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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Das ist ja eben der höchste Schmerz,Der ganz zurück sich zieht in's Herz,Den Jammer, den das Geschick gesät,Auch nicht durch einen Laut verräth;Gebet, im Glücke ein schwanker Halm,Erstarkt im Weh zur stützenden Palm,Woran sich der fast Verzweifelnde klammert,Der dann im höchsten Schmerze nicht jammert.So fasst auch die Mutter sich im Gebet,Das von den gläubigen Lippen weht,Wie blutige Thränen ihr Herz auch vergiesst,Vom glühenden Auge kein Tropfen fliesst.

Versammelt stehen in der Halle

In tiefem Schweigen die Mannen alle,

Nicht dünkt ihnen diese Fügung so hart;

Das Loos, das heute dem Jüngling ward,

Bleibt ihnen nicht aus, doch ein Tag der Frist,

Nicht solchen Helden willkommen ist.

Da klingt ein Glöcklein sanft und bange,

Ein tönender Seufzer vom Schlossesgange:

Ein Priester Gottes, muthbeseelt,

Der Burgkaplan in heil'ger Verklärung,

Ein Hirt am Altar, im Kampf ein Held,

Naht mit der heiligen Wegezehrung,

Das Schwert gegürtet um die Lenden,

Den Leidenskelch in gefalteten Händen.

Auf ihre Knie sinkt die Schaar

Der Priester hält ihr den Kelch entgegen

Gibt leise betend ihr den Segen

Dann reicht er die letzte Oelung dar

Dem Sterbenden, der das Haupt kaum hebt,

Indessen unhaltbar schnell und schnelle,

Hinströmt versiegend des Lebens Welle.

Er hätt', um zu kämpfen, so gern noch gelebt;

Die Hand nach der nächsten Büchse noch langt,

Doch alsbald sinkt sie entkräftet nieder;

Und in das blutige Kissen wankt,

Das Haupt gebrochenen Blickes nieder,

Noch von den Lippen ein Röcheln bebt,

Wohl ihm, des Glücklichen Geist ist entschwebt!

Vollendet ist des Priesters Gebet,

Das Glöcklein klingt, von dannen er geht;

Und schweigend die Männer sich erheben

Die paarweis ihm das Geleite geben.

Längst ist verklungen das Glöcklein, das helle;Man bringt die Leiche in die Kapelle;Der Graf, der lang' eine Säule stand,Den Hahn der Doppelbüchse spannt;Sein zweiter Sohn läd't stumm die seineUnd nimmt statt Kugeln Kieselsteine.Die Mutter küsset noch einmal die bleiche,Erkaltete Wange* der theuren Leiche,Dann eilt sie mit dem Rest der KräfteMit ihren zwei jüngsten an ihr Geschäfte,Rollt stumm Patronen, gut und /est,Erstickt die Thräne in ihren Augen,Damit sie nicht das Pulver nässt,Das feucht zum Schusse nicht könnte taugen."

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