Vorrede.
'ir leben in dem Zeitalter der Neuerun-gen und Umschaffungen, und auch die Heil-kunst hat den Einfluß dieses herrschenden Geistesder Zeit sehr lebhaft erfahren. — So sehr ichdieses Weiterstreben des menschlichen Geistes,diese Anstrengung, das gleichsam durch Sturmzu anticipiren, was der ruhige Fortschritt derZeit uns vielleicht sicherer und langsamer ver-schafft hätte, erkenne, und das Gute darin zuschätzen weiß; so sehr ich überzeugt bin, daßdie Nachwelt die schönsten Früchte davon ernd--ten wird ; so ist doch nicht zu läugnen, daß dieGegenwart einer solchen Periode viel Nachthei«liges mit sich führt, daß man bey jenem Nieder-rissen manches Gute und Trestiche verlieren,undbey dem genialischen Emporstreben auf manchegefährliche Abwege gerathen kann, wovon dieRückkehr nicht immer leicht ist. Dies alles wirdum so wichtiger und bedenklicher, wenn die Re-de nicht von einer spekulirenden Wissenschaft,sondern von einer praktischen Kunst ist , wennder Gegenstand nicht etwas gleichgültiges, son-dern Menschenwohl, Leben und Tod, betrifft.Hier zu irren , ja nur unschlüßig hin und her zuschwanken, ist sehr traurig, und für den Mann