Fest an des Nachens bretterne WandKlammert sich an ein keimendes Lehen,Um einstens mit gewaltiger Hand,Den Schleier, den die Geschicke weben,Hinweg von der Sonne des Rechts zu heben.Dort in der Burg verschanzt sich der TodMit Pulverfässern, um zu gewinnen,Noch ehe das glühende Morgenroth,Geküsst die altersgrauen Zinnen.
Hier auf dem Weiher in scheinbarer FluchtEin Heldengeschlecht,von desSchieksalsTückeGleich seinem König heimgesucht,Ausschiffend nach dem fernen Glücke:Des Königs Sache zu Recht zu bringen,Für sie begeistert das Schwert zu schwingen.
Und dort im Schloss ein Hcldengechlecht,Bereit durch den Tod sein gutes RechtZu schützen und im heiligen MuthEs zu besiegeln mit eig'nem Blut.Wer diese Gruppe prüfend schaut,Dem pochte das Herz im Leibe laut,Der würde fassen, was Liehe vermag,Wie sie die Nacht umwandelt zum Tag.
Noch steht das Schifflein auf dem TeicheDie Nebel fliehn, der Himmel zeigt,Allmählig sein Antlitz, das schlummcrbleiche,Das er im Schweigen hernieder neigt.Da flackert im Schlossthurm auf ein Licht,Im Schifflein da lispelts: noch nicht! noch
nicht! —Die Wellen des Teiches halten an,Die Lüttlein rasten auf ihrer Bahn,Damit sie im Schloss diess „noch nicht" hören,Der Treue Ileldenopfer zu stören. —
Nun flammt es hinter dem Thnrm empor,Doch war es ja nur das Sonnenlicht,Sein erster Stral nur brach hervor;Das Weib verhüllt sein Angesicht,Als wollt' es mit vorgehalt'nen HändenDas unabwendbare Schicksal wenden. —
Schon zeigt es sich wie ein glühender Schein,Der säumt den Thurm des Schlosses ein.
Das tiefste Schweigen herrscht im All'-------
Ein Augenblick noch,-------es tönt ein Knall,
Ein tausendfacher Donnerschlag,
Ringsum im Räume ein Flammentag,
Und eine Feuersäule loht
Verdunkelnd das purpurne Morgenroth —
Dann hüllt es den Himmel in schwarze Nacht,
Und links und rechts sprühn tausend Funken.
Das Grässliche, es war vollbracht
Und Alles in tiefes Schweigen versunken. —
Die Frau im Nachen zittert nichtVerhüllt nur starr ihr Angesicht,Die beiden Knaben aber singenDass weithin laut die Worte klingen:
Auf unser blutgetünchtes GrabSchaut mild des Königs Blick herab
Und waffnet unsre Erben,Wir halten an ihm für und für,Und sterben wir, so wollen wir
Für unsren König sterben.
Die Trümmer des Schlosses Kervegan
Erheben sich als Denkmal hinan,
Als Denkmal aus alter guter Zeit,
Als Denkmal der Liebe, die zu verbluten,
Sich aufzuopfern stets bereit,
Sich läutert in den Flammengluthen."
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