— 198 —
Franzosen hätten „goldene Engeln" gehabt. In der Festeerbeuteten sie 63 Kanonen, 50,000 Pfund Pulver und vieleandere Kriegsmunition. Am 6. Oktober fiel auch Köln,nachdem die Oesterreicher Nachts zuvor in aller Eile mitZurücklassung einer bedeutenden Anzahl Kanonen undgrosser Vorräthe sich über den Rhein zurückgezogenhatten. Zu Ende des Jahres waren die Franzosen Herrendes linken Rheinufers.
In Düren blieb die Division Grenier als Besatzung,welche ungeheure Requisitionen aller Art machte. Dürenund die benachbarten Aemter lieferten bis zum 10. Okt.nicht weniger als 21,750 Brode von 6 Pfund. Eine zweiteBrodlieferung, welche am 21. November ausgeschriebenwurde, belastete Düren mit 4787, das Amt Düren und dieHerrschaften Burgau und Gürzenich mit 10,876, das AmtNörvenich und die Herrschaft Binsfeld mit 13,020, denDingstuhl Pier und Merken und die Herrschaft Merode mit8236 Stück 6pfündiger Brode. Ausserdem wurde Fleisch,Fourage für die Kavallerie, Schuhe und dergl. in grossenQuantitäten geliefert. Alles Zugvieh musste zum Trans-port der Armee-Effekten gestellt werden, von wo es nicht,wieder zurückkam, sodass die Feldarbeiten vielfach mitMenschenhänden verrichtet werden mussten. Ein kostspie-liger Gast war der General Grenier, welcher täglich we-nigstens 12 Gedecke zum Mittagsmahl von der Stadt for-derte. Die zweimalige Anwesenheit des Ober-Generals.Jourdan mit seinem Stabe kostete der Stadt 11,397 Livres.Im Jesuiten-Kolleg und im Franziskaner-Kloster wurdenSpitäler errichtet, zu deren Einrichtung besonders dieKlöster Ellen, Schwarzenbroich und Wenau ausgeplündertwurden. Ansteckende Fieber beförderten eine grosse Sterb-lichkeit unter den französischen Truppen. Als Begräbniss-platz diente ein alter Festungsgraben vor dem Oberthoram ehemaligen Gotteshausthor, der davon der Franzosen-graben genannt ist. Die Franzosen, welche damals dieRheinlande überflutheten, machten übrigens durchaus kei-nen heldenhaften Eindruck. Der Jülicher Präceptor JohannJoseph Kranz, der werthvolle Aufzeichnungen über dama-