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1 (1802) Allgemeine Therapeutik
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2. Der Seeleneinstuß. Auch dieser ist von Wich«tigkeit für die Modifikation der Wirkung, besonders beysolchen Menschen, die sehr geistig organisirt sind, und de»ren Thätigkeit mehr geistige Thätigkeit (besonders mitviel Phantasie) ist, wodurch der Einfluß des Geistigenaufs Körperliche außerordentlich stark werden kann. Esist eine bekannte Erfahrung, daß tiefes Nachdenken oderein Gemuthsaffckl die Wirkung eines LaxilMittels hin,dern kann. Mir ist sogar ein Beyspiel bekannt, wobei) einem ruhrartigen sehr heftigen Durchfall das Schach-spielen, das der Petient leidenschaftlich liebte, jedesmaldie Ausleerungen hemmte, ja wo bey einer am MiserereLeidenden das heftige Erbrechen mehrere Stunden langaufhörete, nachdem sie das Abendmahl mit der festenUeberzeugung genossen hatte, daß dies unmöglich weg»gebrochen werden könnte. Hingegen giebt es ande«Beyspiele, wo schon die lebhafte Idee eines Purgiern«»»rels Purgieren erregte. So kann der feste Glaube andie Wirkung eines Mittels demselben eine große undheilsame Wirksamkeit geben , und hingegen der Unglau-be oder Abscheu sie ihm nehmen, oder eine ganz gegen»theilige hervorbringen. Ich sah eine Dame, die noch«nie ein Klystier genommen halte, weil sie immer großenAbscheu dagegen empfand, endlich, gezwungen, einblos besänftigendes von Oel und Milch nehmen, undKonvulsionen darauf bekommen.

Ja beym höchsten Grade der Melancholie undManie, wo die Seele ganz in sich zurückgezogen, undmit sich beschäftigt ist, entsteht eine solche Gefühllosigkeitdes Physischen gegen äußere Eindrücke, daß die stärke»stcn Gaben derBrech . und Purgiermiltel, des Opiums«. gar nichts wirken. Aus dieser Rubrik lassen sichauch eine Menge Wunderkuren erklären, wobep derGlaube daS Beste that.

Z. Die