Kohorten der Ubier, welche im Aufstände der Batavergegen ihre germanischen Landsleute zu den Waffengegriffen hatten, wurden von den Batavern geschlagen invico Marcoduro. Düren war also damals schon minde-stens ein Dorf, wie der Ausdruck vicus anzeigt, es war einWeiler oder Flecken, eine Menge vereinigter Wohnun-gen, wo ganze Kohorten unterkommen konnten. Einerömische Militärstation scheint Düren damals noch nichtgewesen zu sein, denn zunächst spricht der Ausdruck vicusnicht dafür, auch nicht der Umstand, dass die Bataver dieUbier besiegten, und weiter heisst es nur, dass cohortesUbiorum geschlagen wurden, während von römischem Mi-litär dabei keine Bede ist. Indess beweist der Name Mar-codurum, dass die Bömer sich des Ortes nicht nur imAllgemeinen bemächtigt, sondern auch fürsorglich ange-nommen hatten. Wenn man auch nicht mit Folius undden Verfassern der Materialien annehmen kann, dass schonMarcus Vipsanius Agrippa, der Feldherr Oktavians, Dü-ren zur förmlichen statio militaris tungeschaffen habe, soweist doch die zusätzliche Bezeichnung Marcodurum, dievon den Römern vielleicht zur Unterscheidung von anderndamals gleichlautenden Orten eingeführt wurde, auf dengenannten Feldherrn hin.
Marcus Vipsanius Agrippa verdankt unsere Gegenddie Herübernahme der Ubier, wodurch sich dieser Feld-herr um unsere Gegend besonders verdient gemachthat. Während die Römer im Anklang an Julius Cäsarden keltischen Namen Juliacum völlig übernahmen, er-hielt Durum, die keltische Burg, den Namenszusatz desandern römischen Feldherrn und hiess von nun an Marco-durum, Marcusburg, bis später der Zusatz mit dem Glänzeder römischen Herrschaft aus dem Ortsnamen wieder ver-schwand. Gerade der Umstand, dass der eine Theil desWortes frühzeitig geschwunden, legt die Annahme nahe,dass es sich thatsächlich nur um eine vorübergehendezusätzliche Bezeichnung der Römerzeit handelt, der NameDurum aber keltischen Ursprungs ist. Möglich immer-hin ist aber auch die oben erwähnte Annahme, wonach