Druckschrift 
Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
Entstehung
Seite
39
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

RxJS^p

i ^v-7?s

s

i

)

Nicht wagend höher heut zu schwellen;Das Lied das alles Heilige höhntVernehmt es, wie es grauenhaft tönt:

Was wollt ihr mit Milde?Was wollt ihr mit Huld?Drum mit dem Schilde,Medusens gebuhlt!Auf! Lernet mit Todesverachtung zu schaunIn dieses Antlitz, voll Schrecken, voll Graun!Der Schrecken, der ewig siegreiche Held,Erobert und bändigt die Welt."

Als ob nicht geböteSolch Thun die Natur:

Ist MorgenrötheNicht Blutesspur?

Wir düngen mit Blut zerstampftes Gefild,Wir rasen dahin, eine Meute wild,Und aus Ruinen mit Leichen besät,Entkeimt des Volk's Majestät."

Diess Lied, ein Jammerhauch aus Grüften,Verröchelt getragen von den Lüften,Und weckt in mancher Brust ein Ach,Und zuckt als ein Schrei des Entsetzens nach.

Indess vom tollen Lager drüben

Das Lied dringt in des Schlosses Hallen,

Ertönet in Begeisterung hüben

Ein and'rer Sang von den Vasallen,

Ein Sang, der jedes Herz erwärmt:

Wenn niedergebeugt es droht zu erkalten;

Ein Sang, der für den König schwärmt,

>

G

W

Der Sonnengluthen versengender Brand,

Und mahnt, am Königthum zu halten.

Er ist's der an Feuer und Brennen mahnt;

Ein Lied! Vernimm'« 1 Wenn deine Lenden

Die nächtlichen Tropfen vom eisigen Thau

Ein scharfes Schwert, mein Jüngling, schmückt,

Sind Tbränen des Weh's auf der Au."

Dann greifst du darnach mit muthigen Händen,Schwingst kühn es über dir, entzückt,Und rufst: Für meinen König führen

Die Stärke nur sieget

Will ich die Waffe immerdar;

Auf dieser Welt,

Der Feind soll seine Schärfe spüren,

Die Schwäche erlieget,

Wenn meinem Fürsten droht Gefahr.

Siecht bin und fällt.

Des Einzelnen Macht verkümmerte bald;

Es lebt in den Massen die Allgewalt

Die Herrschaft des Haufens frei, unbeschränkt,

Wie ein Choral, ein heil'ger, klang

Hat die des Einen verdrängt."

Es lebe der SchreckenUnd seine Macht!Die Welt zu wecken

Hinaus in die Nacht der hohe Sang:

Das Königthum ist ein goldner Stern,

Der sanft vom Himmel winket,Sein milder Schimmer nah und fern

Zum Licht aus Nacht.

In tausend Herzen sinket.

i

,

fo

f

V 3

9

i

-»^