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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
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Die Schenkung der Nona oder des zweiten Zehntenvom Königsgut zu Düren an das Münster in Aachen be-stätigt die Annahme einer Burgkapelle, einer Hofeskirchein Düren. Es war nämlich von Karl d. Gr. in seinerWirthschaftsordnung für die Königshöfe in Kapitel 6 aus-drücklich vorgeschrieben, dass die Königshöfe den Zehntenentrichten sollten für die Kirche der Königshöfe selbst, adecclesias, quae sunt in nostris fiscis. Ist nun in der Schen-kung für das Aachener Marienstift über den zweiten Zehn-ten des Königsguts zu Düren verfügt, so folgt daraus, dassder eigentliche Zehnte desselben schon vorher seine Ver-wendung gefunden hatte, er gehörte der Hofeskirche, derZehnt- oder Taufkapelle zu Düren selbst.

Kaiser Lothar I. legte im Jahre 855 die Regierung-nieder. Er 20g sich als Mönch in's Kloster Prüm zurück,woselbst ei starb. Als sein Nachfolger Lothar IL auchbereits 869 starb, begann der tausendjährige Streit zwi-schen Deutschland und Frankreich um das Mittelland Lo-thringen. Im Jahre 870 einigten sich Karl der Kahle undLudwig der Deutsche zu Meersen dahin, dass im Wesent-lichen die politische Grenze der Maas entlang mit derSprachgrenze zusammenfiel. Nach ausgebrochenen weiterenKämpfen vereinigte Karl der Dicke, der jüngste Sohn Lud-wigs des Deutschen, die Länder der fränkischen Monarchie882 noch einmal zu einem Reiche. In dieser Zeit (881882)erfolgte der Einfall der wilden Normannen. Im Jahre 881wälzte sich ihr verheerender Strom dem Rheine zu; Lüt-tich, Mastricht, Tongern wurden verbrannt, die reiche AbteiPrüm geplündert, Aachen verwüstet und das Münster Karl'sd. Gr. zum Pferdestall benutzt; auf dem Wege nach Kölnund Bonn, welchen im Jahre 882 ein ähnliches Schicksalwiderfuhr, wurde auch Düren von den Normannen in einenTrümmerhaufen verwandelt. Diese Zerstörung unsererStadt muss eine fast völlige gewesen sein, da für dienächsten 100 Jahre fast jede weitere geschichtliche Nach-richt über Düren fehlt.

Die ehemals so blühende Villa Karl's d. Gr. scheintzu völliger Bedeutungslosigkeit zurückgesunken zu sein, und