702 Pyrethrum.
lOprocentige Salben, in 0,1—l,0proo. Lösungen, als 0,lproc. Verbandwatte oder -Gaze,als 2—lOproc. Gaze zum Ausstopfen von Körperhöhlen, in der Augenheilkunde, als Ersatzdes Jodoforms bei weichem Schanker. In der Thierheilkunde als Specialmittel gegen Maul-und Klauenseuche.
III. Methylenblau. Ein weiterer Anilinfarbstoff, welcher therapeutische Anwendungfindet, ist das Methylenblau, das Chlorhydrat des Tetramethylthionins, C 16 H 18 N 3 SC1. Esbildet ein dunkelgrünes, bronceglänzendes Pulver, welches sich leicht mit blauer Farbe inWasser löst, weniger leicht in Alkohol löslich ist. Durch einen Ueberschuss von kon-«entrirter Natronlauge entsteht in der wässerigen Lösung ein schmutzig-violetter Niederschlag.
Prüfung. Die Prüfung erstreckt sich auf einen Gehalt an Arsen und mineralischen
Verunreinigungen und wird auf dieselbe Art, wie
(CH 3 ) 2 N . C 6 H 3 " ^ Ö h TT n . (CH 3 )„C1 die i cni » e des Pyoktanins ausgeführt. - Da unterg— dem Namen „Methylenblau" auch das Zinkchlo-
Methyienbiau. riddoppelsalz des Tetramethylthionins in dem
Handel vorkommt, so achte man beim Veraschendes Präparates auf das etwaige Zurückbleiben von Zinkoxyd.
Anivendung. Das Methylenblau besitzt nach Ehelich und Lippmann schmerz-stillende Wirkung bei neuritischen Processen und bei Rheumatismus articulorum. Mangiebt das Mittel subcutan in der Dosis von 0,06 g oder innerlich in Gelatinekapseln, die0,1—0,5 g enthalten. Höchste Tagesdosis 1 g. Auch bei Malaria fand das Methylenblaudurch Guttmann und Ehrlich Verwendung; 0,1 g fünfmal täglich. Einhorn giebt beiCystitis, Pyelitis und Carcinoma 0,2 g zwei- bis dreimal täglich mit gutem Erfolg.
Antirlieumaticuni von Kamm ist eine Mischung von Natriumsalicylat und Methylen-blau. Als Antirheumaticum innerlich mehrmals täglich zu 0,06—0,1 g. Nicht zu ver-wechseln mit Antirheumatin von Valentiner & Schwarz, s . Bd. I, S. 1162.
Pyrethrum.
Fig. 88.Radix Pyrethri
Germanici.Oberer Theil.
A. Radix Pyrethri. Man hat zwei Sorten verschiedener Ab-stammung zu unterscheiden :
I. Radix Pyrethri (Ergänzb.). Rad. Pyrethri Germanici. RadDentariae. — Deutsche Bertramwurzel. Zahn- oder Speichelwurzel
Von Anacyclus officinarum Hayne (Compositae — Anthemideae — Anthemidinae). Heimath unbekannt, bei Magdeburg kultivirt
Beschreibung. Die mit dem Kraut gesammelte Wurzel ist einfach, strohhalmdick, frisch fleischig, trocken zerbrechlich, aussen IängS'runzlig, graubraun, innen heller, beim Kauen reichliche Speichelsekretionerzeugend. Im Querschnitt erkennt man in der primären Rinde die schi-zogenen Sekretbehälter, das Holz ist deutlich strahlig.
II. Die im Bereich der Austr., Brit., Gall., U-St. officinelle WurzelRadix Pyrethri (Austr. Brit.). Pyrethrum (U-St.). Rad. PyrethriRomani. — Römische Bertramwurzel. — Racine de pyrethre offl-
cinal (Gall.). — Pyrethrum root. Pellitory. Pe-llitory of Spnin.
Von Anacyclus Pyrethrum D. C., hei-misch in Marokko, Syrien, Arabien.
Beschreibung. Meist einfach, zuweilen amoberen Ende borstig beschopft, bis fingerdick, frischfleischig, getrocknet zerbrechlich, aussen braun, runz-lig, uneben. Ebenfalls beim Kauen Speichelsekretion
Fig. 89. Queischnitt1. aus dem oberen, 2. ausdem unteren Theil vonFig. 88.