Es gab in den Bergen täglich Gemetzel;Der brittische Mäkler hetzt und schürt,Indem er das Volk leicht irreführt,Wie mit dem Ablasskram einst Tezel;Das herrenlose, leicht erregte,Das jedem Hauch zu gehorchen pflegte;Stört, was des Kaisers gewalt'ge HandGeschaffen: den Frieden im schönen Land.Der Kaiser vernimmt alsbald die KundeVon diesem verwüstenden, kleinen Kriege.Die Hauptstadt bezwang erim glänzenden Siege;Doch eine ewig eiternde WundeBeginnt im Gebirge das Morden und Rauben;Diess, schmälernd das kaum gewonnene Recht,Bald listig des schwankenden Volkes Glauben,An des Eroberers Allmacht schwächt.
Ein Jüngling aus dem spanischen HeereWahrt seine unbefleckte Ehre;Das Volk zerriss die heiligsten Bande,Es hält ihn nimmer in solchem Lande;Er zieht in die duftenden Berge hinaus,Der freie Himmel ist sein Haus,
Die Ehre ist rein, und solcher Held,Nennt sein mit Recht die ganze Welt,Und ohne Bangen sieht man ihnAuf steilen Bergespfaden zieh'n.
Nicht kennt er Todesfurcht, diess Schemen,
Und hat nie feige noch gebebt,
Kein Todblei kann ihm die Ehre nehmen,
Die ist's, die den Leichnam überlebt.
Drum in der Höhen schattiger Hut
Zieht frei er dahin und wohlgemuth,
Und singt aus erster Jugendzeit
Ein Lied, das in ihm lebendig geblieben,
Er singt es begeistert voll Innigkeit,
Wie Ehr' und Treue zu singen lieben:
„Versiegt im goldenen Becher der Wein,Wir schenken unser Herzblut ein,
Und lassen den König leben!Und schmilzt das Schwert uns in der Hand,Wir halten mit den Leibern Stand,
Um nie uns zu ergeben."
■~*Lf&&frS^
67