— 41 —
Zum Bezirk des Amtmannes zu Düren gehörten in derälteren Zeit noch Merzenich und Girbelsrath, Arnolds-weiler, Derichsweiler mit Mariaweiler und Hoven,Birkesdorf, Lendersdorf, Bölsdorf, Berzbuir, Kuffe-rath, Birgel, Gey, Strass, Obex^zier, Selgersdorf, Dauben-rath, Alteburg und Viehöven. Die Jülicher Herzoge aberfanden es, um einen beabsichtigten Loskauf von Seitender Kaiser zu erschweren, für zeitgemäss, „nicht nur denager Marcoduranus zum Amte Nörvenich zu schlagen undbei der Stadt nur das sog. pomoerium zu lassen, sondernauch die Appellation der 4 Gerichte an den Dürener Schöf-fenstuhl abzuschaffen." (vgl. Graf Wilh. von Mirbach, Ter-ritorialgeschichte des Herzogthums Jülich I, S. 11.) Den4 Unter-Gerichten stand nunmehr ein eigener Vogt zu Nör-venich vor, der zeitweise auch in Düren residirte.
Unter dem Amtmanne standen in den einzelnen Ge-meinden Vorsteher für die einzelnen Ortschaften.
Graf Mirbach a. a. O. S. 12 nimmt an, dass in Dürenmeist nur ein herzoglicher Kellner gewesen, was bei deroben entwickelten Thätigkeit des dortigen Amtmannes irrigsein dürfte. Allerdings scheint es häufig, als sei eineVe»-schmelzung des einen Amtes mit dem andern möglich ge-wesen: so wird Engelbrecht Nit von Birgel als Amtmannund gleichzeitig als Bichter oder Schultheiss aufgeführt.
Die Kenntniss der einzelnen Aemter und ihrer Befug-nisse, beziehungsweise ihrer gegenseitigen Abgrenzung istrecht erschwert. Gerade Nit von Birgel, der Amtmann und„vielgetreue Bath" des Herzogs, ragt auch als BichterDürens besonders hervor. —
Als 1459 ein spanischer Bitter nach Köln kam,um mit den deutschen Turnierspielern eine Lanze zubrechen, und dabei sich brüstete, als fände er seines Glei-chen nicht, machte sich Bitter Engelbrecht Nit von Birgelreise- und kampffertig und eilte in Begleitung mehrererBitter auf Köln zu. Dort wurden sie einig, dass das Tur-nier zu Düren gehalten werden sollte. Der Turnierplatzam Johanneshäuschen, dessen Ebnung der Gemeinde Len-dersdorf oblag, war bald hergerichtet, und nun begann der