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gierung der wieder geeinten Erzdiözese antrat. Die Fran-zosen zerrütteten die kirchlichen Verhältnisse, besetztenKlöster und Kirchen, die sie zu Ställen und Magazinenumwandelten, so die Kapnzinerkirche, die Kirche der An-nuntiaten u. A. Im Jahre 1796 wurde alles Kirchengutin staatliche Verwaltung genommen; am 9. Juni 1802folgte die Aufhebung aller Orden und Einziehung all ihrerGüter mit Ausnahme der für Armen und Krankenpflegebestimmten Stiftungen. Die neuen Verhältnisse hatten,wie alle menschlichen Einrichtungen, zwei Seiten, aucheiniges Gute. Handel und Gewerbe blühten, alle Erzeug-nisse der Landwirthschaft wurden theuer bezahlt, undreichliche Ernten beglückten die Jahre. Die Halbwinnerund Eigenthümer von Ländereien, sonst in grauleineneKittel und an Feiertagen in solche Kittel mit schwarzenBorden und Stickereien gekleidet, kleideten sich fortan infeines Wollentuch; ihre Frauen und Töchter wechseltenihre rohen leinenen Schürzen und Kleider mit kattunenenund seidenen Stoffen; Chaisen traten an die Stelle von'Karren, wenn der Halbwinner ausfuhr. Auch der Stand derDienstboten besserte sich finanziell. Ein Knecht, der sonst 10bis 15 Rthl. Clev. an Jahreslohn bezog, erhielt 50 bis 80Rthl., und eine Magd, die früher 10 Schillinge = 3 Rthl.Jahreslohn bekam, erhielt nun 10 bis 20 Rthl. Der Strassen-bau wurde mächtig gefördert und am 23. Floreal erliessdie Municipal-Verwaltung eine besondere, die Reinlichkeitder Strassen betreffende Verordnung, eine neue Wacht-ordnung, eine neue Thurmwächter- sowie Nachtwächter-Ordnung (Forts, der Mat. S. 705 ff.). Es wurden zweiThurmwächter angestellt mit einem jährlichen Gehalt von75 Rthl., dann für „Brand und Licht Entschädigung, et-waige Trinkgelder und ehemals gewöhnliche Abgabe für'sGlockenspielen". Die drei Nachtwächter erhielten zusam-men 50 Rthl. nebst ihrem Antheil an Geschenken um Neu-jahr und Fastnacht von den Bürgern, welche die fünfWächter unter sich zu vertheilen hatten.
Durch die Wirren dieser Zeit war der Haushalt derStadt in die grösste Unordnung gerathen. Die Gefälle,