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2 (1907)
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1088
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1088

Urina.

KüArp'sclie Lösung zum Nachweis und zur Bestimmung der Glukose. 10 g

reines, trocknes Merkuricyanid werden in "Wasser gelöst, mit 100 ccm Natronlauge vomspec. Gewicht 1,145 vermischt und mit Wasser zu 1 Liter aufgefüllt. 40 ccm dieserLösung werden in der Hitze durch 0,1 g wasserfreien Traubenzucker reducirt, so dassim Filtrat durch Ammoniumsulfid Quecksilber nicht mehr nachweissbar ist.

O liver's Reagenspapier zum Nachweis von Zucker im Harn. Zwei Papiere,getrennt mit Natriumkarbonat, bez. mit Indigokarmin getränkt.

P iffakd's Paste zur Harnuntersuchung auf Zucker. Besteht aus 1 Th. Kupfer-sulfat, 5 Th. Seignettesalz und 2 Th. Natronhydrat.

S oldainis Lösung zum Nachweis der Glukose. 15 Th. Kupferkarbonat, 416 Th.Kaliumbikarbonat, 1400 Th. Wasser.

W ayne's Lösung zum Nachweis der Glukose. 2 Th. krystall. Kupfersulfat, 10 Th.Aetzkali, 10 Th. Glycerin, 200 Th. Wasser.

Glykosolrol. (Ein Antidiabeticum.) Besteht aus ca. 82 Th. Weizenmehl mitSchwefel, Milchzucker, Sennapulver, Fenchelpulver. ( Aufrecht.)

Eiweiss. Jeder normale Urin enthält Spuren des zur Gruppe der Nucleoalbu-mine gehörigen Eiweissstoffes Mucin. Die bei pathologischen Zuständen im Harn vor-kommende Eiweissart ist das Serumalbumin, neben welchem gewöhnlich auch nochSerumglobulin vorkommt. Ausserdem ist Bücksicht zu nehmen auf das Vorhandenseinvon Albumosen, Peptonen (Hämoglobin). Von einer eigentlichen Albuminuriekann aber nur die Rede sein beim Vorhandensein von Serumalbumin; auf dieses beziehensich also die Angaben, falls von Eiweiss schlechthin gesprochen wird.

Qualitativer Nachweis. Es ist durchaus erforderlich, dass der Harn, mitwelchem die nachfolgenden Proben angestellt werden, vollständig klar ist. Führt eineeinfache Filtration nicht zu einem klaren Filtrate, so schüttelt man den Harn vor demFiltriren mit Filtrirpapier-Brei an. Zusätze von gebrannter Magnesia und Talksteinpulversind nicht zu empfehlen, weil diese Eiweiss zurückhalten können. In allen Fällen istzunächst die Reaktion des Harns, bez. des Filtrates festzustellen. Um die durch vorhan-denes Mucin sich ergebenden Täuschungen zu vermeiden, säuert man den Harn mit Essig-säure schwach an und filtrirt nach dem Absetzen. Zu den Prüfungen auf Eiweiss ver-wendet man alsdann das klare, mucinfreie Filtrat.

1) Essigsäure-Kochprobe. 10 ccm des mit Essigsäure sehr schwach ange-säuerten Harns werden zum Sieden erhitzt. Trübung oder Niederschlag zeigen das Vor-handensein von Serumalbumin und Serumglobulin an. Man muss mit dem Zusatz vonEssigsäure vorsichtig sein, da ein Zuviel derselben Eiweiss wieder auflöst.

2) Essigsäure-Aussalzprobe. Man säuert 10 ccm Harn stark mit Essigsäurean, fügt ein gleiches Volumen kalt gesättigter Kochsalz- oder Natriumsulfatlösung hin-zu und erhitzt zum Sieden: Trübung oder Niederschlag rühren von Serumalbumin, Serum-globulin, auch Albumosen her. Der Ueberschuss von Essigsäure schadet hier nicht, dain Neutralsalzen die Eiweissstoffe unlöslich sind. Sehr zu empfehlen.

3) Salpetersäure-Probe. 10 ccm Harn werden zum Sieden erhitzt. Zur heissenFlüssigkeit giebt man gleichgiltig, ob ein Niederschlag entstanden war oder nicht2030 Tropfen Salpetersäure. Eine bleibende Trübung oder ein bleibender flockiger Nie-derschlag zeigen Eiweiss an. Eine Trübung, welche beim Kochen des Harn3 allein eintritt,auf Zusatz von Salpetersäure aber verschwindet, rührt von Erdphosphaten her. Eine vonausgeschiedenen Harzsäuren (nach Einnehmen von Copaiva-Balsam u. dergl.) herrührendeTrübung würde durch Zusatz von Alkohol verschwinden.

4) üeli.er 'sche Probe. Man schichtet auf 10 ccm konc. (25proc.) Salpetersäurevorsichtig 10 ccm Harn. Eine deutliche Trübung an der Berührungsstelle beiderFlüssigkeiten zeigt Serumalbumin und Serumglobulin an. Auftreten von farbigen Ringenohne Trübung ist nicht auf Eiweiss zu deuten.

5) Boedecker's Probe. Man versetzt 10 ccm Harn mit 510 Tropfen Essigsäurebis zur stark sauren Reaktion. Tritt jetzt schon eine Fällung ein (von Mucin oder Uraten),so filtrirt man ab. Zum klaren Harn oder Harnfiltrat setzt man nun 13 Tropfen frischbereitete^ Ferrocyankaliumlösung (ein Ueberschuss ist zu vermeiden, weil er lösend auf Ei-weiss wirkt). Trübung oder Niederschlag zeigen Serumalbumin, Serumglobulin, auchAlbumosen an.

6) Spiegler's Probe. Man giebt zu 10 ccra des mit Essigsäure stark angesäuerten,und wenn hierdurch eine Trübung entsteht, filtrirten Harns vorsichtig einige Tropfen vonSpiegler's Reagens (s. weiter unten), so dass keine Mischung der Flüssigkeiten erfolgt.Bei Gegenwart von Eiweiss entsteht an der Berührungsstelle ein scharfer, weisser Ring,Empfindlichkeit 1: 150000.