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2 (1907)
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1083
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Urina.

1083

4) Normalsodalösung. Man löst 53 g trockenes Natriumkarbonat zu

1 Liter auf.

Zur Einstellung der Merkurinitratlösung werden 20 ccm der Harnstofflösung mit10 ccm Barytmischung versetzt. Alsdann lässt man in diese Mischung von der Merkuri-nitratlösung, welche sich in einer Bürette befindet, zufliessen. Es bildet sich ein weisserNiederschlag. Man fährt mit dem Zusatz von Merkurinitratlösung so lange fort, als mansieht, dass durch jeden erneuten Zusatz von Merkurinitratlösung noch ein Niederschlagentsteht. Ist dies nicht mehr der Fall, so bringt man mit Hilfe eines Glasstabes 1 Tropfender trüben Flüssigkeit in ein auf dunkler Unterlage ruhendes Uhrglas, welches etwa zurHälfte mit Normal-Sodalösung gefüllt ist. Zu Anfang der Titrirung entsteht beim Ver-mengen beider Flüssigkeiten nur ein rein weisser Niederschlag, indem durch die im Ueber-schuss anwesende Salpetersäure ein Theil der schon erwähnten Doppelverbindung vonHarnstoff mit Merkurinitrat in Lösung gehalten, durch die Neutralisation aber unlöslichabgeschieden wird. So lange der Niederschlag rein weiss ausfällt, fährt man mit demZusätze der Merkurinitratlösung fort, und zwar setzt man ccm für ccm hinzu und bringt nachjedesmaligem Zusätze stets 1 Tropfen der trüben Flüssigkeit zu der Natriumkarbonatlösung.

Wenn aller Harnstoff ausgefällt ist, so erzeugt nun Natriumkarbonat mit einemTropfen der trüben Flüssigkeit einen weissen Niederschlag, auf welchem sich hellgelbe bisröthliche Stellen (wie Quecksilberoxyd) zeigen. Man hat den Punkt zu treffen, wo derNiederschlag gerade eine eben wahrnehmbare gelbliche Färbung annimmt. Sind hierzuz. B. 19,3 ccm der Merkurinitratlösung nöthig, so ist die Lösung zu koncentrirt. 193 ccmderselben müssen alsdann zu 200 ccm aufgefüllt werden. Je 1 ccm der so eingestelltenMerkurinitratlösung fällt 0,01 g Harnstoff.

Ausführung im Harn. Zur Ausfällung der Phosphate versetzt man 50 ccm Harnmit 25 ccm Barytmischung und filtrirt. Ein kleiner Theil des Filtrates wird mit einerweiteren Menge Barytmischung versetzt, wodurch es keine Trübung erleiden darf, sonstsind die Phosphate nicht völlig ausgefällt. In diesem Falle muss man eine neue Fällungmit einem grösseren Volumen Barytmischung machen.

Von dem Filtrate bringt man die 10 ccm Harn entsprechende Menge, also hier 15 ccm,in ein Becherglas, lässt Merkurinitratlösung ccm für ccm zufliessen und mischt nach demjedesmaligen Zusatz 1 Tropfen der wohldurchrührten Flüssigkeit mit Natriumkarbonatlösung,bis sich das erste Auftreten der Gelbfärbung zeigt. Der Versuch ist zur Kontrolle zuwiederholen.

Zur Berechnung des Harnstoffgehaltes hat man noch eine Korrektion vorzunehmen.Ist nämlich Chlornatrium im Harne zugegen (was bekanntlich für jeden Harn zutrifft), sosetzt sich dieses mit einem entsprechenden Theile der Merkurinitratlösung zu Merkuri-chlorid um, und dieses letztere fällt Harnstoff nicht. Man muss daher die demvorhandenen Kochsalz entsprechende Menge der Merkurinitratlösung abziehen. Die Er-fahrung hat in dieser Hinsicht Folgendes ergeben:

1) Wegen des Kochsalzgehaltes hat man bei Anwendung von 10 ccm Harn abzuziehen,von der zur Hervorrufung der Endreaktion verbrauchten Anzahl ccm Merkurinitratlösung:bei einem Verbrauch von 1020 ccm Merkurinitratlösung 12 ccm; für 2030 ccmMerkurinitratlösung 22,5 ccm. Nur bei Fieberharnen ist nichts in Abzug zu bringen,da bei diesen der Kochsalzgehalt erheblich geringer ist.

2) Hat man bei Anwendung von 10 ccm Urin weniger als 30 ccm Merkurinitrat-lösung gebraucht, so ist ausser dem Abzug für den Kochsalzgehalt für je 5 ccm, welcheweniger als 30 ccm verbraucht sind, 0,1 ccm von der abgelesenen Anzahl abzuziehen.

3) Braucht man bei Anwendung von 10 ccm Urin mehr als 30 ccm Merkurichlorid-lösung zur Erzeugung der Endreaktion, so muss man für je 2 ccm Merkurinitratlösung,die man mehr als 30 zusetzt, 1 ccm Wasser dem Gemisch zufügen.

Korrektion 2 und 3 sind auszuführen, weil diese (LiEBiG 'sche) Titrirung nur in2procentigen Harnstofflösungen richtige Ergebnisse giebt, in verdünnten Harnen dagegenzu hoch, in koncentrirteren zu niedrig ausfällt.

Beispiel, a) Angewendet 15 ccm HarnBarytmischung = 10 ccm Harn. Ver-braucht = 20 ccm Merkurinitratlösung. Hiervon sind abzuziehen 2 ccm für Kochsalz, ferner2x0,1 (nach 2) für die Verdünnung. Korrigirte Anzahl der verbrauchten ccm Merkuri-nitratlösung daher 17,8. In 10 ccm Harn sind mithin 0,178 g Harnstoff enthalten, derHarn enthält 1,78 Proc. Harnstoff. b) Angewendet 15 ccm Harn -f Barytmischung= 10 ccm Harn. Verbraucht 35 ccm Merkurinitratlösung. Für die mehr als 30 ccm ver-brauchten 5 ccm sind dem Gemisch 2,5 ccm Wasser zugesetzt worden. Die Korrekturwegen des Kochsalzgehaltes verlangt einen Abzug von mindestens 2,5 ccm. Der korrigirteWerth ist daher 35 2,5 = 32,5. Der Harn enthält also 3,25 g Harnstoff.

Die LiEBiG 'sche Methode in der Modifikation von Pflüger . Diese Methodeliefert die genaueren Resultate. Die für dieselben nöthigen Lösungen sind diegleichen wie bei der LiEBio 'schen Methode.