Druckschrift 
2 (1907)
Entstehung
Seite
1089
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Urina.

1089

7) Spiegleh's Reagens. Hydrargyri bichlorati corrosivi 8,0, Aeidi tartariei 4,0,Aquae destillatae 200,0, Glycerini 20,0. Das Reagens ist thunlichst frisch zu bereiten.

G. Roch's Probe. Man versetzt 10 com Harn mit einigen Tropfen einer 20pro-centigen Lösung von Salicylsulfosäure. Opalescenz, Trübung oder flockiger Niederschlagzeigen Anwesenheit von Eiweiss an.

8) Pikrinsäure-Probe. 10 ccm des Harns werden mit 10 ccm Esbach's Reagens(s. w. u.) versetzt. Sogleich oder nach einiger Zeit auftretende Trübung oder Fällungzeigt Serumalbumin, Serumglobulin, Albumosen und Pepton an.

Von den vorstehenden Proben halten wir die unter 2 angeführte Essigsäure-Aussalz-Probe für eine der zuverlässigsten; ihr gleichwerthig ist die Salpetersäure-Probe. Beidezeigen echte Albuminurie an. Yon den auf kaltem Wege anzustellenden Reaktionen istdie mit Ferrocyankalium -j- Essigsäure von grosser Schärfe und für alle Fälle ausreichend.Sie -wird an Schärfe allerdings noch übertroffen durch die Reaktion nach Spieglek.

Quantitative Bestimmung des Ehveiss. a) Gewichtsanalytisch. Man bringt100 ccm Harn in ein Becherglas, säuert sehr schwach (!) mit Essigsäure an und erhitztdas Becherglas 30 Minuten im siedenden "Wasser. Erhält man eine grossflockige, sich gutabsetzende Gerinnung von Eiweiss, so sind die Verhältnisse richtig getroffen. Ist die Ge-rinnung breiförmig, so ist der Harn zu eiweissreich, man verdünnt ihn alsdann auf das25fache und setzt den Versuch mit dem verdünnten Harn von neuem an. Wenn dasEiweiss in grossen Flocken abgeschieden ist, lässt man kurze Zeit heiss absetzen und filtrirtalsdann durch ein bei 110° C. getrocknetes quantitatives (aschefreies) Filter (vor der Strahl-pumpe mit untergelegtem Leinwandconus). Man wäscht den Niederschlag nach einandermit heissem Wasser, Alkohol und Aether aus, und trocknet bei 110° C. biszum konstanten Gewicht. Darauf verascht man Filter und Eiweiss im Pla-tintiegel und zieht die erhaltene Asche des Eiweisses vom Gewicht des Ei-weisses ab. Man kann auch den ausgewaschenen Niederschlag (-)- Filter)noch feucht in einen kjeldahl 'schen Zersetzungskolben bringen und denStickstoff nach Kjeldahl (s . S. 484) bestimmen. Von der gefundenen Stick-stoffzahl ist der auf das Filter entfallende Stickstoffbetrag abzuziehen. Derverbleibende Rest x 6,25 giebt die Menge des vorhandenen Eiweisses an.

Beide Methoden geben genaue Resultate.

Bestimmung nach Esbach . Reagirt der Harn sauer, so kanner direkt verwendet werden, im anderen Falle muss er mit Essigsäureschwach angesäuert und filtrirt werden. Ein Albuminimeter" genann-tes, graduirtes Rohr wird bis zur Marke U mit Harn gefüllt, dann fügt manbis zur Marke R von dem EsBACH 'schen Reagens hinzu, verschliesst dasRohr mit einem Stopfen und mischt den Inhalt, ohne zu schütteln,durch 1012 maliges Umkehren des Glases. Man stellt alsdann bei Zimmer-temperatur das Rohr in ein Gestell und liest nach 24 Stunden die Höheder abgesetzten Eiweissscliicht ab. Eine empirische Theilung giebt an, wieviel Eiweiss in 1000 Theilen Harn enthalten ist. Der zu untersuchendeHarn darf nicht mehr als 0,4 Proc. Eiweiss enthalten und kein höheresspec. Gewicht als 1,008 besitzen, andernfalls ist er entsprechend zu ver-dünnen. Die Methode giebt keine absoluten Werthe, giebt aber für _klini-sche Zwecke hinreichend brauchbare Vergleichswerthe. Fig~i89

Esbach's Reagens. Solutio Acidi picronitrici (Münch, esbach's ai-

Ap.-V.). Man löst 10 g reine Pikrinsäure und 30 g reine lcrystall. bumiuimeter.

Citronensäure in ca. 800 ccm Wasser und füllt zu 1 Liter auf.

Eürhringer's Eiweissreagens. Ist ein Gemenge von Quecksilberchlorid, Natrium-chlorid und Citronensäure.

Gouvee's Lös iimit . (Eiweissreagens.) Ist eine Auflösung von Merkuricyanid ineinem Ueberschuss von Kaliumjodid. Giebt mit gelösten Eiweissverbindungen weisseNiederschläge.

Mehu's Eiweissreagens. 1 Th. Karbolsäure, 1 Th. Essigsäure, 2 Th. Alkohol. Giebtin einer mit Salpetersäure oder Natriumsulfat versetzten eiweisähaltigen FlüssigkeitNiederschlag.

O liver's Ei w eissreagens -P apiere. Sind Papiere mit folgenden Lösungen getränkt:1) Pikrinsäure und Citronensäure. 2) IN atriumwolframat und Citronensäure. 3) Kalium-quecksilberjodid und Citronensäure. 4) Zwei Papiere getrennt mit Kaliumferrocyanid undCitronensäure getränkt. Jedes dieser vier Papiere stellt ein selbständiges Reagens dar.

Rhodankali-Reagens auf Eiweiss. Mischung aus gleichen Theilen Rhodankaliumund Bernsteinsäure.

Stuetz's Eiweiss -Reagenskapsein. Enthalten die fübbkingek 'sche Mischung (siehevorher) in Gelatinekapseln.

Handb. d, pharm. Praxis. II. 69