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2 (1907)
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Sabadilla.

vom Juni bis zum August, trocknet im Schatten und bewahrt es in dichtgeschlossenenBlechgefässen auf. 4 Th. frische Blätter geben 1 Th. trockne. Beim Verarbeiten desKrautes ist einige Vorsicht geboten; man thut gut, Hände und Gesicht zu schützen, daandernfalls, offenbar durch das ätherische Oel, lästige Entzündungen der Haut hervor-gerufen werden können.

Indessen scheint es, als ob diese Eigenschaft iiut der in südlichen Gegenden ge-wachsenen Pflanze zukommt, in Deutschland und in der Nordschweiz gewachsene Baute er-regt nach unseren Erfahrungen keine Entzündung. Es erscheint danach fraglich, ob letz-tere überhaupt im Stande ist, die erstere zu ersetzen.

Anwendung. Das Kraut wirkt als heftiges Excitans wie Salvia und Seeale cor-nutum. Man giebt es in Pillen zu 0,05—0,15 pro die. Von anderer Seite wird als Dosis0,5—2,0 angegeben, der Grund liegt wohl in der soeben erwähnten Verschiedenheit derPflanze. — Ein Infusum der Samen soll anthelmintisch wirken.

Aqua Rutae. Kauten wasser. Wie Aqua Melissae, S. 371, oder durch Schüttelnvon 2 Tropfen Rautenöl mit 100 g warmem Wasser und Filtriren.

Extractum Rutae (alcoole paratum). Extrait de rue .(alcoolique). Gall.:

Wie Extractum Digitalis alc. (Bd. I, S. 1041. 2.).

Acutum Rutae. Rautenessig. Mixtura rutacea camphorata Voigtel.

Wie Acet. Lavandul. S. 287. Rp. Camphorae tritae 2,0

„ , „ , Mucilag. Gummi arab.

Tlnctnra Iiutae ex Herba rennte. Sacchari ää 15,0

Rautentinktur KNEirp's. Aceti Kuta „ 2 bO,0

Wie Tinct. Hyoseyam. ex Herb. rec. S. 96. Aquae Rutae 100,0.

Haarwuchsflüssigkeit von Elise Galeek in Biel ist eine sehr verdünnte, mitGlycerin, Wacholdergeist, Rauten- und Lavendelöl versetzte Ammoniakflüssigkeit.

Oleum Rutae. (Ergänzb. Gall.) Rautenöl. — Esselice de Rue. — Oil of Rue.

Das ätherische Oel der Gartenraute, Ruta graveolens L., ist eine farblose oderhellgelbe Flüssigkeit von sehr starkem, anhaftendem, im koncentrirten Zustande unan-genehmem Geruch. Spec. Gew. 0,833 — 0,840. Drehungswinkel im 100 mm-Rohr bis+ 2° C. Es wird bei niedriger Temperatur fest; sein Erstarrungspunkt (siehe OleumAnisi Bd. I, S. 315) liegt zwischen -f- 8 und -|- 10° C. In 2—3 Th. Spiritus dilutus löstes sich klar auf.

Rautenöl besteht zu mindestens 80 Proc. aus Methylnonylketon CH S . CO. C 9 H 19 ,neben kleinen Mengen Methylheptylketon.

Verfälscht wird es mit Terpentinöl, wodurch das spec. Gew. erhöht, die Erstarrungs-temperatur herabgesetzt und die Löslichkeit in verdünntem Weingeist vermindert wird.

Sabadilla.

Jetzt Schoenocaulon. Gattung der Liliaceae — Melanthioideae — Yeratreae.

Schoenocaulon officinale (Schlecht.) A. Gray. Heimisch von Mexiko bisVenezuela. Mit kleiner Zwiebel, meterlangen, schilfartigen Blättern. Schaft bis 1 m hoch,mit 1 / a m langer, schlanker Blüthentraube. Blüthen kurzgestielt, gelblich. Frucht eineaufgeblasene, dreifächrige Kapsel, die in jedem Fache 2—4 Samen enthält. Sie findenarzneiliche Verwendung:

+ Semen Sabadillae (Austr. Helv. Ergänzb.). — Sabadillgamen. Kapuziner-samen. Läusesamen. — Semence ou graine de cevadille (Gall.).

Beschreibung. Die Samen sind durch gegenseitigen Druck in der Frucht un-regelmässig kantig, etwas gekrümmt, bis 9 mm lang, bis 2 mm breit, glänzend schwarz-braun, runzelig. Innerhalb der Samenschale ein graubraunes, hartes Endosperm, an dessenGrund der kleine Embryo liegt.