Vanille.
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Erklärung zu Fig. 212.Vanill e.1 Querschniltspartie durch die äussere Epidermis (Mp.), das Hypoderm (H) und dieäusseren Parenchymlagen (P). — 2 LSngenschnittspartie der Epidermis (Ep.) und derdarunter folgenden Parenchymlage. — 3 Innerste Partie des Pencarpparenchyms (P) ;a letzte Zellago desselben; e Papillenepithel. — 4 Baphldenschläuche isohrt, zumTheil mit anhaftendem Parenchym (P). — 5 Gefiissbündel im Längsschnitte; b Bast-zellen SD Spiralgefäss, n Netzgefäss, g einfach getüpfeltes Gefäss, s Phloemelemente,„ Parenchym. — 6 Eaphidennadcln aus den Schläuchen und Krystalle Ton Kalkoxalat
aus den Oberhautzellen.
Das Gefässbündel ist begleitet von mechanischen bastzellen-artigen Elementen, welche dasselbe bald ringsum bescheiden, baldihm in Gestalt eines mehr oder weniger starken Stranges an-gelagert sind.
Diese Bastzellen haben im allgemeinen die Spindelform, sind derb- bisdickwandig weitlichtig, bis 600(i lang, am polygonalen Querschnitte 20-60[ibreit an den Längsseiten glatt oder zum Theil (an den an das Grundparenchymstoss'enden) entfernt-ausgeschweift-gezähnt, ihre Tüpfel elliptisch, nicht oder wenigschräge gestellt. Ihre Membran ist relativ wenig verdickt, aber dicker und ver-holzter als jene der Tracheen.
Im Umfange der Gefässbündel finden sich derbwandigesklerosirte Parenchymzellen in axilen Complexen, im allgemeinenvon Tonnenform mit dichten grossen, elliptischen oder spitz-ellip-tischen Tüpfeln mit Uebergang zu Netzfaserzellen.
Ueberall im Mesocarp kommen reichlich Raphidenschläuche(Fig 212 4) vor, theils axile Reihen von dünnwandigen Zellen,welche je ein in Schleim gebettetes Bündel von langen nadeiförmigenKalkoxalatkrystallen enthalten, theils sehr lange, röhrenförmige,dünnwandige, an den Enden meist abgerundete Gebilde mit solchen
Raphiden.
Im ganzen sind diese Schläuche weniger breit als die umgebenden Paren-chymzellen, etwa 50-90 P . bei 240-400 [* Länge. Die darin liegenden Krystalle(Fig 212 6 links) erreichen bis 300 p. Länge. An den röhrenförmigen Schlauchensind die Enden häufig nicht zu finden, selbst wenn man sie aus einem grösserenStück der Frucht durch Kochen in Kalilauge isolirt hat. Es wurden aus einemsolchen ganze Schläuche von 1-1-2 Mm. Länge und 60-90 o. Breite gemessen;ein Röhrenfragment hatte 6 Mm. Länge.
In den durch Kochen in Kalilauge isohrten Schlauchen färbt sich dieSchleimmasse in Form eines meist faltigen Schlauches auf Zusatz von Cochenilleprächtig violettroth. Beim längeren Kochen werden die Krystalle angegriffen, arrodirtlind endlich gelöst. Zunächst sieht man an ihnen eine periphere feinkörnige odergestreifte farblose Zone, welche wie eine Rinde eine homogene, mit Cochenille sichblutroth färbende innere Substanz umgibt, der Schleimschlauch selbst ist violettrothgefärbt. Zuletzt findet man die Schläuche mit zarter farbloser Membran und einemvon ihr eingeschlossenen collabirten und faltigen Innenschlauch oder nur faltigeSchlauchstücke und Bänder ohne Spur von Krystallen oder mit nur spärlichen Restenderselben. Sehr oft sind die langen Krystalle in eine Anzahl Querstucke zerfallen,welche der Länge nach aneinander liegen oder zickzackiörmig gelagert sind
Es macht ganz den Eindruck, als ob die langen, röhrenförmigen Raphiden-schläuche durch Zellfusion aus den axilen Zellreihen entstanden waren. Letzterekommen besonders in den äusseren und mittleren Partien des Mesocarps vor,die langen Schläuche namentlich in den inneren Partien, zumal im unteren Theileder Frucht.
An der Spitze der Frucht findet sich ein parenehymatischesGewebe aus derb- und braunwandigen polygonalen Zellen, derenMembran verkorkt ist.