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2 (1907)
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Polygonatum. Polygonum.

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Polygonatum.

Gattung der Liliaceae Asparagoideae Polygonatcae.

I. Polygonatum officinalß All. (syn.: P. vulgare Desf.). Heimisch in Europa,Sibirien und dem westlichen Himalaya. Mit dickem Rhizom, das aus den Pussstücken deralljährlich über die Erde hervortretenden Sprosse gebildet ist, die nach ihrem Absterbenrundliche, flache Höhlungen (daher der NameSalomonssiegel") hinterlassen, ausserdemmit den Narben der Wurzeln und geringelt durch die Insertionsstellen der Niederblätter.Mit kantigem Stengel, der abwechselnd zweizeilig ganzrandige Laubblätter und in derenAchsel je 12 überhängende Blüthen trägt.

Liefert im Rhizom: Rhizoma Polygonal! s. Sigilli Salomonis. Salomons-siegel. Rhizome de sceau-de-Salomon (Gall.). Dasselbe enthält Asparagin.

II. Polygonatum multiflorum All. Verbreitung wie I., aber auch in Japan.Stengel stielrund. Anzahl der Blüthen in jeder Blattachsel grösser. Verwendung wie I.

III. Polygonatum biflorum (Walt.) Elliott. Heimisch in den atlantischenStaaten Nordamerikas. Rhizom von zwiebelartigem Geruch und schleimig-bitterlichemGeschmack.

IV. Polygonatum giganteum Dietr. var. foliatum Maxim, in Yesso. DasRhizom wird gegen Geschwüre im Munde verwendet.

Polygonum.

Gattung der Polygoiiaceae Polygonoideae Polygoneae.

I. Polygonum Bistorta L. Heimisch in der arktischen und gemässigten nörd-lichen Zone. Ausdauernd. Blätter eiförmig, wellig, mit geflügeltem Blattstiel. Stengeleinfach mit einfacher Blüthenähre am Ende, Blüthen röthlich-weiss.

Liefert im Rhizom: Rhizoma Bistortae. Radix colubrina. Natterwurz.Rhizome de Bistorte (Gall.).

Beschreibung. Fingerdick, etwas zusammengedrückt, gewunden, quer geringelt,braun, an der Unterseite mit Wurzeln besetzt. Im Querschnitt erscheint ein Kreis vonGefässbiindeln, unterbrochen von 28 Zellen breiten Markstrahlen. Im Parenchym Stärke,Oxalatdrusen und Gerbstoff.

Bestancltheile. 19,7 Proc. Gerbstoff, 0,447 Proc. Gallussäure, 29,5 Proc.Stärkemehl. Alkohol löst 13,94 Proc.

Anwendung. Als Adstringens, neuerdings als Infus-Dekokt (15 :180) empfohlen.

II. Polygonum aviculare L. Kosmopolitisch. Einjährig. Stengel niederliegend,ästig, Aeste bis zur Spitze beblättert. Blätter elliptisch oder lineal-lanzettlich, am Randerauh. Blüthen blattwinkelständig.

Lieferte früher Herba Centumnodii s. sanguinalis, neuerdings als Geheimmittel:Homeriana angepriesen. Verursacht bei Kühen Blaufärbung der Milch.

III. Polygonum hydropiper L. in Europa und Nordamerika. Die scharf schmeckendePflanze wurde früher als Herba Hydropiperis s. Persicariae urentis angewendet, neuer-dings unter dem Namen Chilillo (vonChilli", einer amerikanischen Bezeichnung derebenfalls scharf schmeckenden Capsicumfrüchte) als Antirheumaticum und Diureticumempfohlen. Enthält 3,46 Proc. Gerbstoff.

IV. Polygonum hydropipsroides Michx. Heimisch in Amerika und AustralienWird unter demselben Namen wie die vorige angewendet.

V. Polygonum tinetorium Lour. In China. Liefert Indigo. In Europa an-gestellte Kulturversuche sind ziemlich resultatlos gewesen. Auch P. rivulare Kön. undP. barbatum L. enthalten Indigo.

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