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Theil 2 (1751)
Entstehung
Seite
550
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;5o Zusäze.

begiesse, damit die Erde nas erhalten werde, sonstgehet der Saame nicht^auf; und fielen kalte Nach-te ein, so müssen die Glaser des Mistbeetes mitMat»ten bedecket werden, um das Beet in gehörigerWarme zu erhallen; bey Tag aber, wann die Son-ne warm scheinet, kan man die Glaser öffnen, da-mit sich der Dampf hinaus ziehe, und die Erde fri-sche Lufft ^bekomme. Etwann fünf Wochen nachdem Aussäen des Saamens, kan man sich Hoffnungmachen,daß diePflanzen aufgehen werden; da dannfleißig nachzusehen ist, damit man die Glaser, wanndie Sonne warm scheinet, öffne, und die Pflanzenöffters begiesse; so lange sie aber noch jung sind,mus man ihnen nicht zu viel Wassers auf einmalgeben, weil die zarten Stamme davon faulen undverderben könnten. Auch sind sie vom Unkraut reinzu halten, und wann die Nächte kalt sind, die Fen-ster des Mistbeetes alle Abend, bald nach Untergangder Sonnen, mit Matten zu bedecken, damit indemBeet die gehörige Warme erhalten werde. WanndiePflanzen zwey Zoll hoch geworden, sollen sie sorg-faltig aus den Töpffen herausgenommen, getheilet,und jede in einen besondern kleinen Topf, der mitleichter fetter Erde angefüllet ist, qepflanzet, undhernach in ein neues Mistbeet von Gerberloh einge-graben werden; wobey zu beobachten, daß man diePflanzen alle Tage im Schatten halte, bis sie neueWurzeln geschlagen. Nachgehends soll man ihnen,taglich, nach Beschaffenheit der warmen Witte-rung , frische Lufft geben , und selbige bey HeisemWetter gehörig begiessen.

Den Sommer über können die Pflanzen in die-sem Beet bleiben, gegen den Herbst aber, wann dieNachte kalt zu werden anfangen, mus man sie insGlashaus setzen, und ins Lohbeet eingraben, wohlwarm halten, und öffters begiessen. Wann aberihre Blatter abgefallen, welches insgemein zu Endedes Novembers geschiehet, darf man sie nicht zunas halten, weil die zarten Wurzeln davon verder-ben würden; im Frühling hingegeben, wann sieneue Blatter treiben / wollen sie starcker begossenseyn. Es müssen diese Pflanzen beständig im Glas-haus bleiben: dann sie sind zu zart in Engeland inoffener Lufft zu bleiben, wann es auch gleich imwärmsten Theil des Jahres wäre; daher mus manihnen taglich bey heisscm Wetter, durch Oeffnungder Fenster des Glashauses, viel frische Lufft geben;wann aber die Lufft kalt ist, mus man die Fenster zu,lassen, sonst wachsen die Pflanzen nicht.

Da diese Pflanzen, sonderlich in hiesigem Landsehr langsam wachsen, so ist es nöthig, sie öfftersin andere Töpfe zu versetzen; geschiehet solches alleFrühlinge kurz vorher ehe sie neue Blätter treiben,so istesofft genug, und da mus man von ihren Wur-zeln so viel von der alten Erde wegnehmen, als sichohne Beschädigung der Pflanzen sicher thun last,und nachdem sie in neue Töpffe gesetzet worden,mus das Lohbeet etwas aufgerühret, und mit etwasfrischer Loh verneuert werden, wodurch die Wur-telung der Pflanzen befördert wird; wäre aber dasWetter sehr warm, und die Erde im Versetzen allevon der Wurzel abgefallen. so müssen die Pflanzenam Tag, wann es warm ist, bis sie neue Wurzelnbekommen, im Schatten gehalten werden, sonder-lich, wann sie vor dem Versetzen bereits Blatter ge-trieben halten, weil die zarten Blätter von derWarme bald einschrumpfen, wann man diese Vor-sicht nicht gebraucht, und abfallen.

Wann die Pflanzen aus dem Saamen wohlauf-gehen, und sorgfältig gewartet werden, so wachsensie manchmalen im ersten Jahr sechs Zoll hoch; nach-

Zusäze.

zchendj aber nehmen sie langsam» >n, indem sie>^'ten in einem Jahr über drey Zoll treiben, umganze Schus braucht insgemein weniger als cmnat, so, daß die Zeit in welcher sie wachsen m^länger dauert: nachgehendö wird der Schus dar ,und die Blatter breiten sich aus; doch wachst"dem nämlichen Jahr keine Blätter mehr, daydenn auch die Pflanzen insgemein das ganze ^5«hindurch von Blättern entblöset stehen, wann 0jungen Blätter im Frühling ungefehr Schaden 1den: dann es ist etwas sehr seltenes, daß siet^Schossen oder Blätter treiben sollten. ...

Obgleich das Hol; dieses Baumes nunmehr 'Lngeland so gemein ist, so ist doch, so viel mir ^'kannt, kein Auctor zu findender dieses Baumes»dacht hätte; da also der Character desselben um'kannt ist, kan er auch noch zu keiner Classe von Ba^men gesetzet werden; so viel ich aber aus den Frucvten dieses Baumes schließen kan, so giebt es in c"-warmen Theilen von America noch verschiedene andere Bäume, die ziemlich viel mit ihm überein kowmen: zwey derselben sind in Engeland in eiMKunstgärten gehalten worden, und also will ichhier anführen.

Larbzäenlium, alatis kraxininon crenztis, fruAu tmKujzn, czuinis mvoluclcrMs, vzliäis, cockleato- cavis, totläem lew>"membi-Anis zäzuAz, 6c columnX csnaliculzrXtsZonX, prXZrzncli zänztz, occluäemibuskluk. tzb. 157. 5. I.

Die Ceder aus Barbados.

Dieser Baum ist in den Inseln von Barbados/Iamaica, und in verschiedenen andern Gegend«»der warmen Theile von America sehr gemein;wächst er nach dem Bericht einiger Auctoren inginien; alleine ich glaube, daß sich selbige irre«'denn er ist zu zart die Kälte zu vertragen, daher ^auch nicht wohl möglich ist, daß er in diesem La^wo es vielmals sehr kalt wird, den Winrer überdauern sollte. Er wächst insgemein in einemckenen steinigen Boden, und ist einer der gröst^Baume von America. Das Holz dieses Baum^ist brauner Farbe und wohlriechend, welchesgenheit gegeben, daß ihn die Einwohner dieserder eine Ceder nennen, obschon der Baum mit ke>^ner europäischen Cederssrcen übereinkommet'Aus den ausgeholten Stammen dieses Baumesden Canoen oder Rahne und Periaguen gemacheuwozu sie gar wohl taugen, weil sie sehr gros werde«,und ihr Holz sehr weich ist, so, daß es sich leichtliwausholen last. Es giebt in VVeftindien aus die >ewBaum gemachte Kahne > die bey vierzig Schuh la»Ound fünf oder sechs Schuh breit sind. Da auwdas Holz dieses Baumes sehr leicht ist, so werde"öffters Dachschindeln daraus gemachet, um d>^Häuser in America damit zu bedecken, wiees delMhiezu sehr dauerhafft befunden wird; weil aberSeewurm in dieses Holz kommet, so taugt es n>s^zum Schiffbau, wie andere Sorten, ob man esgleich öffters dazu brauchet, und auch die Sch>" .damit beschlaget. Man pflegt auch öffters ZimM^damit zu täfeln und Kisten daraus zu machen, n?e>»der Wurm in selbige nicht so offt/ als in vieles an-deresHol; kommet, und darinnen hecket, indem ^von bitterem Geschmack ist, den auch alleso nahe bey ihn zu liegen kommen, sonderlich so lange das Holz noch frisch ist, annehmen.

Man ziehet diesen Baum aus dem Saamen ,de»man aus dem Land, wo er von Natur wachst,so viel möglich frisch, in der Frucht, kommen lcsicn

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