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Urina.
Schätzung des Harnstoffs nach dem spec. Gewicht. Ist ein Harn frei vonZucker und Eiweiss und enthält er mittlere Mengen von Kochsalz, so lässt sich der Harn-stoffgehalt (cf. die nachstehende Titrirung) aus dem spec. Gewicht annähernd schätzen. EinHarn mit dem spec. Gewichte 1,010 enthält etwa 1 Proc. Harnstoff; ein solcher vom spec.Gewichte 1,015—1,020 etwa 1,5 —2,0 Proc. Harnstoff. Ein Harn vom spec. Gewichte 1,030enthält meist über 4 Proc. Harnstoff.
Gasometrische Bestimmung des Harnstoffs nach Höfner . Die beruht darauf,dass Harnstoff durch Natriumhypobromid unter Abscheidung von Stickstoff zersetzt wird:CO(NH. 2 ) + 3 NaOßr = CO a + 2 H. 2 0 + N 2 + 3 NaBr. Man bedarf hierzu einer Lösungvon 200 g Natronhydrat in 500 ccm Wasser. Zum Gebrauche mischt man 175 g dieserNatronlauge unter guter Abkühlung durch Eiswasser mit 12,5 ccm Brom.
Der Harn muss eiweissfrei sein und soll nicht mehr als 1 Proc. Harnstoff enthalten.Alle Theile des Apparates müssen trocken sein.
Das etwa 100 ccm fassende bauchige Gefäss b des HüFNER 'schen Ureometers(Fig. 186) steht mittels eines weit gebohrten Hahnes mit dem 5 ccm fassenden kolbenförmigenAnsatzstück a in Verbindung. Das Volumen des Gefässes a einschliess-lich der Hahnbohrung muss ein für allemal genau festgestellt wer-den, was durch Ausmessen mit Wasser mittels einer Bürette geschieht.Der Raum a inkl. der Hahnbohrung soll möglichst nicht über 6 ccm fassen.— Das obere, etwas verjüngte Ende von b umschliesst mittels _ einesGummistopfens den Hals einer Glasschale c, in welche das verjüngteEnde von b einige cm hoch emporragt. Auf dieses verjüngte Ende bwird das Eudiometer d zum Auffangen des entwickelten Stickstoffes auf-gesetzt. Dieses Eudiometer fasst 50—100 ccm, ist in l / 10 ccm getheiltund wird mit frischer oder einer bei einem früheren Versuche gebrauchtenNatriumhypobromidlösung gefüllt.
Man füllt nun mit Hilfe eines langen Trichterrohres Gefäss asammt der Hahnbohrung (!) mit dem zu untersuchenden Harn, welcher,wenn nöthig, mit dem gleichen oder doppelten Volumen Wasser verdünntist, an, schliesst alsdann den Hahn und reinigt das Gefäss b durch Aus-spülen mit Wasser. Dann füllt man das Gefäss b vollständig und dieSchale c bis über den Stutzen mit der oben angegebenen Bromlauge,füllt damit auch das Eudiometer an und setzt dieses über den Stutzen.Nachdem man sich überzeugt hat, dass nirgends Luftblasen vorhandensind, öffnet man den Hahn zwischen a und b. Die Bromlauge mischtsich mit dem Inhalt von a, und es tritt nun eine lebhafte Entwicklungvon Stickstoff ein, welcher in das Eudiometer übertritt. Nach BeendigungichCT i arat"" ^ er Rektion lässt man noch '/ 4 Stunde stehen, dann führt man das Eudio-sc er ppara . met . er j n e i nen m it ausgekochtem Wasser gefüllten Cylinder über und liestnach Ausgleich der Temperatur die Anzahl der ccm, ferner Temperatur und Barometer-stand ab.
Das Gewicht des Stickstoffs berechnet man nach der Formel:
V (b — b')
• 0,0012566.
g 760 (1 + 0,003665)
In dieser Formel bedeutet g = das Gewicht des Stickstoffs in Grammen, V = dasVolumen des entwickelten Stickstoffs in ccm, t = Temperatur, b = Barometerstand reducirtauf 0°C, b' = Tension des Wasserdampfes bei der Beobachtungs-Temperatur t und 0,0012566= Gewicht von 1 ccm Stickstoff bei 0° 0. und 766 mm B.
Die gefundene Stickstoffmenge, mit 2,14 multiplicirt, giebt die Menge des Harnstoffs.Maassanalytische Bestimmung des Harnstoffs. Die einfachste maass-analytische Bestimmung des Harnstoffs ist die nach Liebig . Sie beruht darauf, dass Harn-stoff mit einer Lösung von Merkurinitrat unlösliche weisse Niederschläge giebt, welchedurch Natriumkarbonat nicht zu gelbem Quecksilberoxyd zersetzt werden, während dasnach Ausfällung allen Harnstoffs in der Flüssigkeit etwa vorhandene überschüssige Merkuri-nitrat durch Natriumkarbonat unter Bildung von Quecksilberoxyd zerlegt wird. Phosphatesind aus dem Harn vorher zu entfernen, weil sie mit Merkurinitrat unlösliches Merkuriphos-phat geben würden. Zur Ausführung bedarf man:
1) Barytmischung. 2 Vol. einer kalt gesättigten Lösung von Barythydratwerden mit 1 Vol. einer kalt gesättigten Lösung von Baryumnitrat gemischt.
2) Merkurinitratlösung. Man löst 77,2 g rothes Quecksilberoxyd inmöglichst wenig Salpetersäure, dampft zur Sirupkonsistenz ein, löst in Wasser undfüllt zu 1 Liter auf.
3) Harnstofflösung. 20 g über Schwefelsäure getrockneter, reiner Harn-stoff werden in Wasser gelöst und zu 1 Liter aufgefüllt.