Druckschrift 
3 (1899) Die Choristopetalen. 2
Entstehung
Seite
99
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

99

XIX. Reihe: Fagales Engl.

Blüthen gewöhnlich regelmässig, meist getrennt geschlechtlich, einhäusig mit einer einfachen, krautigenHülle versehen, seltener nackt. Staubgefässe häufig vor den Hüllblättern stehend. Fruchtblätter mehrere;in jedem Fache des Fruchtknotens 12 Samenanlagen. Frucht meist nussartig mit nur einem Samenohne Nährgewebe. Blüthen in einfachen oder zusammengesetzten Ähren.

35. Familie: Fagaceae AI. Br..

Die Blüthen sind allermeist getrennt geschlechtlich, einhäusig, selten zwittrig. Die Bliithenhiille istkrautig, vier- bis siebenlappig. Die männlichen Blüthen enthalten 414 Staubgefässe, deren Beutel mitLängsspalten aufspringen; bisweilen ist ein Stempelrest vorhanden. Der Fruchtknoten der weiblichenBlüthe ist unterständig und drei-, seltener sechsfachrig; die Samenanlagen sind in jedem Fache gepaart,hängend, mehr oder minder anatrop mit 2 Integumenten versehen; Griffel sind 3 vorbanden. Eine bismehrere weibliche Blüthen werden von einem Becher umschlossen; er ist eine Achsenwucherung und er-fahrt erst zur Fruchtreife die volle Ausbildung. Die Frucht ist eine einsamige Nuss; der Same bestehtaus einem kurzen Stämmchen und 2 dicken Keimblättern; Nährgewebe fehlt. Holzgewächse mit spiraliggestellten, ungetheilten oder gelappten, bis tief fiederspaltigen Blättern; die Nebenblätter sind abfällig.Blüthenstände kätzchenartig, aus den Achseln diesjähriger Blätter.

5 Gattungen mit etwa 350 Arten, welche in der gemässigten Zone beider Erdhälften, in Ostasien undin einer Gattung im antarktischen Südamerika, auf Neuseeland und in Südaustralien zugleich gedeihen.

QUERCUS Linn.

Blüthen stets getrennt geschlechtlich, einhäusig. Männliche Blüthen: Blüthenhülle fünf- bis neun-theilig; Staubgefässe 510, alle frei. Weibliche Blüthe: Blüthenhülle klein, sechs- bis zehnspaltig.Fruchtknoten dreifächrig, in jedem Fache befinden sich zwei zur Blüthezeit noch unentwickelte Samen-anlagen, die von dem Innenwinkel herabhängen. Griffel 3, flach, oberseits die Narben tragend. JedeBlüthe wird von einer napfförmigen Becherhülle gestützt, welche sich zur Fruchtzeit vergrössert und mitkurzen oder verlängerten, bisweilen in Zonen verwachsenen Schuppen bekleidet ist. Nuss einsamig mitbrüchiger Fruchtsehale. Samenhaut dünn, Keimblätter dick fleischig, planconvex, beim Keimen unter-irdisch. Bäume oder Sträucher mit abfälligen oder immergrünen, ganzrandigen, häufig am Rande ge-sägten oder gelappten, spiralig angereihten Blättern. Nebenblätter krautig, abfällig. Männliche Bliithenin schlaffen Kätzchen aus der Achsel der unteren, weibliche zu 35 oder mehreren in kürzeren Ährenaus der Achsel der oberen Blätter eines diesjährigen Triebes.

Etwa 200 Arten in Europa, Westasien und Nordamerika.