Druckschrift 
Theil 2 (1751)
Entstehung
Seite
530
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

;z° xv

hends mus man ihnen nach Beschaffenheit der war-men Witterung, und der Warme des Beetes inwelchem sie stehen, Lufft und Wasser geben: danntreibt man sie zu starck, und last man den Hag überdie Glasfenster zu, so wachsen sie schwach und dün-ne in die Höhe, so, daß sie sich kaum aufrecht hal-ten können; stehen sie aber zu viel in der Lufft, sonehmen sie an Wachstum wenig zu.

Wann die Pflanzen so weit zugenommen, daßsie die Töpffe mit ihren Wurzeln anfüllen, mus mansie heraus nehmen und in grössere Töpffe setzen, dieman mit der nämlichen leichten, frischen Erde an-füllen, in das Mistbeet wieder eingraben, und wievorher warten kan. So aber müssen die Pflanzenimmer, von Zeit zu Zeit, in grössere Töpffe gesetzetwerden, und mitzunehmender warmer Witterung,mus man ihnen mehr Lufft geben; wären sie aber zuhoch, als daß sie unter dem Glastrog stehen bleibenkönnten, so mus man sie ins Glashaus bringen,und in das Lohbeet unter andere zarte ausländischeBäume und Stauden setzen, da dann die jährlichenSorten im Herbst blühen werden; Früchte aberbringen sie in diesem Land selten.

Die Baumsorten müssen den ganzen LVmrer hin,durch im Lohglashaus stehen: und wenn man sie zuder Seerraube und andern solchen westindischenBäumen setzet, und dabey die Lufft im Glashaus,nach HerrnFowlcrs Thermometer, um zehen Gradwärmer als temperirr hält, so wachsen sie sehr wohl,wenn sie öffters begossen werden.

ttonc^luckle. Die

aufrechte Heckenkirchenstaude.

Der Characrer ist:

Die Blume besteh« aus einem Dlärlein, iströhrichr, und theilet sich oben in viele Theile,bleiber auch auf den Reich siyen. Sie wachseninsgemein paarweis an einem Stiel. Der Reichrvird hernach zu einer weichen zweyfachenLruchr oder Leere, welche placre, rundlichre Saa,men enthalt.

Zur Zeit ist nur eine Sorre dieser Pflanze be,kannt, nämlich:

pyrenzicum. lnü. K. l-l. Pyrenäi-sche aufrechte Heckenkirschenstaude.

Herr Doct. Tsurnesorr hat diese Staude aufden pyrenaischen Gebürge entdecket, und sie vomChamaceraso, oder der Heckenkirsche, wegen derForm ihrer Blume abgesondert, ob sie gleich vonden Blumen dieser Pflanzen so wenig unterschiedenist, daß sie deswegen nicht verdienet, abgesondert zuwerden, sintemalen dieFrucht mir der Frucht diesesGeschlechtes vollkommen überein kommet.

Sie wird bey drey bis vier Schuh hoch, undtheilt sich in viele Zweige, wie die andern Hecken-kirschen. Die Blumen sind klein, und wachsen nursparsam an den Zweigen, daher sie denn kein beson-deres Ansehen machen. Sie blühet insgemein imFebruar»», fast zu gleicher Zeit mit dem Retter-hals, daher man ihr denn in den Gärten Mter an,dern ausländischen, dauerhasten Stauden, um derVarietät willen einen Platz vergönnen kan. Esläst sich diese Pflanze durch abgeschnittene Zweigleinvermchrcn, die man um Michaelis in eine schatti-ge Rabatte von starckem leimigen Boden, setzenmus, und wann man selbige in trockenem Wettergehörig begießet, und vom Unkraut rein hält, sowerden sie um das folgende Mlchelsfest gute Wur,

vu

zeln haben, da man sie dann dahin setzen kan ,sie bleiben sollen, und zwar in einen starcken leimgen Boden, an einen kühlen und schattigenDenn pflanzt man sie in einen leichten trockenen^den, an einen lufftigern Ort, so dauern steeinen Sommer, man müste sie denn bey trocken^Wetter starck begießen; wiewohl sie auch bey t»e>'Vorsicht, doch nicht viel zunehmen werden.

vu.

Insgemein l'ke Inäian Vuccz. ^^ indianische Yucca.

Der Lharacter ist:

Sie sieht einer Aloe gleich. DhreBlätter^digen sich mir einer schärften Spiye, s"aber »rächst wie ein Äaum. Die Vlume d > ^her aus einem Llarlein, ist glockenförmig/sechs Einschnitte und stehet blos. Siein langen Achren, der Eyerstock, so in der l're der Slume stehet, wird hernach zu emerd^fächerichen Frucht, wie an der Aloe.

Die Sorten sind: ^

1. Vuccz Lolüs ^loes. L. ö. ?. Di< g^^Vucca. . 5,

2. Vuccz koliis tüi^mentoliz. klontt. Die L/ca an deren Blättern Fäden wachsen.

3. Vuccz 2rborc2. Die baumartige Ducca. ^

4. VucLä Lsrolinisna ÄNZu^ikolia,

vix 5crr»ti5. Die schmalblätterige, carolllU ^Aucca. mit Blattern so an dem Rand sehr n"zackig sind. ,5

Die erste dieser Pflanzen ist sehr dauerhafft/wann sie erstarcket, verträgt selbige, die Kälte .j,serer ordentlichen Winter in freyer Lufft sehr ^wann sie in -einem trockenen Boden stehet. ^blühet insgemein alle Jahre, und ihrewachsen ziemlich dünn an den Stengeln, sin!?nicht so jchön als an der baumartigen Sorte,eine lange dicke Aehre machen, und ein schönes -.sehen haben. Sie blühet aber nur alle vier ^,fünf Jahre einmal, welches allezeit im He» bpschiehet; daher sie denn in diesem Land nien>^Saamen tragt.

Die Sorte mit den Fäden ist in den englisi^Garten nicht so gemein, als die andern; n>cu^aber urspringlich in Virginien wachst, soman sie leicht in Menge haben. Die carolin»^Sortc ist vor einigen Jahren aus dem Saame»^zogen worden, den man von dorther zu uns gebr^,,und ist nun in Engeland sehr gemein; diePfla>>!aber sind noch zu keiner solchen Reife gekomn'^daß sie in Engeland blühen sollten; diesemnacl)^ich auch nicht sagen, in wieferne sie von denSorten unterschieden sey. ^

Es werden alle diese Pflanzen entweder aus d 5Saamen gezogen, wann man ihn aus der Frewverhält, oder auch von den Schossen der altenzen, wie die Aloen. ,

Wann man sie aus dem Saamen ziehet,man ihn in Töpffe säen die mit leichter frischest,de angefüllet sind, und solche in ein temperirtesbeet einqraben, wo sodenn die Pflanzen fünfsechs Wochen hernach aufgehen werden; wa"N'nun aber zwey oder drey Zoll hoch sind, musjede in einen besondern kleinen Topf setzen, der'