Druckschrift 
3 (1899) Die Choristopetalen. 2
Entstehung
Seite
59
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

XIII, Reihe: Ranales Lindl,

Bliithen sehr häufig aktinomorph, entweder spiralig aufgebaut oder aus Quirlen zusammengesetzt;Blüthenhülle verschieden; Staubgefässe meist oo; Fruchtblätter 1oo, unter einander gewöhnlich frei.

25. Familie: Ranunculaceae Juss.

Die Blüthen sind fast immer zwittrig und sehr häufig aktinomorph. Die Blüthenhülle ist nicht selteneinfach und blumenblattartig gefärbt, doch kommen auch aus Quirlen aufgebaute, deutlich geschiedeneKelche und Blumenkronen vor; letztere sind aber bisweilen sehr klein und von der Form verschiedengestalteter Nectarien. Die Staubgefässe sind sehr häufig äusserst zahlreich und spiralig angereiht, wobeisich sinnfällige Schrägzeilen in der Anreihung nachweisen lassen; sie sind meist frei; die dithecischenBeutel springen mit Längsspalten auf. Die Fruchtblätter sind ebenfalls sehr häufig spiralig angereiht undjedes für sich frei; entweder finden sich einzelne oder sehr zahlreiche an der Naht befindliche, anatrope,hängende Samenanlagen. Die Frucht ist eine Balgkapsel oder ein Nüsschen, seltener sind Beeren. DieSamen enthalten in einem ölreichen Nährgewebe einen kleinen, geraden Keimling. Einjährige oder zwei-jährige Kräuter oder häufiger Stauden mit meist getheilten Blättern, die nicht selten zu einer Grund-rosette zusammengedrängt sind. Die Blüthen stehen einzeln oder sind zu Trauben, seltener zu Doldenvereinigt.

Die Familie ist in 28 Gattungen mit etwa 1000 Arten hauptsächlich in der nördlich gemässigtenZone entwickelt; sie finden sich bis in die kalte Zone und steigen hoch in den Gebirgen auf; einige Gat-tungen gehen durch die Tropen bis in die südliche Halbkugel.

ACONITUM Linn.

Blüthen zvgomorpk, zwittrig. Kelch fünfblättrig, blumenkronenartig gefärbt, abfällig, 4 Kelchblätterkleiner, flach, das fünfte, nach rückwärts gelegene, helmförmig. Von den Blumenblättern sind stets nur2 gross und deutlich in der Gestalt gestielter, sförmig gekrümmter, fleischiger Körper vorhanden, welchevon dem Helm des Kelches umhüllt werden, sonst finden sich nur 38 kleine, fädliche Organe, die ihnenhomolog gesetzt werden. Staubgefässe oo spiralig angereiht mit meist 8 und 13 sinnfälligen Schrägzeilen.Fruchtblätter meist 3 (25) in einem Wirtel gestellt; jedes enthält oo Samenanlagen, welche zweireihigan der Bauchnaht befestigt sind, sie sind anatrop, horizontal aufgehangen, die Micropyle ist nach untenund aussen gewendet. Frucht eine vielsamige Balgkapsel. Same kantig, beschuppt oder höckerig, mitreichlichem Nährgewebe, das am Grunde den sehr kleinen, wenig gegliederten Keimling umschliesst. Stau-den mit weissen, rübenartigen Knollen und krautigem Stengel. Die am Grunde scheidig erweiterten Blättersind spiralig angereiht. Die Blüthen stehen in Eispen oder Trauben und werden von Deck- und Vor-blättern begleitet. Etwa 60 Arten, die z. Th. so nahe mit einander verwandt sind, dass sie wahrschein-lich besser verbunden werden sollten, in der nördlich gemässigten Zone, sie gehen bis in die kalte undsteigen auf den Gebirgen in die Höhe.