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in den Molken, so erhält man saure Molken. Stumpft man ihn aber mit einem Alkaliab, so kann man auch bei Anwendung von Säuren die sog. süssen Molken erhalten.
Serum Lactis dulce. Sorum Lactis (Austr. Ergänzb.). 1. Ergänzb. Man mischt1 Th. Labessenz ( Liquor seriparus Ergänzb.) mit 200 Th. frischer Kuhmilch bei gewöhn-licher Temperatur. Diese Mischung füllt man in ein zu bedeckendes Gefäss und hängtdieses in ein zweites Gefäss mit kaltem Wasser ein. Das letztere wird nun bis auf 40° C.erwärmt und einige Zeit bei dieser Temperatur gehalten. — Die Milch in dem inneren Ge-fässe ist alsdann in eine zusammenhängende Käsemasse verwandelt. Man bringt diese aufein Kolatorium oder in einen Spitzbeutel und lässt die Molken ablaufen. Will man sieklären (s. vorher), so nimmt man auf 1 Liter Molken das zu Schnee geschlagene Eiweissvon 2 Eiern.
Austr. Man kocht 800,0 g frische Kuhmilch auf. Bei Beginn des Siedons fügtman hinzu 8,0 g Essig (von 6 Proe.). Nach erfolgter Gerinnung wird die halb ei kälteteFlüssigkeit abgeseiht und mit dem zu Schaum geschlagenen Eiweiss eines Eies wieder auf-gekocht. Nach abermaligem Abseihen ist Magnesiumkarbonat q. s. bis zur Neutralisationzuzusetzen und sind die erkalteten Molken zu filtriren.
Serum Lactis aciduin (Ergänzb.). 100 Th. frische Kuhmilch werden nach Zusatzvon 1 Th. Weinstein ( Tartarus depuratus) zum Kochen erhitzt. Nach erfolgter Gerinnungwerden die erkalteten und mittels Durchseihens vom Käsestoff getrennten Molken filtrirt.
Austr. Sind wie die gewöhnlichen Molken, aber unter Weglassung der Neutrali-sation mittels Magnesiumkarbonat zu bereiten.
Serum Lactis alumiuatmu (Ergänzb.) Alauumolken. 100 Th. frische Kuhmilchwerden nach Zusatz von 1 Th. Kalialaun zum Kochen erhitzt. Nach erfolgter Gerinnungwerden die erkalteten und mittels Durchseihens vom Käsestoff getrennten Molken filtrirt.Sie sind etwas trübe und schmecken säuerlich und zusammenziehend.
Serum Lactis carbonico-acidulum. Kohlensaure Molkeu. Brauscinolken.1000,0 Th. kalte süsse Molken werden in eine Champagner-Flasche gegossen, welche 7,0 Th.Natriumbikarbonat in Stücken enthält. Man giebt hierzu 5,3 krystall. Weinsäure, ver-schliesst die Flasche alsbald, stellt sie an einen kühlen Ort und schwenkt sie bisweilen um.
Serum Lactis ferratum seu martiatum. Stahlmolken. Eisenmolken. ZurBereitung von 1 / t Liter derselben werden 1) 700 com frischer Kuhmilch zum Kochen er-hitzt, mit 5,0 g Liquor Ferri subacetici (Germ.) versetzt und nach dem Erkalten kolirt,oder 2) man löst in 1 / 2 Liter süsser Molken 1,5 g Ferricitrat.
Serum Lactis sinapisatum. Senfmolken. 1500,0 g Kuhmilch werden mit 75,0 ggrobgepulvertem schwarzen Senf gemischt und hierauf im Dampfbade erwärmt, bis Ge-rinnung eingetreten ist. Nach dem Erkalten werde kolirt. Die Kolatur betrage = 1000 g.
Serum Lactis tamariudinatiim (Ergänzb.). Tamariiidenmolken. 100 Th. frischeKuhmilch werden nach Zusatz von 4 Th. Tamarindenmus ( Pulpa Tamarindorum cruda ) zumKochen erhitzt. Nach erfolgter Gerinnung werden die erkalteten und mittels Durchseihensvom Käsestoff getrennten Molken filtrirt. Tamarindenmolken sind etwas trübe, bräunlichund schmecken säuerlich.
Serum Lactis vinosuni. 1000 Th. desselben werden bereitet aus 1000 Th. Kuh-milch, welche bis auf 90° C. erhitzt ist, und 250 Th. eines sauren Weissweines (Moselweines).Die Kolatur wird filtrirt.
Serum Lactis vitriolatum. 1000 Th. desselben worden bereitet aus 1400 Th.kochend heisser Kuhmilch und 3,5 Th. verdünnter Schwefelsäure. Nach dem Erkaltenwird kolirt und filtrirt.
Liquor seriparus. Labesseuz. Die Schleimhaut dos vierten Magens derKälber (des sog. Labmagens) enthält ein Enzym oder Ferment, welches nicht identisch istmit dem Pepsin und welches die Eigenschaft hat, das Kasein der Milch bei etwa 40° C.zu fällen. Man nennt dieses Enzym „Lab" und mit dem wissenschaftlichen Namen „Chy-mosin". In reinem Zustande ist die Substanz noch nicht dagestellt worden, doch weissman, dass sie durch Glycerin konservirt wird, durch verdünnte Salzsäure extrahirt werdenkann, dass ihre Wirkung durch Alkalien beeinträchtigt wird, und dass die Labwirkungvernichtet wird, wenn die Lösungen zum Sieden erhitzt werden. Da man die reine Sub-stanz nicht kennt, so benutzt man Auszüge des Labmagens in flüssiger Form, auch Prä-parate in trockener Form.
Liquor seriparus. Labesseuz. Liquid Kennet. Der Zweck der Vorschriftenist, das Enzym des Labmagens der Kälber in Lösung zu bringen und diese Lösung haltbarzu machen. 1) Ergänzb.: 10 Th. Labmagen vom Kalbe werden gewaschen, rr ? er 'äS lnc Jund mit einer Lösung von 3 Th. Natriumchlorid und 2 Th. Borsäure in 50 J.h.Übergossen. Man schüttelt um, giebt noch 10 Th. Spiritus von 90 Proc. hinzu un m