Pyoktanin.
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Pyoktanin.
Unter dem Sammelnamen „Pyoktanin" (von nvov Eiter und xreTvco tödte) werdenzwei ungiftige Theerfarbstoffe medicinisch verwendet. Ihnen wird hier noch das Methylen-blau angereiht.
I. Pyoktaninum aureum (Ergänzb.). Gelbes Pyoktanin. AuraminO. C 17 H 2l N 3 OCl.Mol. Gew. = 321,5. Benzophenoneid und Apyonin sind französische Bezeichnungen.
Das gelbe Pyoktanin ist reines Auramin, d. i. salzsaures Imidotetramethyldi-p-amido-diphenylmethan. Es wird fabrikmässig dargestellt durch Erhitzen von Tetramethyl-diamidobenzophenon mit Ammoniumchlorid und Zinkchlorid.
Goldgelbes Pulver, welches in kaltem Wasser schwer, leicht löslich dagegen ist inheissem Wasser, in Weingeist, Aether und in Chloro-/ (1)C 6 H 4 (4)N(CH 3 ) 2 form. Die wässerige Lösung giebt mit Kaliumjodid-
^® \ -HCl-t-HgO ]ö sun g sowie mit Kaliumsulfocyanidlösung feurig-gelbe
Auramin o Niederschläge (des jodwasserstoffsauren bezw. des sul-
focyanwasserstoffsauren Salzes), mit Natronlauge eineweiss-gelbe Ausscheidung der freien Farbbase. In dem Filtrate der Natronlaugenfällungentsteht nach dem Uebersättigen mit Salpetersäure ein weisser Niederschlag von Silber-chlorid.
Prüfung. 1) 1 Th. Pyoktanin muss sich in 30 Th. Weingeist ohne Rückstandauflösen (Dextrin würde ungelöst zurückbleiben). — 2) Es darf beim Einäschern nichtmehr als 1 Proc. feuerbeständigen Rückstand hinterlassen (unorganische Beimengungen).Spuren von Eisen sind zuzulassen. — 3) Zur Prüfung auf Arsen werden 2 g mit je 2,5Soda und Salpeter verascht. Die Lösung der Asche wird mit verdünnter Schwefelsäureübersättigt, diese Lösung eingedampft, bis zum völligen Vertreiben der Salpetersäure erhitztund im MARsn'schen Apparat geprüft.
Auramin I und Auramin II sind Verdünnungen des reinen Auramins mit Dextrinin verschiedenen Verhältnissen.
II. Pyoktaninum coeruleum (Ergänzb.). Blaues Pyoktanin. Methylviolett.
Der reine, im Handel unter dem Namen „Methylviolett" bekannte Farbstoff.
Wird in der Grosstechnik durch Einwirkung von Oxydationsmitteln auf Dimethyl-anilin dargestellt nnd besonderen Reinigungsverfahren unterworfen. — Besteht im wesent-lichen aus dem salzsauren Salze des Pentamethyl-p-Rosanilins C 24 H 28 N 3 C1 und demjenigendes Hexamethyl-p-Rosanilins C 25 H 30 N 3 C1.
Ein blaues, krystallinisches Pulver, welches in Wasser und in Weingeist mit intensivblau-violetter Farbe löslich ist. Die Farbe der wässerigen Lösung geht durch allmählichenZusatz von Salzsäure in Blau, Grün, Braungelb, schliesslich in Braunroth über. DurchZusatz einer hinreichenden Menge Wasser nimmt diese Lösung schliesslich wieder violetteFarbe an. — Natronlauge fällt aus der wässerigen Lösung einen roth-violetten, Schwefel-ammonium einen lasurblauen Niederschlag. Die weingeistige Lösung des blauen Pyoktaninswird beim Erwärmen mit Natronlauge entfärbt. Man erkennt das blaue Pyoktanin amsichersten an dem Absorptionsspektrum seiaer Lösung. DasselberJmp 6 H 4 r41N[rH 3 ] 2 ist auf S - 617 angegeben.
\(1)CcH 4 (4)NHCH 3 C1 Prüfung. 1) Es löse sich in 80 Th. Weingeist auf,
| \ ohne einen Rückstand zu hinterlassen. — 2) 5 g sollen beim
Pentamethyi-p-Rosaniiin Verbrennen höchstens 0,05 g feuerbeständigen Rückstand hinter-
chiorhydrat. lassen (unorganische Beimischungen). — 3) Prüfung auf Arsen
wie bei den vorigen.
Anwendung. Beide Pyoktanine, namentlich aber das blaue, finden Verwendungauf Grund ihrer baktericiden Eigenschaften. Man benutzt sie äusserlich in Substanz aufeiternde Wunden und Geschwürsflächen, in Form von Stiften (man befeuchtet diese mitWasser und bestreicht die betr. Wundflächen), als 1—2procentiges Streupulver, als 2 bis