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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Des Kaisers unbesiegtes HeerIn's schöne Spanien eingezogen.

Der Aufruhr ist ein schwaches Schemen,Mit muskellosen, nackten Knochen;"Wer es vermag sich das Herz zu nehmen,Hat alsbald seine Macht gebrochen.Dann liegt er, wie er vor Kurzem stand,Ein morsches Skelett, zerstäubt im Sand.Der Kaiser mit seinem Heere ziehtEin, triumphirend, in Madrid,Und in den Strassen blutgetränkt,Den Kaiser das Volk mit Jubel empfängt.Nur Einer, es ist ein Jüngling noch,Begreift nicht das Volk, das fremdes JochMit Jubel begrüsst, und solche FreudeEezeugt ob seinem Sklavenkleide;Und wo der kleine Erob'rer erscheint,Preis't ihn das Volk als Retter und Freund.Nur Einer, ein Franzmann, hat keinen LautFür allen Jubel, den rings er schaut.Und furcht die Stirne und zürnt und schweigt,Wenn sich die Schmach der Entartung zeigt.Ob auch der Adel mit Schild und LanzeDem macht'gen Bezwinger tückisch dräut,Nicht zagt der Kaiser vor diesem Popanze,Der ängstlich die Sonne des Geistes scheut;Der Krummstab schlägt an seine StandartenUnd risse ihm gern sein Banner entzwei,Doch wer unternommen solche Fahrten,Geht nur im Gebet am Kreuz vorbei.

Der Aufruhr im zerrissnen GewändeFlieht aus der Hauptstadt, und durchstreiftEin Bettler, ein Räuber, die reichen Lande,In denen sich schwerer Jammer häuft.Und sicher vor verfolgenden Schergen,

Verkriecht er sich in den Wäldern und Bergen,

Spinnt dort sein Netz, wie eine Spinne,

Die listig die feinen Fäden zieht,

Und schlau, nur scheinbar, im Beginne

Schon vor der kleinsten Gefahr entflieht,

Um sicher der Beute, ungescheut,

Hervorzubrechen zu rechter Zeit,

Im wilden, ruchlosen Gelüsten

Zu morden, zu plündern und zu verwüsten.

"Wie schwarze Augen der Belladonna

Blickt aus den Büschen die Flintenmündung,

Ein Krach, ein ersterbendes Madonna,

Ein "Wölkchen Dampf nach rascher Entzündung,

Dann sich in pfadloses Dickicht gerettet,

Ein Opfer ist gut in Nacht gebettet!

So ziehn durch die Berge Guerillabanden,Die gestern in den Gebirgen zerstreut,Auf eines Pfiffes Zeichen heutZu einem Trupp sich zusammenfanden,Den Wandrer, der Einsamkeit scheuen Sohn,Auf harmloser "Wanderung bedrohn;Wallfahrer, pilgernd bei Tag und Nacht,Anfallen mit ihrer Uebermacht,Und hinter Dickicht und VersteckDen Einen der Beter schiessen hinweg,Dass dann den Zug, der wallfahrten ging,Als Leichenzug das Kirchlein empfing.Picketen, ausgestellten PostenFällt in den Rücken die Bande oftAngreifend beherzt sie, und unverhofftMag edles Blut manch' Mordblei kosten.Doch wurden auch GuerillabandenIn blut'gem Kampf gar oft zu Schanden:So wechselt in Bergen das Kriegesglück;Die Kugel, die heut' der Schütze schoss,Schickt es dem Schützen morgen zurück,Dass von seinem Blute der Pfad überfloss.