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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
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vom Halse, wozu die Stadt ihren ratirlichen Antheil auf-bringen musste.

In den Fasten des Jahres 1650 erlitten die katholi-schen Priester und Pfarrer im Jülich- und Bergischengrossen Druck durch die Niederländer, mit welchen derPfalzgraf wegen der Räumung des Schlosses Ravenstein,woselbst sie seit längerer Zeit eine Besatzung gehabt, inHändel verwickelt war. Diese Hessen den Druck, welchendie Protestanten durch den eifrig katholischen Pfalzgraffühlten, die Katholiken in den hiesigen Landen doppeltentgelten. Viele Pfarrer und Klöstergeistliche, die ihnenin die Hände fielen, schmachteten lange Zeit im Kerkerzu Orsoy bei Kleve, und mehrere ereilte der Tod in diesemElende. Anderen gelang es eben, durch die Flucht sichgleichem Schicksale zu entziehen. In der NachbarschaftDürens waren Lendersdorf, Gürzenich, Derichsweiler, We-nau, Langerwehe, Pier, Merken, Hambach, Oberzier, Ar-noldsweiler, Merzenich, Golzheim, Buir, Nörvenich, Soller,Stockheim, Drove, Froitzheim und Nideggen ohne Seel-sorger. Der Erzbischof von Köln gab daher den hiesigenFranziskanern den Befehl, die Funktionen in den genanntenPfarreien bis zur Znrückkunft der Pfarrer vorzunehmen.

Am 19. April besuchte der Pfalzgraf nebst seiner Ge-mahlin, einer geborenen Gräfin von Fürstenberg, unsereStadt, um sich von deren zerrüttetem Zustande persönlichzu überzeugen. Am frühen Morgen angelangt, begabensich dieselben in die Franziskaner-Kirche zur Anhörungder hl. Messe. Am. Nachmittag wohnten die hohen Per-sonen mit dem Fürsten und der Fürstin von Sulzbach,die sich zur lutherischen Konfession bekannten, der Vesperbei. Unterm 24. April erliess der Pfalzgraf ein Rund-schreiben, worin er die Geistlichkeit einlud, in ihre Funktio-nen zurückzukehren, da der Zwist mit den Generalstaatender Beendigung nahe sei. Im September desselben Jahreskam der Herr Weihbischof von Köln nach Düren und spen-dete in der Franziskanerkirche 2492 Personen das Sakra-ment der Firmung.

Durch Schreiben, datirt Neuss am 23. Juli 1650, ver-