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3 (1899) Die Choristopetalen. 2
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IX. Reihe: Gruinales Linn.

Blüthen aktino- oder zygomorph, zwittrig, stets fünfzählig mit doppelter, in Kelch und Krone geschiedenerBltithenhülle. Staubgefässe gewöhnlich in 2 Kreisen, von denen bisweilen einer staminodial entwickelt istund den Blumenblättern gegenübersteht; ein Discus fehlt. Die Fruchtblätter stehen in der Fünfzahl denBlumenblättern gegenüber.

15. Familie: Linaceae Damort.

Die Blüthen sind aktinomorph, zwittrig und vollständig, vier- oder fünf- selten sechsgliedrig. Die amGrunde freien oder verbundenen Kelchblätter haben eine dachziegelige, die gleichzähligen, oft sehr ver-gänglichen Blumenblätter aber nicht selten eine gedrehte Knospenlage. Die Staubgefässe sind meist inder doppelten, selten in der dreifachen Zahl jener vorhanden, von denen aber ein Kreis nicht seltenstaminodial ausgebildet ist oder durch allmählichen Fehlschlag endlich schwindet; die Fäden sind amGrunde oft zu einem Einge verbunden; die leicht beweglich aufgehangenen Beutel sind dithecisch undspringen mit Längsspalten auf; Honig absondernde Drüsen sind oft vorhanden, häufig dem Staubgefäss-ringe angewachsen. Der Fruchtknoten ist oberständig und drei- bis fünffächrig; in jedem Fache befindensich einzelne oder gepaarte, hängende, anatrope Samenanlagen mit binnenwinkelständiger Raphe; die 3 bis5 Griffel sind häufig bis zum Grunde frei, selten ist ein einfacher Griffel vorhanden. Die Frucht ist einewandspaltige, in Kokken zerfallende Kapsel, oder eine Steinfrucht mit 35 Steinen. Die meist flachenSamen umschliessen einen geraden, seltener gekrümmten Keimling, das Nährgewebe ist vorhanden oderfehlt. Kräuter oder Stauden, in wärmeren Gegenden Sträucher oder Bäume mit einfachen, spiralig ange-reihten, häufig ganzrandigen Blättern, die gewöhnlich mit Nebenblätern versehen sind. Blüthen in traubigenoder cymösen Verbänden, die häufig ähren- oder traubenförmig erscheinen, auch bisweilen büschelig gehäuftoder regelmässig dichasisch.

Ungefähr 150 Arten über die ganze Erde weit verbreitet, in Australien sehr wenige.

LINUM Linn.

Blüthen aktinomorph, fünfzählig, zwittrig. Kelch unterständig, fünf blättrig mit quincuncialer, dachigerKnospenlage, bleibend. Blumenblätter mit jenen wechselnd, genagelt, leicht abtällig, in der Knospenlagegedreht. Staubgefässe ebenso viele wie Blumenblätter und mit ihnen abwechselnd, am Grande ein wenigringförmig verbunden, zwischen ihnen 5 kurze Spitzchen; Beutel dithecisch, nach innen mit Längsspaltenaufspringend. Fruchtknoten oberständig, fünffächrig, die Fächer stehen den Blumenblättern gegenüberund sind durch falsche Scheidewände mehr oder weniger tief gefurcht; in jedem Fache 2 hängende, binnen-winkelständige, anatrope Samenanlagen; Griffel 5 frei, etwas zusammengedreht, schlank keulenförmig.Kapsel kugelförmig, gespitzt, meist zuerst wandspaltig, dann fachspaltig aufspringend. Samen seitlichzusammengedrückt, äussere Haut mit Schleimzellen; Nährgewebe fehlt, Keimblätter blattartig.

Ein- oder zweijährige Kräuter oder am Grunde bisweilen verholzende Stauden mit spiralig ge-stellten oder kreuzgegenständigen, meist schmalen Blättern in bisweilen sehr regelmässigen Dichasien, diemeist sehr bald monochasisch verarmen und (manchmal an demselben Blüthenstande) wicklige undschraubelige Entwicklung zeigen.

Linum usitatissimum Linn.

Tafel 102.

Ein- oder zweijähriges Kraut mit einfachem, oben verästeltem, stielrundem, kahlem Stengel; Blätterschmal lanzettlich; Blüthen in beblatteten Winkeln; Kelchblätter fein gewimpert, so lang wie die Kapsel.

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