Druckschrift 
3 (1899) Die Choristopetalen. 2
Entstehung
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91
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Cubeba officinalis Miq.

Tafel 128.

Ein aufsteigender Strauch mit kurz gestielten, lederartigen, oblongen, zugespitzten, schief herz-förmigen Blättern; Kolben gestielt; Deckblätter der weiblichen Blüthe behaart; Frucht gestielt, Stiel längerals die kugelförmige Beere, die von 4 Narben gekrönt wird.

Cubeba officinalis Miq. Comm. phytogr. 33; Bl. in Verh. Bat. Genoots. XI. 200; Enum. pl. Jav. I.70; Miq. Syst. Piper. 287; Kl. in Hayne, Arzneigew. XIV. t. 8; Koehler, Medizin. Pfi. t. 103.

Piper Cubeba Linn. fil. Suppl. (syn. afr. ausgeschlossen), nicht Vahl, nicht Nees, nicht Guimp. u.Schlecht.; Bentl. and Trim. Med. pl. t. 243 (fehlerhaft); Baill. Bot. med. 777, Fig. 2416; Berg u.Schmidt Abbild, u. Beschreib, t. XXIX a ; Kew Rep. 1887. p. 12; Flück. and Hanb. Pliarmacogr. 526;Flück. Pharmacogn. 924; Meyer, Drogenk. II. 404.

Cubeba cubeba Karst. Deutsche Flora 478.

Der reich verzweigte, knotig gegliederte Strauch steigt an den Bäumen und anderen Stützen hochempor; Zweige stielrund, an den Knoten stark verdickt und gegliedert, kahl, nur an den Spitzen sehrfein behaart.

Die Blätter stehen in abwechselnd zweizeiliger Ordnung, sie sind sehr kurz (kaum 1 cm lang) ge-stielt; der Stiel ist oben ausgekehlt und ziemlich kräftig; die Spreite ist oblong bis oblong-lanzettlich,zugespitzt, am Grunde schief herzförmig, wobei der linke Lappen, wenn das Blatt von der Rückseite be-trachtet wird, stets der grössere ist. Die Spreite wird bis 15 cm lang und in der Mitte bis 5 cm breit,sie ist am Grunde deutlich fünf- bis siebennervig, ausser diesen Nerven finden sich noch jederseits desMittelnerven 34 unten stärker als oben vorspringende Seitennerven; sie ist lederartig, dunkelgrün,nnterseits etwas heller und nicht glänzend.

Der Blüthenstand ist in beiden Geschlechtern ein kurz gestielter Kolben, der männliche ist dünnerals der weibliche; er steht stets einem Blatt gegenüber. Diese Stellung kommt dadurch zu Stande, dassjedes Astglied in einen endständigen Blüthenstand ausläuft. Aus der Achsel des letzten Blattes entwickeltsich ein sehr kräftiger Seitenast, welcher, nachdem er ein Blatt erzeugt hat, wieder mit einem Blüthen-stande abschliesst; er stellt sich in der Richtung des vorhergehenden Zweiggliedes (Merithallium) unddrängt den Blüthenkolben in seitliche Stellung. Ein solcher mit mehreren Kolben versehener Zweig istalso keine einfache Axe (Monopodium), sondern ein aus Axen zunehmender Ordnung zusammengesetztesGanze (Sympodium).

Die weibliche Blüthe: Die Deckblätter sind spiralig angereiht, schwach behaart, umgekehrt ei-förmig, oben ausgerandet, sie laufen an der Axe herab. Der sitzende Fruchtknoten ist kugelförmig,kahl und umschliesst eine einzelne orthotrope, aufrechte Samenanlage; er wird von 34 kurzen, ei-förmigen, papillösen Narben gekrönt.

Die männliche Blüthe 1 ): In der Achsel des ähnlich gestalteten Deckblattes befinden sich 2, nachanderen Beobachtern 3 Staubgefässe, deren Fäden den ellipsoidischen Beuteln an Länge gleichen.

Die Frucht ist eine gestielte Beere, welche von der Axe horizontal absteht; der oben allmälig indie Frucht übergehende, nicht gegliederte Stiel ist um ein Drittel oder die Hälfte länger als die 56 mmim Durchmesser haltende, kugelrunde Beere. Diese ist mit einem dünnen Fruchtfleisch überzogen, welchesan der nicht völlig reifen Frucht gerunzelt erscheint; sie trägt an der Spitze die mehr oder minder guterhaltenen Farben.

Der Same ist fast kugelrund, oben mit einem kleinen Spitzchen versehen. Unter ihm liegt der vomEndosperm umschlossene, sehr kleine Keimling mit zwei äusserst kleinen, plumpen Keimblättern; dasPerisperm ist mehlig, nach der Peripherie verhärtet es.

1) Wir haben leider gut entwickelte männliche Blüthen trotz aller Bemühungen nicht erlangen können.