Urina.
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Magnesiamischung. Man löst 100 g krystall. Magnesiumchlorid in Wasser,setzt soviel Ammoniak hinzu, dass die Flüssigkeit stark danach riecht, dann sovielAmmoniumchloridlösung, dass der Magnesiumniederschlag klar gelöst wird, und fülltmit Wasser zu 1 Liter auf.
Lösung von einfach Schwefelkalium oder einfach Schwcfel-natrium. Man löst 15g Aetzkali oder 10 g Aetznatron, welche frei sein müssenvon Salpetersäure und salpetriger Säure, in Wasser zu 1 Liter. 500 ccm einer dieserLösungen werden mit Schwefelwasserstoff vollständig gesättigt, alsdann mischt mandie noch vorhandenen anderen 500 ccm der Lauge hinzu.
Man giebt in ein Becherglas von 300 ccm Fassungsraum 200 ccm des eiweissfreienHarns und giesst dazu unter Umrühren eine vorher bereitete Mischung aus 20 ccm Silber-nitratlösung, 20 ccm Magnesiamischung und soviel Ammoniakflüssigkeit, dass eine völligklare Lösung entsteht. Die Mischung lässt man bis 1 / 1 Stunde ruhig stehen. Dannsaugt man den Niederschlag, welcher die Harnsäure als Magnesium-Silberurat enthält, vor derStrahlpumpe (Papierfilter mit untergelegtem Leinwand-Konus!) ab, wobei die an denWandungen des Becherglases sitzenden Niederschlagsmengen zwar abgespült werden, abernicht losgelöst zu werden brauchen, und zwar wäscht man 3—4mal mit ammoniakhaltigemWasser nach. Dann bringt man den Niederschlag durch Abspritzen mit ammoniakalischemWasser in das Becherglas zurück, ohne das Filter zu verletzen. Man verdünnt nun20 ccm Schwefelalkalilösung mit 20 ccm Wasser, erhitzt zum Sieden und filtrirt diese Lösungdurch das vorher benutzte Filter in das Becherglas zu dem Niederschlage und wäscht das
Fig. 184 Salpetersaurer Harnstoff. Fig. 135. Harnstoff.
Filter etwa 4mal mit heissom Wasser nach. Dann erwärmt man Becherglas und Inhaltbis fast zum Sieden des letzteren (allzulanges Erhitzen ist zu vermeiden!) und filtrirt nachdem Erkalten durch das vorher benutzte Filter in eine Porcellanschale unter Nachwaschendes Filters mit heissem Wasser. Man säuert das Filtrat mit Salzsäure an, dampft es aufetwa 15 ccm ein und lässt es nach Zusatz von einigen Tropfen Salzsäure 12—24 Stundenam kühlen Orte stehen. Die alsdann auskrystallisirte Harnsäure wird in einem ALLiHN 'schenKöhrchen (s. S. 784) gesammelt, hintereinander mit Wasser, Alkohol, Aether, Schwefel-kohlenstoff (zur Entfernung von Schwefel) und Aether gewaschen, bei 100° C. getrocknetund gewogen. — Ist die Harnsäure stark gefärbt oder scheidet sich noch Schwefelsilberab, so löst man sie in heissem Wasser unter Zusatz reiner Kali- oder Natronlauge, filtrirt,wäscht aus, säuert das Filtrat mit Salzsäure an, dampft auf 15 ccm ein, lässt 24 Stundenstehen und sammelt die Harnsäure, wie vorher angegeben ist.
Kreatinin. Man versotzt 20 ccm dos frisch gelassenen Harns mit 5—10 Tropfenfrisch bereiteter, stark verdünnter Nitroprussidnatriumlösung und übersättigt schwach mitNatronlauge. Bei Anwesenheit von Kreatinin entsteht rubinrothe Färbung, die allmählichin Gelb verblasst. Säuert man jetzt stark mit Eisessig an und erhitzt, so entsteht zuerstgrüne, dann blaue Färbung, bei längerem Stehen blauer Niederschlag (Unterschied vonAcetessigsäure).
Harnstoff. Um den Harnstoff im Harne nachzuweisen, dampft man diesen zurSirupkonsistenz ein und versetzt den kalten Sirup in der Kälte mit konc. Salpetersäure,worauf sich der salpetersaure Harnstoff in charakteristischen Krystallen ausscheidet. Sindan Harnstoff arme Lösungen (andere Organflüssigkeiten, z. B. Cystenflüssigkeiten) zu prüfen,so dampft man zur Trockne, zieht mit starkem Weingeist in der Wärme aus, dunstetdiesen ab und prüft die konc. Lösung des Verdunstungsrückstandes mit Salpetersäure. Fig.184 und 185.