Druckschrift 
3 (1899) Die Choristopetalen. 2
Entstehung
Seite
90
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

90

XVI. Reihe: Piperales Lindl.

Blüthen regelmässig, zwittrig oder getrenntgeschlechtlich, nackt oder von einer einfachen, nichtauffällig gefärbten Hülle umgeben. Staubgefässe 110, Fruchtblätter 14, entweder gesondert oder zueinem Fruchtknoten verbunden. Blüthen immer sehr klein in Ähren, selten Trauben. Blätter oft herz-förmig, stets ganz, mit oder ohne Nebenblätter.

i»

32. Familie: Piperaceae A. Rieh.

Die Blüthen sind regelmässig, zwittrig oder getrenntgeschlechtlich; eine Blüthenhülle ist niemalsvorhanden. Staubgefässe finden sich in der Regel 26, selten mehr; sie sind entweder frei oder beidem Fruchtknoten kurz verbunden; die Beutel springen mit 2 Längsfurchen auf, wobei die Theken bis-weilen zusammenfliessen, die Fäden sind nicht selten oben gegliedert. Der aus einem Fruchtblatt ge-bildete Stempel 1 ) sitzt entweder unmittelbar dem Blüthenboden auf, oder er ist seltener gestielt; immereinfächrig, umschliesst er eine einzelne aufrechte, orthotrope Samenanlage, die sich vom Grunde erhebt.Die Frucht ist beerenartig mit mehr oder minder saftigem Fruchtfleische. Die stets runden Samen um-schliessen ein mehliges, am Bande oft verhärtetes Nährgewebe; der Keimling ist sehr klein und zeigtkaum deutliche Keimblätter; das Würzelchen liegt vom Nabel abgewendet. Ausdauernde Standen oderSträucher, die häufig klettern, sehr selten Bäume mit spiralig angereihten oder zweireihig gestellten,seltener kreuzgegenständigen oder quirligen Blättern mit oder ohne Nebenblätter; sie sind in allen Theilenmehr oder weniger scharf und aromatisch; die Gefässbündel stehen in 2 oder mehreren Reihen. Blüthenklein in endständigen Kolben, welche von dem Achselsprosse aus dem letzten Blatte häufig übergipfeltund in seitliche, blattgegenständige Stellung gebracht werden, seltener sind Rispen oder Dolden.

Etwa 900 Arten in 10 Gattungen, die fast nur in den Tropen beider Erdhälften gedeihen.

CUBEBA Linn.

Blüthen stets getrenntgeschlechtlich, niemals zwittrig, ohne Hülle. Staubgefässe meist 23, seltenmehr mit kurzen Fäden, welche dem eiförmigen Beutel am Rücken aufsitzen. Fruchtknoten sitzend,später gestielt, eine aufrechte, orthotrope Samenanlage umschliessend, Narben 34 sitzend oder einenkurzen Griffel beendigend. Beere einsamig, fleischig, glatt und unbewehrt. Same mit mehligem Nähr-gewebe. Kletternde Sträucher mit abwechselnden, zweizeiligen, meist deutlich bis fünf-, selten mehrnervigenBlättern ohne deutliche Nebenblätter.

Etwa 20 Arten, die ausschliesslich in der tropischen Zone der alten Welt, am wenigsten in Afrikavorkommen.

1) Wir sind in der Darstellung der Familienmerkmale dem Vorgänge Engler's gefolgt, welcher mit Recht dieSaururaceae aus der Familie ausgeschlossen hat; Lactoris hat er zu einer eigenen Familie erhoben und in die Nähe derMagnoliaceae untergebracht.