neben ihr.Sie wurde vom Statthalter Dacian in Toledo in einen Thurmgeworfen, gepeinigt und endete unter Diocletian. Einige sagen,dass sie von einem Thurme herabgestiirzt worden, was nuraus dem Bilde errathen scheint.

S. Petronius, als Bischof, die schiefen Thürme vonBologna tragend. Siehe Kirchen.

Der Apostel Paulus hatte dem Papst Cölestin im Traume of-fenbart, dass Petronius dem Bischof Felix auf dem Stuhle vonBologna nachfolgen sollte. So wurde Petronius zum Bischof ge-weiht. Er vertilgt die letzte Spur des Arianismus und bautsehr viel Kirchen zu Bologna. Bei einem Kirchenbaue wirdein Arbeiter von einer einstürzenden Säule erschlagen, vonPetronius aber wieder belebt. Starb 425.