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auf Wunsch des Herrn Dechanten Vassen die Anstalt undwidmeten sieh lange Jahre hindurch der Pflege und Er-ziehung der Waisenkinder mit grosser Aufopferung. End-lich im Jahre 1890 war es den Schwestern vom hl. KarlBorromäus wieder vergönnt, die Führung des Waisenhau-ses zu übernehmen; auch wurde bald die Kinderbewahr-schule wieder eröffnet. Das alte, aus früheren Jahrhundertenherstammende Rentmeistereigebäucle, durch mehrere Um-bauten und Einrichtungen seinen derzeitigen Zwecken an-gepasst, genügte indessen trotzdem nur nothdürftig seinerBestimmung. In sanitärer Hinsicht konnten viele berech-tigte Wünsche nicht erfüllt werden. Die 1890 wieder ein-gerichtete Kinderbewahrschule konnte die sich in grosserAnzahl einfindenden Kinder nur zum Theil aufnehmen.Nach reiflicher Ueberlegung entschloss sich das Kuratoriumzu einem den heutigen Verhältnissen entsprechenden Neu-bau und beauftragte den Herrn Architekten Heinrich Brei-denbend in Düren mit der Ausarbeitung eines Planes. Inder Sitzung des Kuratoriums vom 23. März 1892 wurdendie von Herrn Breidenbend entworfenen Pläne zum Neubaueines Waisenhauses und einer Kinderbewahrschule, welchebereits von der kirchlichen Behörde und der königlichenRegierung genehmigt worden, angenommen. Da für dieAusführung der sämmtlichen umfangreichen Bauten (zu120,000 M. veranschlagt) die Mittel nicht vorhanden wa-ren, zumal jährlich aus dem Ertrag an Zinsen etc. zuge-legt werden musste, so wurde zunächst mit dem Bau derKinderbewahrschule begonnen. Die Einweihung der Klein-kinderbewahrschule geschah am 15. Nov. 1892. Am 19.Dez. 1892 wurde auch die neuerbaute Kapelle in Gegen-wart vieler Freunde der Anstalt feierlich eingeweiht, und1894 wurde das neue Waisenhaus an der nach ihm be-nannten Waisenhausstrasse (früher Spülgasse) bezogen.
Im Jahre 1845 war ein anderes humanes Institut zuDüren in's Leben gerufen worden, nämlich die Blinden-anstalt, welche vor einigen Tagen (1. August 1895) dasJubiläum ihres 50jährigen Bestehens feiern konnte. DerAnstoss zur Gründung fand sich im Jahre 1842 in der