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Die wichtigsten vegetabilischen Nahrungs- und Genussmittel : mit besonderer Berücksichtigung der mikroskopischen Untersuchung auf ihre Echtheit, ihre Verunreinigungen und Verfälschungen ; mit 271 Holzschnitten
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Mohnsamenmehl,

Seitenverdickung und fast keinen unverdiekten Tlieil an dem äussersten Ende derSeitenwände; die Mittellamelle tritt überall und ohneweiters selir deutlich hervor.Durch Kochen in Kalilauge isolirt, sind sie ziemlich gleichmässig becherförmig.

In der Fläche erscheinen die Skiereiden polygonal, verschieden gross(1530[*) mit weitem Lumen und sehr deutlicher Mittellamelle, um den Nabelherum radienartig gereiht und besonders gross, deutlich in Gruppen oder Feldernvon 68 und mehr zusammengestellt. Da ihre radiale Länge wenig verschiedenist, erscheinen über Flächenstücken der Sklereidenschicht wenig scharf begrenztedunkler gefärbte Polygone (ca. 75120a Durchmesser, resp. Länge).

Unter der Sklereidenschicht liegt eine der Pigmentschicht des schwarzenSenfs entsprechende einfache, stellenweise mehrfache Lage aus grossen (T = bis 75 [*)schlaffen dünnwandigen, radial zusammengedrückten Zellen mit gelbbraunem,in Kalilauge grösstenteils gelöstem Inhalt.

Die Alenronschicht verhält sich ähnlich wie beim Senf, die hyaline Schichtzeigt, zumal unter Chloral, an Durchschnitten sehr deutlich eine Zusammensetzungaus farblosen comprimirten Parenchymzellen in mehreren Lagen.

In dem der Hauptmasse nach aus farblosen Stücken deszertrümmerten Cotyledonarparenchyms, welches sieh ähnlich verhältwie jenes der Senfarten, bestehenden Pulver fallen unter demMikroskope vor allem Stücke der braunen Sklereidenschicht,gewöhnlich in Combination mit den an den Rändern der Stückehervorragenden gelben oder gelbbraunen Pigmentzellen und derfarblosen, aus derbwandigen polygonalen Zellen zusammengesetztenAleuronschicht auf. Auf den Flächenstücken der Sklereidenschichttreten nur wenig scharf begrenzte, zum Theil nur verwischte,dunkler (in Chloral rothbraun) gefärbte Polygone hervor. Diepolygonalen Skiereiden zeigen ein relativ weites Lumen und sehrdeutliche Mittellamelle, in der Seitenansicht eine wenig in dasLumen gewölbt vorspringende Verdickung der Seiten und mitKalilauge isolirt ziemlich gleichmässige Becherform ohne odernur mit kurzem dünnwandigem Aussentheil an den Seiten.

6. Mohnsamenmehl. Die zerriebenen Presskuchen bei derGewinnung des fetten Oeles aus den Mohnsamen (pag. 239), einbläulich-graubräunliches Pulver.

Es besteht der Hauptmasse nach aus Stücken des farblosen,regelmässig polyedrischen dünnwandigen Parenchyms des Nähr-gewebes aus ca. 30 ;x grossen Zellen mit rundlichen Aleuronkörnern(45 ja) und Oclplasmaresten als Inhalt, aus Fragmenten der farb-losen, mit Chlorzinkjod direet sich bläuenden Zellmembranen,und Haufen und Klumpen des Zellinhalts dieses Gewebes.

Dazu kommen seltenere Stücke des kleinzelligen farblosenGewebes aus regelmässig gereihten sehr dünnwandigen, vorwiegendvierseitigen Parenchymzellen (R = 30, L = 15ja) des Keimlingsund insbesondere Fragmente des Testa und ihrer Gewebsschichten.

Die sehr dünne Testa besteht von aussen nach innen aus einer gross-zelligen Epidermis, einer subepidermalen Krystallsand-, einer Faser-, Querzellen-,Pigment- und Netzfaserschicht.*)

*) Der Bau der Testa der Mohnsamen wird verschieden dargestellt. Vergl.darüber Tsehirch, Atlas, pag. 64; Planchon et Collin, Les drogues simples.Paris 1896, II, 832; Michalowski, Beiträge zur Anatomie und Entwicklungs-geschichte von Papaver somniferum. Inaug.-Dissert. Grätz (Posen) 1886 (cit. vonFlüchiger, Pharmakognosie, 1891, 3. Ed., 963.