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Köln den auf der Burgmauer wohnenden Notar JohannTuhmann von Wiedenbrück und begann am 9. April 1609die Ausführung seines Auftrages vor der Stadt und FestungJülich. Von Notar und Zeugen begleitet zog er dannweiter, um in Linnich, Randerath, Geilenkirchen, Gangelt,Sittard, Heinsberg, Wassenberg, Dahlen, Gladbach, Greven-broich, Bergheim, Hambach, Düren, Birkesdorf, Aldenhoven,Euskirchen, Münstereifel, Nideggen, Montjoie, Schönforst,Wilhelmstein, Eschweiler und Boslar die ihm aufgetragenenFormalitäten der Besitzergreifung in hergebrachter Weisedurch Anschlagen des brandenburgischen Wappens resp.Besitzergreifungspatents zu vollziehen. Gegen Ende wirdsich Dr. Brynen sehr beeilt haben, da zu dieser Zeitdie im Lande herrschende Aufregung und Erbitterung zu-nahm, nachdem auch der Pfalzgraf von Neuburg seine Be-vollmächtigten zu gleichem Zwecke entsandt hatte. VieleOrte und Aemler nahmen diese während des Durchrittsvom Pferde aus ,,visu et adspectu" symbolisch in Besitz.
Da nun der Kaiser als Oberlehnsherr durch den Erz-herzog Leopold die Lande in Sequester nehmen wollte,einigten sich der Kurfürst von Brandenburg und der Pfalz-graf Wolf gang Wilhelm von Neuburg in dem Vertrage zuDortmund vom 11. Juni 1609 dahin, dass sie das Landvorläufig durch einen Statthalter gemeinschaftlich regierenlassen wollten.
Die Stände der Herzogthümer waren den „Possediren-den", wie die Fürsten sich nunmehr nannten, durchausnicht zugethan, vor allem die katholischen nicht, indemdiese von den lutherischen Regenten nach den damaligenRechtsanschauungen und Gepflogenheiten Schlimmes fürihre Religion befürchten mussten. Als Erzherzog Leopoldin Jülich erschien, und ein kaiserlicher Erlass vom 21. Ok-tober 1609 in allen Gemeinden ihn als kaiserlichen Kom-missar einführte, kam es zum Kampfe. Erzherzog Leopoldhielt Musterung über die in der Gegend von Lüttich ge-worbenen Söldner, während Wolfgang Wilhelm und derbrandenburgische General Friedrich von Solms auf demrechten Rheinufer Truppen ausgehoben hatten. Diese zo-