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2 (1907)
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Polygala.

lose Patchoulialkohol, (Patchoulikampfer), C 15 H 2() 0, aus. Ein weiterer Bestand-theil des Oeles ist das Sesquiterpen Cadinen, C 16 H 24 . Die Körper, die dem Oele seinencharakteristischen Geruch verleihen, sind noch unbekannt.

Polygala.

Gattung der Polygalaceae.

I. Polygala amara L. Zerstreut in Mitteleuropa. Stengel bis 15 cm hoch, untereBlätter gross, verkehrt-eiförmig, eine Rosette bildend, obere länglich-keilförmig. Blüthen-stand eine Traube, seitenständige Deckblätter so lang als das Blüthenstielchen. Kelch-blätter flügelartig, länglich verkehrt-eiförmig, dreinervig, Nerven an der Spitze kaumineinanderfliessend, Seitennerven nach aussen aderig, Adern spärlich ästig, nicht netzig-verbunden. Bliithen meist blau, vorderes Kronblatt mit vielspaltigem Anhängsel. Cha-rakteristisch sind der Epidermis angedrückte, einzellige, dickwandige, warzige, am unterenEnde flaschenartig aufgeschwollene Haare, die 70100 ß lang und bis 13 p dick sind.

Die ganze Pflanze liefert: Herba Polygalae (Ergänzb.). Herba Polygalae amaraecum radice. Herba Amarellae. Kreuzblumenkraut. Bittere Polygala. Kreuz->vurz. Milkwort.

Sestandtheile. 0,05 Proc. flüchtiges Oel, 4,4 Proc. bitteres Extrakt,1,6 Proc. Polygamarin, 1,55 Proc. fettes Oel und Chlorophyll, 0,2 Proc. Wachs,ein an Cumarin erinnernder Riechstoff, ferner Polygalit C c H 10 O 5 mit Quercit isomer.

Verwechslungen. An Stelle der genannten werden oft andere Arten gesammelt.Polygala amarella Crantz mit grösseren Blüthen und grösseren Kelchblättern, giltals Varietät von I. P. vulgaris L. ohne Blattrosette, Blätter schmal-lanzettlich, dieunteren elliptisch. Deckblätter halb so lang wie das Blüthenstielchen, Nerven der Kelch-blätter an der Spitze mit einer schiefen Ader verbunden, Seitennerven nach aussen aderig,die Adern netzig verbunden. P. comosa Schkuhr, vielleicht Varietät der vorigen, dienoch unentwickelten Blüthen von den schopfartigen obersten Deckblättern überragt.

Einsammlung und Anwendung. Man sammelt das den ganzen Sommer hin-durch blühende Kraut mit der Wurzel auf sonnigen Höhen (auf feuchtem Boden verliertsich der Bitterstoff), trocknet und bewahrt es geschnitten auf. Man benutzt es in Formder Abkochung (15,020,0:200,0) als Magenmittel und gegen Katarrh.

Mixtara Polygalae amarae coniposita. Mixtura expectorans Stockes.

Kp. Decocti Polygalae 200,0 ^lp. Decocti Polygalae 120,0

Morphini hydrochlor. 0,05 Ammonii carbonici 1,0

Succi Liquiritiae 5,0 Tinct. Opii benzoic.

Liquor. Arnmon. anis. 5,0 Tinct. Scillae ää 5,0

Sirupi simplicis 40,0. Sirupi tolutani 20,0.

II. Polygala blltyracea Heeke! wird in Westafrika kultivirt; die Samen liefern17,55 Proc. Fett, dasselbe besteht aus 4,8 Proc. Palmitinsäure, 31,5 Proc. Olein, 57,54 Proc.Palmitin, 6,16 Proc. Myristin. Ebenso liefert P. rarifolia D. C. in Afrika Fett.

III. Viele Arten enthalten Saponine, vergl. Senega.

IV. Polygala tinetoria Forsk. In Arabien, liefert einen blauen Farbstoff (Indigo?).

V. Zahlreiche Arten enthalten Salicylsäuremethylester, und zwar anscheinencnicht frei, sondern in glukosidischer Bindung, nämlich P. Senega L., P. BaldwiniiNutt., P. variabilis H.B.K., P. javana D. C., P. oleifera Heekel, P. serpyllaceaWeihe, P. calcarea F. Schultz, P. vulgaris L.

VI. Polygala Senega L. Vergl. Senega.