Druckschrift 
Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

106

1610 wurden zwischen Köln- und Oberthordie Horn-wecker ermacht", wozu einschliesslich von Kriegs- undKontributionsgeldern 4297 Reichsthaler 40 Stüber vom Ma-gistrat aufgenommen wurden. Im Juli 1610 begann dieregelrechte Belagerung der Stadt Jülich. Am 2. Septem-ber kapitulirte Jülich; die noch aus 1500 Mann bestehendeBesatzung erhielt freien Abzug. Da der Kaiser durch an-dere Ereignisse in den Erbstaaten verhindert war, denKrieg fortzusetzen, blieben nach dem Falle Jülichs diePossedirenden eine Zeitlang ruhig im Besitz des Landes,welches sie durch Moritz von Hessen als Statthalter ver-walten Hessen. Düren musste 1610 und 1611 an denFürsten von Pfalz-Neuburg einen Vorschiiss von 11500Reichsthalern leisten, wovon der Rest erst 1627 abgetra-gen wurde. 1611 wurde ein Landtag der Jülichschen Land-stände in Düren gehalten. Die Versammlung begann am14. Juliim wilden Mann" auf dem Markte zu Düren.Bald brach aber der Krieg zwischen den Possedirendenselbst infolge der berühmten Ohrfeige, welche über Tischder Kurfürst von Brandenburg dem Herzog von Neuburgapplicirte, von neuem los. Wolfgang Wilhelm heirathete 1613die Herzogin Magdalena von Baiern und trat am 25. Mai inder Lambertuskirche zu Düsseldorf zum katholischen Glau-ben über. Kurfürst Siegismund dagegen trat tun dieselbeZeit von der lutherischen zur reformirten Konfessionüber. Ersterer hatte nun den Herzog von Baiern, denErzbischof von Köln die katholische Liga, Spanien undden Kaiser auf seiner Seite, letzterer dagegen die Protestan-ten der Jülicher Lande, die protestantische Union und vorAllem die holländischen Generalstaaten zu Bundesgenossengewonnen.

Schon bald drang der kaiserliche Feldherr Spinolamit einem Heere, das hauptsächlich aus Spaniern bestand,in das jülich'sche Gebiet ein und nahm das Land für Pfalz-Neuburg in Besitz; die meisten festen Plätze, so auchDüren, wurden von ihm genommen und mit Besatzungenbelegt, die das Land für den Pfalzgrafen in Eid nahmen. Dakam es denn am 12. Nov. 1614 zu einem provisorischen